AGES-Projekt untersucht Bienengesundheit

Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) startet ein Projekt, um mögliche Zusammenhänge zwischen der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und Bienensterben abzuklären. Ein weiteres Ziel ist die Erhebung der Bienengesundheit in Österreich.

AGES - Pressesprecher DI Oskar WawschinekHintergrund ist das Bienensterben, das in Teilen Deutschlands (Rheinebene/Baden-Württemberg und Passau/Bayern) beobachtet wurde. Nach Erkenntnissen des Julius-Kühn-Instituts in Braunschweig dürfte die Ursache Abrieb des Pflanzenschutzmittelwirkstoffes Clothianidin sein, das als Beizmittel für den Maisanbau eingesetzt wird. In Österreich sind 2008 in diesem Zusammenhang nur wenige Meldungen über Bienenverluste im Institut für Bienenkunde der AGES eingelangt. Das AGES-Projekt umfasst, neben der Erhebung der möglichen Belastung der Bienen durch Pflanzenschutzmittelrückstände, auch die umfassende Analyse des Gesundheitszustandes betroffener Bienenvölker. Dabei wird es ein gemeinsames und abgestimmtes Vorgehen aller mit der Problematik befassten Einrichtungen geben. Auch der österreichische Imkersektor ist an der Durchführung eines derartigen Projektes interessiert und hat seine Mitwirkung zugesagt.
Für die nächste Anbausaison wird seitens der österreichischen Behörden, u.a. des Bundesamtes für Ernährungssicherheit, dafür Sorge getragen werden, dass die Ergebnisse der eingehenden Neubewertung bestimmter Saatgutbehandlungsmittel aus der BRD mit österreichischen Erkenntnissen abgestimmt werden und zum Wohle der Gesundheit von Menschen und Bienenvölkern Maßnahmen eingeleitet werden.

AGES: Schutz für Mensch, Tier und Pflanze
Die AGES nimmt im Auftrag der Republik Österreich vielfältige Aufgaben auf dem Gebiet der Gesundheit und Ernährungssicherheit wahr. Ihr Ziel: weniger Menschen, Tiere und Pflanzen werden krank. Dazu arbeiten sieben strategische Bereiche - Landwirtschaft, Lebensmitteluntersuchung, Veterinärmedizin, Humanmedizin, PharmMed, Kompetenzzentren und Risikobewertung; interdisziplinär zusammen. In 42 Instituten und Kompetenzzentren untersuchen, begutachten und kontrollieren 1400 ExpertInnen u. a. Saatgut, Lebensmittel, Arzneimittel, Tierseuchen und Infektionskrankheiten.

Weitere Infos: www.ages.at