„Private Dinner“ nun auch in Wien

Immer mehr private Wohnungen verwandeln sich auch hierzulande in Nobelrestaurants. "Private Dinner" heißt der Trend aus den USA und Australien, der langsam auch Österreich erobert. Zwei Gastgeberinnen im Portrait.

Die Pionierin: Angelika Apfelthaler

 Vor rund drei Jahren hat sich Angelika Apfelthaler einen Traum erfüllt und bekocht seither 3–4 mal pro Woche ihre Gäste im „Dining Room“ des eigenen Hauses. Apfelthaler, die seit 2005 einen "Food Blog" führte musste einige Hürden wie die Befähigungsprüfung für die Gastronomie und die Erfüllung der gewerberechtlichen Auflagen überwinden sowie einen Umbau des Hauses vornehmen, ehe es 2007 losgehen konnte. Die Idee begeisterte und Apfelthaler wurde zur Vorreiterin des „Private-Dinner“. Nun hat sie die Geschichte ihres „Dining Room“ in ein Buch gefasst, garniert mit 12 Menüs nach Regionen oder Stimmungsbildern benannt und illustriert mit vielen Rezept- und Landschaftsfotos sowie Aufnahmen von Haus und Garten. Da die Autorin alle Arbeitsschritte alleine bewältigt, sind die Rezepte im Buch gut vorzubereiten. Risotto und Lasagnette lassen eine Vorliebe für Italien erkennen, die Schokoladewolkentorte gilt als legendäres Dessert. Nebenbei erzählt Angelika Apfelthaler Stück für Stück ihre persönliche Geschichte, die das Buch zur mitreißenden Lektüre werden lässt. Ein Werk, in dem so viel Liebe steckt, dass man über die manchmal leicht überladenen Seiten hinwegsehen kann.

Heute ist Angelika Apfelthalers „Dining Room“ längst kein Geheimtipp mehr, gilt es doch laut "Travel & Leisure“ als einer der zehn besten "World's Best Secret Dining Clubs".



Seit Anfang des Jahres führt Sibylle Fellner-Kisler das "Private Dinner" in Döbling

Die Idee, ein Restaurant in den eigenen vier Wänden zu eröffnen kam von ihrem Mann. Und auch Freunde ermutigten die leidenschaftliche Köchin und Mutter zweier kleiner Kinder zu diesem Schritt. Das Handwerk hat die gebürtige Kärntnerin im Betrieb ihrer Eltern in Pörtschach am Wörthersee gelernt, wo sie durch die harte Schule ihres Vaters ging. Zwei Weihnachtsfeiern im Dezember letzten Jahres waren dann der Startschuss zum eigenen privaten Restaurant. Doch der Weg bis zur Eröffnung war steinig. Erst nach Erfüllung vieler Auflagen, die mit enormen Ausgaben verbunden waren, gab die Wirtschaftskammer grünes Licht für das Vorhaben von Sibylle Fellner-Kisler. So wurde ein Teil der Wohnung zum stilvollen Restaurant, in dem die Gäste vorwiegend österreichische Spezialitäten wie Tafelspitz oder Zwiebelrostbraten genießen dürfen.

Drei Tage vor Besuch muss die Anmeldung erfolgen, denn vom Einkauf der Lebensmittel über Menü-Kreation und Tischdekoration bis zum Kochen und der Buchhaltung betreibt Fellner-Kisler das Restaurant alleine und ist nebenbei auch noch zweifache Mutter. Nach seinem Feierabend übernimmt ihr Mann den Service und die Cocktails.

Mehr zum Private Dinner…