Direktvertrieb bäuerlicher Produkte boomt

Hohe Lebensmittelqualität und Vertrauen in bäuerliche Produktion veranlassen bereits rund 70% der Konsumenten direkt beim Bauern einzukaufen.

Direktvermarkter-Obmann KR Anton Heritzer, Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich und "Gutes vom Bauernhof"-Direktvermarkterin Maria Wurzer bei der Pressekonferenz zu "10 Jahre Gutes vom Bauernhof". Mit der zunehmenden Globalisierung der Märkte kommt gerade regionalen Produkten eine immer größere Bedeutung zu. Die Konsumenten schätzen die vorzügliche Qualität und den unvergleichlichen Geschmack der Produkte. Außerdem sind Transparenz und Rückverfolgbarkeit der Herstellung überzeugende Argumente für den Einkauf beim Bauern. Mit der Marke „Gutes vom Bauernhof“, die für die Verwendung hofeigener Rohstoffe und die Verarbeitung durch die Bäuerin oder den Bauern steht, konnte das Vertrauen der Konsumenten in die bäuerliche Lebensmittelproduktion zusätzlich gestärkt werden.

Die Wirtschaftsleistung der bäuerlichen Produktion ist ebenfalls beachtlich. „Insgesamt werden rund 300 Mio., das sind 6% der gesamten Haushaltsausgaben für frische Lebensmittel, ab Hof, auf Märkten oder durch bäuerliche Zustelldienste umgesetzt“, so die erfreuliche Bilanz von Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich, zum Thema „10 Jahre Gutes vom Bauernhof“.

Die Ergebnisse der Direktvermarkter-Studie, die von Keyquest-Marktforschung durchgeführt wurde, bestätigen den Erfolg des Einkaufs beim Direktvermarkter. 27% der Konsumenten kaufen regelmäßig direkt beim Bauern, weitere 28% zumindest einmal im Monat. Am liebsten werden Eier, Kartoffeln, Obst, Gemüse und Fleisch direkt am Hof gekauft, während die klassischen Direktvermarktungs-Produkte wie Frischmilch und Frischfleisch etwas an Bedeutung verlieren.

Der Einkauf beim Bauern garantiert aber nicht nur beste Qualität sondern schont auch die Geldbörse. Doch Preisabweichungen zum Lebensmittel-Einzelhandel von bis zu 30% sind, laut eigenen Angaben, nur für rund 5% der Konsumenten ein Grund direkt beim Bauern einzukaufen.

Für 31% der Konsumenten ist der Weg zum Bauern zu umständlich – sie kaufen nie beim Direktvermarkter ein. Diesen 31% soll eine Kooperation der österreichischen Direktvermarkter ab nun den Zugang zu bäuerlichen Schmankerln erleichtern. Ziel der Kooperationsprojekte ist es, das Angebot zu bündeln, damit man den Bedürfnissen der Konsumenten noch besser nachkommen kann. Erfreuen sich schon jetzt bundesweit „Bauernecken“ im Lebensmittelhandel zunehmender Beliebtheit, so soll in Zukunft in örtlichen Geschäften verstärkt in eigenen Bereichen die komplette bäuerliche Produktpalette angeboten werden. Weiters erleichtern die Direktvermarkter-Datenbank unter www.gutesvombauernhof.at und bei den Landesverbänden der Direktvermarkter erhältliche Broschüren mit Adressen den Konsumenten die Suche nach dem nächsten Bauernladen oder Bauernmarkt.

Wlodkowski betonte zudem die Bedeutung der bäuerlichen Direktvermarkter als Botschafter der Landwirtschaft. Im persönlichen Gespräch könnten schließlich wichtige Informationen über die moderne Landwirtschaft, aber auch ökologische und ökonomische Vorteile des Einkaufs beim Bauern am effektivsten den Verbrauchern nähergebracht werden.

Würden die Österreicher um 10% mehr bäuerliche Produkte aus der Region kaufen, könnte das Bruttoinlandsprodukt jährlich um rund 2,7 Mrd. Euro gesteigert werden. Zusätzlich könnten dadurch 17.000 Arbeitsplätze geschaffen werden, ging Wlodkowski abschließend auf den wirtschaftlichen Aspekt des bäuerlichen Direktvertriebs ein.