Bio stagniert erstmals - Convenience und Functional Food boomen

Der Lebensmittelmarkt hat sich 2008 trotz aller Preisturbulenzen gut weiterentwickelt. Die Diskonter sind die großen Profiteure am Frischemarkt während bei Bio-Ware erstmals nach Jahren ein leichter Rückgang zu verzeichnen ist. Convenience ist quer durch alle Produktgruppen klar im Trend.

Mit einem Zuwachs von 2,6% im letzten Jahr repräsentieren die Diskonter mittlerweile gut ein Drittel der Absätze im Frischebereich. "Die Grundbedürfnisse werden zum Großteil bei den Diskontern gedeckt. Zusatzkäufe erfolgen bei den Supermärkten, die mit attraktiven Industriemarken, die bei Hofer und Lidl nicht erhältlich sind, punkten", erläutert Barbara Köcher-Schulz, Leiterin der AMA-Marktforschung.

Die Bunte Palette (Frischedesserts, Milchmischgetränke, Joghurt mit Frucht) verzeichnete 2008, nicht nur durch Teuerungen, sondern vor allem durch die hohe Innovationskraft das größte Plus. Die Aktionsanteile sind 2008 über alle Warengruppen enorm angestiegen. 22% aller Waren wurden in Aktion verkauft. Im Jahr davor bewegte sich dieser Anteil noch bei 18%. Bio-Ware verzeichnete 2008, nach Jahren des Wachstums, erstmals einen leichten Rückgang im Wert von 0,1 Prozent. Solange die Preisunterschiede zwischen Bio-Ware und konventionellen Produkten gleich bleiben, entwickeln sich die Märkte parallel. Sobald sich allerdings der Preis der Bio-Ware auf höherem Niveau einpendelt, jener für konventionell erzeugte Ware sinkt, geht der Absatz der teureren Bio-Produkte zurück.

Convenience-Food liegt weiterhin im Trend. Je höher der Bequemlichkeitsfaktor eines Lebensmittels ist, umso mehr ist der Konsument bereit dafür zu zahlen. Auch der Trend zu Functional Food hält an. „Ein möglicher gesundheitlicher Mehrwert, der teuer kommuniziert wird, ist bares Geld wert. Die Konsumenten möchten sich das gute Gefühl erkaufen, bequem etwas für Gesundheit und Körper getan zu haben. Für Verarbeiter wäre es daher strategisch sinnvoll, auf Produkte mit Convenience-Anspruch zu setzen, weil hier der Preis eine geringere Rolle spielt“, analysiert Stephan Mikinovic, Geschäftsführer der AMA Marketing.

Internet: www.ama-marketing.at