AMA: Milchwirtschaft kann verstärkt mit Gentechnikfreiheit punkten

Die Signale am europäischen Milchmarkt sind wieder positiv. Frische, Qualität und Herkunft werden die überzeugenden Werte der heimischen Molkereien darstellen. Dazu kommt im ersten Halbjahr 2010 die Umstellung der gesamten Palette österreichischer Milchprodukte auf kontrollierte Gentechnikfreiheit.

Dr. Stephan Mikinovic, GF der AMA Marketing, und Kärntnermilch-GF Dir. Helmut Petschar bei der Pressekonferenz vor dem 1. AMA-Milchforum in Pörtschach.Die im heimischen Lebensmittelhandel gekauften Mengen an Milchprodukten sind derzeit insgesamt relativ stabil, berichtete AMA-Marketing-Geschäftsführer Dr. Stephan Mikinovic. Die klassische Frischmilch verliert dabei seit Jahren im Vergleich zur länger haltbaren ESL-Milch (ESL steht für „extended shelf life“ und bedeutet eine längere Haltbarkeit von 12-21 Tagen), die schon fast ein Drittel des Gesamtmarktes ausmacht. Leicht gestiegen ist auch der Anteil der Haltbarmilch. Erfreulich ist, laut Mikinovic, dass der Käse-Konsum wieder steigt. Im 2. Trimester 2009 wurde klar mehr Käse verkauft als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die österreichischen Konsumenten geben jährlich pro Kopf im Schnitt 39 Euro für Trinkmilch aus, rund 73 Euro sind es für Käse.

Damit sich die österreichische Milchwirtschaft auf den immer härter umkämpften In- und Auslandsmärkten weiterhin gut behaupten kann, muss sie sich mehr denn je auf ihre Stärken Frische und Herkunft konzentrieren. Als drittes wesentliches Kaufkriterium könnte die kontrollierte Gentechnikfreiheit zu einem Wettbewerbsvorteil der heimischen Molkereien - insbesondere auch auf den Auslandsmärkten - werden. Hier verfügt Österreich in Europa gewissermaßen über ein Alleinstellungsmerkmal.

Kärntnermilch Geschäftsführer Dir. Helmut Petschar sieht die kompromisslose Fortführung der österreichischen Qualitätsstrategie als richtiges Zukunftskonzept für die Molkereien. Die hohe österreichische Qualität und die schwierigen Produktionsstrukturen in der heimischen Landwirtschaft bedingen jedoch höhere Kosten. Daher seien "ständige Preisvergleiche mit billigen Diskont-Lebensmitteln aus dem Ausland, die keinesfalls unseren hohen Qualitätsstandards genügen, nicht zielführend", warnt Petschar. Der Handel solle, laut Petschar, diese Qualitätsstrategie mittragen und sich noch mehr auf das Hervorheben der Werte heimischer Milchprodukte konzentrieren.

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