Die Süßkartoffel

Batate, Süßkartoffel, Knollenwinde oder Ipomoea batatas wird die bunte, unförmige Knolle genannt, die weltweit als eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel gilt. Hierzulande gewinnt sie an Beliebtheit und ist immer häufiger in Supermärkten und in den heimischen Küchen zu finden. Auch wenn sie den Namen Süßkartoffel trägt und unseren Erdäpfeln ähnlich sieht, ist sie mit ihnen nicht verwandt. Die Batate gehört zur Familie der Windengewächse und ist auch nicht mit der Topinambur zu verwechseln.

Von Daniela Grach

Die verschieden geformten Knollen der Süßkartoffel sind bis zu 30 Zentimeter lang und können in südlichen, tropischen Anbaugebieten bis zu 3 Kilogramm auf die Waage bringen. Die in unseren Breiten angebauten Knollen fallen kleiner und leichter aus.

 

Wertvoller Vitaminlieferant

 Die Farbpalette der Schale sowie des Fruchtfleisches reicht von weißlich, gelblich, bräunlich bis zu purpurrot. Die Konsistenz ist leicht mehlig. Der relativ hohe Anteil an Zucker verleiht ihr den süßlichen Geschmack. Der Stärke- sowie Zuckergehalt variiert je nach Anbaugebiet und Standort. Das stärkereiche Lebensmittel (Batate- oder Süßkartoffelstärke) enthält bei 100 Gramm rund 110 Kilokalorien, 25 g Kohlenhydrate, 2 g Eiweiß, 4 g Ballaststoffe und nur 0,5 g Fett. Weiters liefert die Süßkartoffel beispielsweise wertvolle B-Vitamine (inklusive Folsäure), Vitamin A, E und C, Kalzium, Eisen und Zink. Die Süßkartoffel enthält allerdings auch die toxikologisch unerwünschte Blausäure, die jedoch durch den den Garprozess unschädlich wird. Forscher fanden in der Batate, vorwiegend in der Schale, den Inhaltsstoff Caiapo, welchem eine blutzuckerregulierende und cholesterinsenkende Wirkung zugeschrieben wird. Für die bunte Färbung der Süßkartoffel sind Antioxidantien wie Carotinoide und Anthocyane verantwortlich. Diese weisen antientzündliche und antioxidative Wirkungen für den menschlichen Körper auf und werden zur Vorbeugung von Rheuma, Alzheimer, Arteriosklerose u. a. eingesetzt. Neben der unterirdischen Knolle können auch die spinatähnlichen Laubblätter als Nahrungsmittel verzehrt werden.


Vielseitig einsetzbar

Die wärmeliebende Batate stammt ursprünglich aus Südamerika und wurde bereits von präkolumbianischen Inkakulturen angebaut. Im 16. Jahrhundert dürfte sie, wie die Kartoffel, nach Europa gebracht und in Folge auch im südostasiatischen Raum verbreitet worden sein. Heute werden Süßkartoffeln in tropischen und subtropischen Gebieten Asiens, Afrikas und Amerikas angebaut, in Europa vorwiegend in Italien, Spanien und Portugal. Nach Erdäpfeln und Maniok ist die Süßkartoffel, mit einer globalen Jahresernte von ca. 120 Tonnen, am dritten Platz der Weltproduktion von Wurzel- und Knollennahrungspflanzen. Der größte Produzent ist China.
Die Pflanze bevorzugt Temperaturen über 20 °C und wird in Erdhügeln oder Erdwällen gepflanzt. Bei Temperaturen unter 10 °C stoppt sie das Wachstum und stirbt bei Frost rasch ab. Daher werden die Knollen vor dem ersten Frost geerntet. Als optimale Temperaturen für die Lagerung werden 12–14 °C genannt, jedoch nicht unter 5 °C. Aufgrund ihres hohen Wassergehalts ist die Süßkartoffel nur begrenzt lagerfähig. Optimale Bedingungen dafür stellen kühle, trockene und dunkle Kellerräume oder trockener Torf dar, jedoch nicht der Kühlschrank. In tropischen Anbaugebieten wird die Süßkartoffel immer nur nach Bedarf ausgegraben, so ist sie am längsten lagerfähig.
Das hochwertige Lebensmittel ist vielseitig einsetzbar und bietet zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten. Süßkartoffeln können wie unsere Erdäpfel in geschälter Form gebraten, gekocht, gebacken, frittiert, püriert, überbacken oder auch mit der Schale im Ofen gegart werden.


Weltweit verbreitet

In Peru sowie in Neuseeland und anderen pazifischen Inseln wird die Süßkartoffel Kumara genannt. Daraus leitet sich eine kulinarische Köstlichkeit, die Kumara Fries, Pommes frites aus Süßkartoffeln, ab. Süßkartoffeln werden in der asiatischen Küche zu Nudeln, Süßspeisen und typischen alkoholischen Getränken verarbeitet. In den USA gehört die gebackene Süßkartoffel zum traditionellen Thanksgiving-Essen. Die zubereiteten Blätter der Süßkartoffel sind in Afrika eine beliebte Beilage zu Fleisch. Auch bei Diäten zur Gewichtsreduktion wird die Süßkartoffel, aufgrund des guten Sättigungswerts, gerne angeboten. In der Tierhaltung ist die Süßkartoffel als nährstoffreiches Futtermittel beliebt. Sie wird zudem als Zierpflanze im Garten oder an Hausmauern geschätzt.

Gesund genießen Februar 2012

 

Rezepte zum Thema:

Schaumsuppe von Süßkartoffeln mit rosa Champignons

Gebratenes Forellenfilet auf Süßkartoffelpüree und violettem Püree

Süßkartoffelcreme