Anti Aging - Ewige Jugend?

Der Begriff Anti-Aging bezeichnet Maßnahmen zur möglichst langen Verzögerung (oder sogar Verhinderung) des physiologisch natürlichen Alterungsprozesses des Menschen. Man findet ihn in der Medizin, in der Schönheits- und Kosmetik indus trie, in der Ernährungswissenschaft und in der Lebensmittel- sowie Nahrungsergänzungsmittelindustrie.

Von Daniela Grach

Genetik und Lebensstil 
In den Industrieländern hat sich die Lebenserwartung in der letzten Zeit deutlich erhöht, das maximal erreichbare Lebensalter, in etwa 120 Jahre, ist seit langer Zeit konstant geblieben. Dieses dürfte genetisch bestimmt sein und ist aktuell durch keine Maßnahmen beeinflussbar. Ziel der Altersforschung ist es, Möglichkeiten zu finden, die das Erreichen eines hohen Alters – und zwar in  Gesundheit – fördern. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass der körperliche Alterungsprozess durch mehrere Faktoren beeinflusst wird. Hierzu zählen einerseits die genetische Programmierung des Einzelnen, biochemisches Altern im Körper selbst (z. B. durch freie Radikale) und das hormonelle Altern (die Produktion gewisser Hormone nimmt im Laufe des Lebens ab), andererseits das Altern durch Lebensstil und Umwelteinflüsse.

Persönlicher Einfluss auf das Altern
Frühzeitige Alterungsprozesse im Sinne von Krankheitsentstehung und Einschränkung der Lebensqualität können durch Optimierung des persönlichen Lebensstils durchaus von jedem direkt beeinflusst werden und somit zu mehr Wohlbefinden im Alter beitragen. Negative Einflussfaktoren sind z. B. Tabakrauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Schlafmangel, Übergewicht sowie Stress.  Auch Verkehrslärm und Umweltverschmutzung tragen zu frühzeitigen körperlichen Alterungsprozessen bei.

Freie Radikale
Die Begriffe freie Radikale („Zellgifte“) oder Antioxidantien („Radikalfänger“) werden häufig im Zusammenhang mit Anti-Aging genannt. So genannte freie Radikale werden einerseits im Körper selbst durch Energiegewinnungsprozesse, Entzündungsreaktionen oder Immunabwehr gebildet, andererseits von außen beispielsweise durch Stress, hohe UV- und Infrarot-Strahlung, Chemikalien (Kunststoffe u. a.), Schadstoffe in Lebensmitteln, Medikamente, Luftverunreinigungen, Radio- und Chemotherapie sowie Zigarettenrauch gefördert. Ein Übermaß an freien Radikalen kann unsere Zellen schädigen und zu frühzeitigem Altern des Organismus führen sowie das Risiko für die Entstehung von Herzinfarkt, Schlaganfall, Arteriosklerose, Diabetes mellitus oder Krebserkrankungen erhöhen. Der Körper ist mit antioxidativen Schutzsystemen ausgestattet, um diese freien Radikale abzuwehren. Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Enzyme und weitere Schutzsysteme helfen, den oxidativen Stress zu verhindern oder zu unterbrechen, und Reparaturmechanismen helfen, Schäden zu beseitigen.

Antioxidantien
Die konstante Zufuhr von Vitamin E, Vitamin C, Carotinoiden, Flavonoiden, Polyphenolen, Selen und anderen Nahrungsinhaltsstoffen ist für diese antioxidativen Effekte notwendig. Hierfür sind Obst, Gemüse, Fisch und hochwertige Öle mit ungesättigten Fettsäuren optimale Lieferanten. Die Einnahme von Antioxidantiensupplementen (Nahrungsergänzungsmittel) hingegen wird wissenschaftlich widersprüchlich diskutiert. Teilweise kann diese Einnahme sogar zu negativen Auswirkungen bei speziellen Personengruppen (z. B. bei Rauchern) führen.

Optimale Anti-Aging-Ernährung
 Eine antioxidative Ernährungsweise mit der Bevorzugung pflanzlicher, gering verarbeiteter und biologischer Lebensmittel entspricht den allgemeinen Empfehlungen einer ausgewogenen Ernährung. Der tägliche Verzehr von vielseitigen Gemüse- und Obstsorten, Vollkornprodukten, (fettarmen) Milchprodukten und hochwertigen Pflanzenölen (z. B. Oliven-, Raps-, Leinöl, Nüsse und Samen), ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche sowie mäßiger Fleischverzehr helfen dabei, eine vorzeitige Alterung unserer Körperzellen zu verhindern sowie die Hirnfunktion zu stärken oder den Alterungsprozess der Haut (Faltenbildung) zu verlangsamen. Zudem zeigen Studien, dass eine moderate Kalorienreduktion von etwa 20–30% des Energiebedarfs positiv wirkt.

Fazit
Gesunde Anti-Aging-Maßnahmen, die außerdem ganz allgemein die Gesundheit fördern, sind ausgewogene Ernährung, die Vermeidung von Übergewicht, regelmäßige Bewegung, mäßiger Alkoholkonsum, die Vermeidung von negativem Stress, der Verzicht auf Tabakrauchen und auf lange Sonnenbäder.

 

Rezepte zum Thema

Süßkartoffelsuppe mit Äpfeln und Gemüse-Chips

Gemüse-Schafkäse-Lasagne

Kabeljau mit Joghurt-Kräutersauce

 

Weitere Infos

Anti Aging Rezepte

 

Gesund genießen Februar 2013