Die Herbstrübe

Die Herbstrübe ist eine der ältesten Kulturpflanzen und wird auch als weiße Rübe, Halm-, Stoppel-, oder Wasserrübe bezeichnet. Zuletzt geriet sie in Vergessenheit und wurde hauptsächlich als Viehfutter verwendet, doch nun erlebt sie auf unseren Tellern ein Revival.

 

Gesund und schmackhaft

Jene Generationen, die den Krieg nicht erlebten, stehen diesem Gemüse wieder offen und neugierig gegenüber und auch Spitzenköche haben die Rübe als köstliches Gemüse wiederentdeckt. Das Fruchtfleisch der Herbstrüben, deren herber Geschmack am ehesten zwischen Rettich und Kren liegt, ist saftig und fein. Außerdem ist die Herbstrübe der ideale Vitaminspender für den Winter. Neben einem hohen Gehalt an Vitamin C enthält sie Vitamin A, Folsäure, Kalium, Magnesium, Kalzium, Eisen und Jod.

 

Die enthaltenen Senföle haben eine antibakterielle Wirkung und mit über 90 % Wassergehalt ist die Herbstrübe das wasserreichste Wurzelgemüse. Es gibt viele Möglichkeiten, die Rübe für Gaumen und Auge gefällig zuzubereiten. Da Rüben jedoch Blähungen hervorrufen können, sollten sie beim Kochen mit Kümmel, Koriander und Lorbeerblättern gewürzt werden. Der charakteristisch erdige Geschmack wird durch die Zugabe von Zitronensaft oder Obstessig und Zucker gemildert.

Auch die jungen, bleichen Blätter, die eingelagerte Herbstrüben austreiben, wurden als Gemüse verwertet, weil früher während der kalten Jahreszeit kaum frisches Blattgemüse erhältlich war.

Botanisch zählt die Herbstrübe wie der Kohlrabi und die Kohlrübe (Steckrübe) zu den Kohlgewächsen. Die Bezeichnungen Halm- und Stoppelrübe gehen auf den ursprünglichen Anbau der Rübe zurück, die direkt nach der Getreideernte im Juli in das Feld gesät wurde. Da die Rübe raschwüchsig ist und bereits im Herbst wieder geerntet werden kann, wird sie auch Herbstrübe genannt.

Die ältesten europäischen Samenfunde der Herbstrübe gehen bis in die Steinzeit zurück. Auch lange danach galt die Herbstrübe im europäischen Raum als wichtiges Grundnahrungsmittel. Mit der immer besser werdenden Wirtschaft wurde sie jedoch nach dem Krieg von anderen Gemüsesorten verdrängt. Die Menschen hatten sie „über“ und verbanden den Geschmack und den Geruch der Rübe mit der Armut vergangener Tage.

Lediglich in höheren Lagen Österreichs hatte ihr Anbau noch eine gewisse Bedeutung. Ein herausragendes Beispiel für die beständige Nutzung der Herbstrübe ist die Wildschönau in Tirol, dort werden die Rüben nicht nur sauer eingelegt oder anders zubereitet genossen, sondern man brennt aus ihnen Schnaps, den berühmten „Krautinger“. Das Privileg dazu hat bereits Kaiserin Maria Theresia den Wildschönauern erteilt, nun ist die Herbstrübe das Leitprodukt der GenussRegion „Wildschönauer Krautingerrübe“.

 

Frische Rüben sind von Oktober bis April meist auf Gemüsemärkten oder in Ab-Hof-Läden verfügbar, aber auch gut sortierte Gemüseabteilungen im Supermarkt bieten die robusten Knollen an. Ideal ist die Lagerung in einem Erdkeller, aber auch im Gemüsefach des Kühlschranks sind die Rüben einige Tage haltbar.

 

In der Schweiz werden nach dem Einbringen der letzten Ernte aus den Herbstrüben Laternen geschnitzt. Die an Schnüren befestigten „Räbenlichter“ werden im Rahmen eines Umzugs durch die Straßen getragen, danach werden sie in die Fenster gestellt, bis die Kerzen heruntergebrannt sind. Der Lichter- Umzug wird meist im November gefeiert, ähnlich wie hierzulande das Martinsfest.

Im Burgenland wird die Herbstrübe seit einigen Jahren wieder intensiver kultiviert. Einige Bauern haben sich auf ihren Anbau spezialisiert und bieten die Rüben ab Hof an.

Die folgenden Rezepte stammen von Seminarbäuerin Elisabeth Aufner, Rübenproduzentin und Direktvermarkterin.

 

Rezepte:

Herbstrübensuppe

Herbstrübensuppe

 

Herbstrüben-Salat

Herbstrüben-Salat

 

Glasierte Rüben mit gebratenem Forellenfilet

Glasierte Rüben mit gebratenem Forellenfilet

 

Gezogener Strudel mit weißen Rüben

Gezogener Strudel mit weißen Rüben

 

Pikanter Blechkuchen

Pikanter Blechkuchen

 

 

Weitere Infos:

Weiße Rübe Rezepte