Die B-Vitamine

Folsäure, B6 und B12 - Wichtig für viele Funktionen des Körpers

 

Folsäure (Folat)
 Folsäure ist die Bezeichnung für die synthetische Form des wasserlöslichen Vitamins der B-Gruppe. In Lebensmittel kommt es auf natürliche Weise in Form von Folat vor. In der Umgangssprache wird auch hierfür der Name Folsäure verwendet. Folsäure hat eine Reihe wichtiger Funktionen im menschlichen Körper. Das Vitamin ist an der Teilung und Neubildung von Zellen, beim Stoffwechsel bestimmter Aminosäuren (Eiweißbausteine) und der Bildung von Blutzellen beteiligt. Die Folsäure-Unterversorgung ist ein beinahe weltweites Problem. Folsäure spielt im Körper mit den Vitaminen B12, B6 und dem Mineralstoff Eisen im Stoffwechsel zusammen. Schwerwiegende Folgen eines Folsäuremangels während der Schwangerschaft können Schäden am Zentralnervensystem des Kindes (Neuralrohrdefekt) wie «Spina bifida» (offener Rücken) sein, d. h. der Rückenmarkskanal des Neugeborenen ist nicht geschlossen. Eine Unterversorgung mit Folsäure kann sich in Form von einer verringerten Anzahl roter Blutkörperchen (Folsäuremangelanämie) oder Wachstums- bzw. Vermehrungsstörungen der Zellen äußern. Weitere Folge kann ein erhöhter Homocysteinspiegel sein, was ein Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen (Arteriosklerose u.a.) darstellt. Folsäure ist gemeinsam mit den Vitaminen B6 und B12 am Homocysteinstoffwechsel (Senkung des Homocysteinspiegels durch Umwandlung in unschädliche Substanzen) beteiligt. Folsäure wird auch zur Linderung von Nebenwirkungen der Chemotherapie eingesetzt.


Folatreiche Lebensmittel sind beispielsweise Gemüsesorten wie grünes Blattgemüse (Salat, Spinat), Fenchel, Gurken, Paradeiser, Vollkornprodukte, Weizenkeime, Erdäpfel, Sojabohnen, Obstsorten, Hefe, Milch, Milchprodukte und Käse, Eier sowie Fleisch und Innereien. Eine ausgewogene Ernährung mit einem hohen Anteil an Vollkornprodukten, Gemüse und Obst ist ein wesentlicher Beitrag zur Folsäureversorgung. Personen mit einer veganen, also rein pflanzlichen, Ernährungsform weisen eine bessere Folsäureversorgung auf. Der Österreichische und der Deutsche Ernährungsbericht zeigen auf, dass aufgrund unserer Ernährungsgewohnheiten kaum die täglich empfohlene Menge aufgenommen wird. Für Frauen im gebärfähigen Alter wird daher eine Substitution mit Folsäuretabletten empfohlen (günstig sind hierbei Kombinationspräparate mit den Vitaminen B12 und B6). In manchen Ländern werden Grundnahrungsmittel mit Folsäure angereichert, z. B. Mehl in den USA, um eine flächendeckende ausreichende Versorgung der Bevölkerung zu erreichen. Eine Überdosierung (Hypervitaminose) mit folsäurereichen Lebensmitteln ist kaum möglich, bei Nahrungsergänzungsmittel und Medikamenten soll die vorgegebene Dosierung eingehalten werden.


Vitamin B6 (Pyridoxin)
Die Funktionen des wasserlöslichen Vitamins liegen vor allem im Aminosäurenstoffwechsel, Immunsystem, Nervensystem und der Funktionsfähigkeit gewisser Hormone. Mangelerscheinungen beim Gesunden sind bei einer ausreichenden Ernährung selten. Fasten, extreme Diäten, Alkoholmissbrauch oder Hungersituationen wie in Schwellenländern können Ursachen für einen Mangel darstellen, der zu entzündlichen Veränderungen an der Haut (Mund, Augen, Nase), Schleimhäuten, zu Einrissen im Mundwinkel (Mundwinkelrhagaden), Blutarmut, Leistungsschwäche und Müdigkeit führen kann. Weitere Störungen im Nervensystem können zu Bewegungsstörungen und Lähmungen führen.
Vitamin B6 kommt fast allen tierischen sowie pflanzlichen Lebensmitteln vor. Milchprodukte, Fleisch (Geflügel, Schweinefleisch), Fisch, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Erdäpfel, Nüsse, Vollkorngetreide und -produkte, Weizenkeime, Avocados u. a. sind gute Vitamin-B6-Quellen.

 

Vitamin B12 (Cobalamin)
Das Vitamin B12 übt wichtige Funktionen im Nervensystem, bei der Zellteilung und Blutbildung aus. Im Darm des Menschen kommen Mikroorganismen vor, die das Vitamin B12 bilden, dies ist für die Bedarfsdeckung jedoch nicht ausreichend. Ein gefüllter Vitamin-B12-Speicher kann bei erwachsenen Personen einige Jahre eine Mangelversorgung ausgleichen. Eine langfristige Unterversorgung kann schwerwiegende Folgen haben und zu Schäden des Nervensystems, Blutarmut und Störungen der Zellteilung im Knochenmark führen. Ein Risikofaktor hierbei ist vor allem eine vegane Ernährungsform, bei der jegliche tierische Produkte gemieden werden. Hier ist eine Substitution mit Vitamin B12 erforderlich. Störungen im Magen-Darm-Trakt können ebenfalls zu einem Vitamin-B12-Mangel beitragen. Hier kommt es zu einer verringerten Bildung eines bestimmten Eiweißstoffes, der die Aufnahme von B12 fördert, auch in diesem Falle muss Vitamin B12 substituiert werden.
Wichtige Lieferanten von Vitamin B12 sind Lebensmittel tierischer Herkunft wie Milch, Milchprodukte, Käse, Eier, Fisch, Fleisch; der Tagesbedarf eines Erwachsenen kann z. B. bereits mit einer kleinen Portion Hühnerfleisch oder einer halben Portion Rindfleisch gedeckt werden.

 

Von Daniela Grach

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