80 kg Lebensmittel pro Einwohner landen im Müll

Bis zu 80 Kilo pro Einwohner und Jahr landen im Restmüll! Die Verschwendung von Nahrungsmitteln und Treibstoff ist unverantwortlich, denn 26.000 Hektar werden somit umsonst bewirtschaftet.

Das Ausmaß, in dem Lebensmittel in Österreich in den Müll geworfen werden, ist skandalös. Laut einer Studie der Universität für Bodenkultur sind es zwischen 83.000 und 166.000 Tonnen pro Jahr. Angesichts der Diskussion über die weltweite Nahrungsmittel- und Energieversorgung sollte uns klar sein, dass die ungebremste Verschwendung von Nahrungsmitteln und Energie unverantwortlich ist." Das sagte heute, Freitag, der ÖVP-Sprecher für Entwicklungszusammenarbeit, Abg. Franz Glaser anlässlich der heutigen Enquete "Biosprit" im ÖVP-Parlamentsklub in Wien.

Eine durch Biosprit ausgelöste Nahrungsmittelkrise herbeizureden, sei unredlich. "Den Ausschlag geben völlig andere weltwirtschaftliche Entwicklungen", so Glaser. "Zur Bewältigung akuter Hungerkrisen sind Lebensmittelhilfen auf jeden Fall die kurzfristig richtige Lösung. Um allerdings nachhaltig den Klimawandel einzudämmen und die Welternährung zu sichern, müssen die regionalen Wirtschaftskreisläufe gestärkt werden. Dazu ist der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energieträge in allen Teilen der Welt notwendig."

Erneuerbare Energie sei nicht das Problem, sondern Teil der Lösung des Problems, ist Glaser überzeugt. Die effiziente Nutzung der landwirtschaftlichen Produktion für Nahrungsmittel und Energie ist der Schlüssel dazu. "Das heißt aber nicht, dass Raubbau an der Natur getrieben werden darf, um Flächen für Energiepflanzen zu gewinnen. Genauso wenig ist es gutzuheißen, dass Biosprit oder seine Ausgangsstoffe über Kontinente hinweg transportiert werden. Erneuerbare Energie ist dann nachhaltig, wenn sie regional eingesetzt wird." Die Diskussion über Nahrungsmittel, Energie und Klimawandel sollte jedenfalls seriös geführt werden.

Studie: 13,5 Tonnen weggeworfene Lebensmittel pro Supermarkt
Laut Boku-Studie landen allein in Wien 40 Kilogramm original verpackte oder angebrochene Lebensmittel pro Einwohner und Jahr im Restmüll. Dazu kommen 40 Kilogramm Zubereitungs- und Speisereste. Die Lebensmittel, die allein in einer durchschnittlichen Supermarktfiliale weggeworfen werden, summieren sich im Jahr auf 13,5 Tonnen.
"Studien in anderen westlichen Ländern würden wohl zu ähnlichen Ergebnisse kommen", so Glaser. "Während in Afrika und Asien hunderttausende Menschen verhungern, sterben in den westlichen Ländern Tausende an Übergewicht. Weder aus moralischen noch aus ökonomischen und ökologischen Gründen lässt sich das rechtfertigen."
Die Produktion der weggeworfenen Lebensmittel beansprucht die Fläche von 26.000 Hektar, die man beispielsweise für erneuerbare Energieträger verwenden könnte. Hinzu kommt die Energie, die für die Produktion eingesetzt worden ist und damit sinnlos vergeudet wurde, machte Glaser aufmerksam.

Gefordert sei unter anderem auch die Lebensmittel-Logistik. "Muss man auch spätabends noch vor vollständig gefüllten Supermarktregalen stehen können?", so Glaser abschließend.