„…aber vegan!“

Clint Eastwood tut es, Liv Tyler und Carl Lewis ebenfalls, Leonardo da Vinci tat es, und Mike Tyson macht es auch – sie ernähren sich vegan, sprich: sie essen keine tierischen Produkte. Veganismus hat in den letzten Jahren einen großen Aufschwung erfahren. Vegan ist hip, es ist trendy, es ist gesund und es ist besser fürs Gewissen.


Vielen erscheint eine Ernährung ohne jegliche tierische Produkte suspekt, was auch keineswegs verwunderlich ist. Eine ausgewogene Ernährung wurde stets mit Eiern, Fleisch, Milch und Butter in Verbindung gebracht und vegane Ernährung als der pure Verzicht betrachtet. Jedoch bei intensiverer Auseinandersetzung mit dem Thema vegan stößt man rasch auf genügend Vorteile und man erkennt: Gesundheit, voller Geschmack, pure Freude und unendlich viel Abwechslung sind garantiert.

 

Vegan versus vegetarisch

Die große Gemeinsamkeit ist der Verzicht auf Fleisch und Fisch. Vegetarier (abhängig vom Typ) konsumieren noch Milchprodukte und Eier (Typ Ovo-Lacto) oder nur Milch (Typ Lacto), Veganer verzichten auf jegliche tierische Produkte in ihrer Ernährung. Darüber hinaus achten sie auch beim Einkauf von Non-Food-Produkten (Wasch- und Reinigungsmittel, Kosmetik, Farbe, Schuhe, Kleidung …) auf das Prädikat „tierfrei“ und „ohne Tierversuche“.

 

Alles Tofu?

Sich vegan zu ernähren, bedeutet mehr als nur Tofu in verschiedensten Varianten zuzubereiten. Produkte wie Seitan, Sojadrink, weitere Pflanzendrinksorten (z. B. Mandeldrink, Haferdrink usw.) oder Sojaprodukte (wie z. B. Wiener Würstel ...) machen den veganen Speiseplan zu einer bunten, abwechslungsreichen und gesunden Angelegenheit ohne Verzicht, ohne Askese, aber mit einer extra Portion Wohlbefinden.

 

Vegane Stärken


Die Vorteile der veganen Ernährung sind rasch aufgezählt. Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass die vegane Ernährungsform arm an gesättigten Fettsäuren, dafür reich an Ballaststoffen sowie Vitaminen, Mineralien und krebsvorbeugenden Verbindungen ist. Krebs, Diabetes oder Darmerkrankungen kann vorgebeugt werden, der allgemeine Gesundheitszustand wird verbessert und ernährungsbedingte Krankheiten können verhindert werden. Pflanzliche Ernährung ist cholesterinfrei, fettärmer und nahrhafter. Ein weiterer Vorteil ist, dass man sich viel energiegeladener und vitaler fühlt, gutes Aussehen geht damit einher.

 

Worauf zu achten ist
Eine der ersten Fragen an einen Veganer lautet stets: „Wo bekommst du bloß dein Eiweiß her?“ Eiweiß ist ein wichtiger Nährstoff, der für den Aufbau, den Bestand und die Erneuerung von Körpergeweben benötigt wird. Mit verschiedenen Getreideprodukten, Hülsenfrüchten und Gemüse können auch Veganer den Proteinbedarf leicht decken. Als besonders eiweißhaltig gelten unter anderem Soja, Seitan (Weizeneiweiß), schwarze Bohnen, Linsen, Kichererbsen und Quinoa. Auch die Frage, wie man Eier (z. B. beim Backen) ersetzen kann, ist leicht beantwortet: für vegane Mehlspeisen wird meist Sojamehl, Banane oder Apfelmus als Ersatz für Eier verwendet.

Auch die Versorgung mit Eisen stellt kein Problem dar. Veganer nehmen in der Regel mehr Eisen auf als Fleischesser. Auch wenn tierisches Eisen für den Körper leichter verwertbar ist als pflanzliches, kann dieses kleine Defizit durch die Aufnahme von Vitamin C ausgeglichen werden. Das gilt auch für den Kalziumbedarf: Große Anteile findet man in grünem Gemüse wie Brokkoli oder Kohlsprossen, weißen Bohnen und generell in Obst und Gemüse. Schwieriger ist es, was die ausreichende Aufnahme von Vitamin B12 betrifft, da dieses insbesondere in Leber und Milchprodukten vorkommt. Man kann jedoch mit B12-angereicherten Ernährungsergänzungen (z. B. angereicherte Sojadrink oder Reis-Drink) gegensteuern. Fazit ist auf jeden Fall, dass eine pflanzliche Ernährung gesund ist, wenn sie abwechslungsreich durchgeführt wird. Es gilt, auf seinen Körper zu hören und wie bei allem auf Maß und Ziel zu achten!

 

Veganer Schönheitsfehler

Für manche mag die Umstellung auf eine pflanzliche Ernährungsweise im sozialen Bereich als Herausforderung gesehen werden. Auswärts essen zu gehen, kann sich als kompliziert herausstellen (hier sei jedoch angemerkt, dass vegetarische/vegane Restaurants boomen wie noch nie). Einladungen von Freunden oder Familie werden mit Aussagen wie „Was soll ich denn bloß für dich kochen?“ ergänzt. Auch der schnelle Snack für zwischendurch ist meist das Wurstsemmerl oder der Käsekornspitz. ABER: vegan und vegetarisch werden immer „normaler“! Diverse Lokalführer und Internetplattformen (z. B. www.happycow.net) haben das „Wo gibt’s was feines Veganes?“ zum Hauptrecherchethema erklärt.

 

Regional – saisonal – vegan


Ohne Frage ist eine regionale und saisonale Kost die Idealform. Tatsache ist aber auch, dass wir in einem Land leben, das gerade im Winter und im zeitigen Frühjahr nicht den Himmel auf Erden punkto Obst- und Gemüsevielfalt widerspiegelt. So greift man in der kalten Jahreszeit auf Chinakohl, Rotkraut, Rote Rübe, Äpfel, Quitten, Radicchio, Champignons, Schwarzwurzeln, Kürbis, Weißkraut, Wirsing, Chicorée, Sellerie, Kohlsprossen, Kren, Pastinaken und ähnlich lange lagerbares Gemüse zurück. Selbstverständlich ist es nicht förderlich und notwendig, Lebensmittel, die auch bei uns produziert werden, aus dem Ausland zu beziehen. Aber diverse Hülsenfrüchte und Obstsorten sind eben leider nicht aus der Nähe zu beziehen. Zumindest sollte man beim Kauf dieser Produkte auf Fair-Trade- und Bio-Qualität Wert legen.

 

BUCHTIPP
Michaela und Jochen Russmann
„...ABER VEGAN!“
Verlag Russmann & Sohn, A4-Querformat
158 Seiten, mit ca. 70 Farbfotos
€ 24,95

Erscheinungstermin April 2013

Das Buch von Michaela Russmann (Soziologin/Gesundheitsexpertin, Kochbuchautorin einer Rohkostrezeptreihe) und Jochen Russmann (ausgebildeter Mediendesigner und Werkzeugmacher) zeichnet sich aus durch Originalität (auch wer vegan leben bzw. genießen möchte, muss nicht verzichten!) und durch Tradition (viele Rezepte wie Dillfisolen mit Erdäpfeln oder Gugelhupf erinnern an Gerichte von Oma – alle Zutaten sind leicht erhältlich). Die Rezeptfotografie ist authentisch und nicht verfälscht, da alles tatsächlich essfertig gekocht wurde und der Kunde keine Überraschung bei seinem Ergebnis erlebt. Das sehr ursprüngliche und dem aktuellen Trend nach Altbewährtem angepasste Design und der 100 %ige Geschmack aller vielfach im Alltag erprobten Rezepte sprechen für dieses Buch!

Kontakt und Information:
Michaela Russmann

E-Mail: office [at] rohgenuss [dot] at

 

Die folgenden Rezepte aus dem Buch von Michaela und Jochen Russmann geben einen kleinen Einblick, wie vielseitig und köstlich vegane Gerichte sein können. Die Fotos dazu stammen ebenfalls aus dem Buch, das im April 2013 erscheint.

Weitere Infos:

Veganen Käse selber machen

Vegane Rezepte - die besten Rezepte ohne tierische Zutaten

Vegan Backen ohne Milch und Ei 

 

Tofu richtig zubereiten