Eisen & Zink

zwei lebensnotwendige Spurenelemente

 

 

Eisen (Ferrum, Fe)
Das lebensnotwendige Spurenelement Eisen spielt eine wichtige Rolle bei allen Stoffwechselvorgängen, bei denen Sauerstoff benötigt wird. Es ist zur Bildung von Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff und wichtigen Faktor beim Sauerstofftransport, notwendig. Eisen ist Bestandteil von Enzymen sowie anderen Proteinen und trägt wesentlich zur Energiegewinnung in den Zellen bei. Weiters findet man Eisen im Myoglobin, dem Sauerstoffspeicher der Muskeln, in der Leber, in der Milz sowie im Knochenmark.

Die Aufnahme von Eisen im Dünndarm ist schwierig, und täglich kann nur eine geringe Menge zum Ausgleich der Verluste resorbiert werden. Zahlreiche Faktoren wie Medikamente, Kalzium, Magensäure und Inhaltsstoffe von (schwarzem) Tee können die Aufnahme einschränken. Um Eisenverluste zu vermeiden, gibt es im Körper eisenbindende Eiweißmoleküle wie beispielsweise Ferritin, die Speicherform von Eisen. Bei einem Eisenmangel wird zur Mobilisierung der Eisenreserven vermehrt Transferrin gebildet, das für den Eisentransport im Blut zuständig ist. Ist das Ferritin im Blutserum erniedrigt, gilt dies ebenfalls als Zeichen für einen Eisenmangel. Um den Eisenhaushalt beurteilen zu können, werden im Labor die Konzentrationen beider Stoffe bestimmt. Ursachen für einen Eisenmangel können unter anderem Blutungen, Nierenfunktionsstörungen, Erkrankungen wie beispielsweise Morbus Crohn (entzündliche Darmerkrankung) oder Zöliakie, chronische Entzündungen, bösartige Tumorerkrankungen, ein Folsäuremangel oder eine unausgewogene Ernährung sein. Symptome bei Eisenmangel sind Müdigkeit, verminderte Konzentration, körperliche Schwäche, Schwindelgefühl, Einrisse an den Lippen und Mundwinkeln, Veränderungen der Rachenschleimhaut und eventuell Wachstumsstörungen bei Haaren und Nägeln. Die Folge eines schweren Eisenmangels ist die Blutarmut (Anämie). Der tägliche Eisenbedarf für erwachsene Männer liegt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DACH-Referenzwerte) bei 10 mg, für Frauen bei 15 mg (u. a. aufgrund der Menstruationsblutung).
Sowohl tierische Lebensmittel, vor allem Fleisch und Innereien, als auch pflanzliche wie Vollkornmehl, Getreideprodukte, Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen u. a.), Blattgemüse, Brokkoli oder Kohl, frische oder getrocknete Marillen, Kürbiskerne, Sesam, Weizenkeime und Nüsse enthalten Eisen, wobei das Eisen aus Fleisch besser verwertet werden kann. Daher ist die Kombination von pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln günstig. Die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin C zu den Mahlzeiten verbessert die Eisenresorption. In der Schwangerschaft verdoppelt sich der Eisenbedarf, und eine ausreichende Versorgung ist für die Entwicklung des Kindes von großer Bedeutung. Bei einem Eisenmangel während der Schwangerschaft ist das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen erhöht sowie das Geburtsgewicht des Kindes meist erniedrigt. Eine Überdosierung von Eisen ist auf natürlichem Wege über die Ernährung kaum möglich. Eine Eisenüberladung des Organismus kann im Rahmen von Eisenspeichererkrankung sowie bei einer unkontrolliert hohen Zufuhr von Eisen mittels Präparaten oder Injektionen auftreten.

 

Zink (Zn)
Das Spurenelement Zink ist Bestandteil zahlreicher Enzyme und an vielen Prozessen im menschlichen Körper beteiligt. Es wird für den Aufbau der DNA sowie für die Neubildung von Gewebe benötigt. Es ist lebensnotwendig für ein normales Wachstum und die Entwicklung im Kindesalter. Weitere wichtige Funktionen hat es für das Immunsystem, die Fruchtbarkeit und die sexuelle Entwicklung, die Augen und die Haut, den Auf- und Abbau von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß, die Energieproduktion, die Wirkung verschiedener Hormone (z. B. Insulin, Schilddrüsenhormone) sowie für das Geschmacksempfinden und den Appetit. Zink wirkt zudem entzündungshemmend.

Es muss über die Nahrung zugeführt werden, da es vom Körper selbst nicht gebildet werden kann. Als empfohlene tägliche Zufuhr laut DACH-Referenzwerten gelten für erwachsene Männer 10 mg und für Frauen 7 mg. Mit einer ausgewogenen Ernährung kann der Zinkbedarf gedeckt werden. Gute Quellen für Zink in der Nahrung sind Fleisch, Fisch, Eier, Milch, Milchprodukte, Käse sowie Vollkornprodukte, Nüsse und Hülsenfrüchte. Zink aus tierischen Lebensmitteln wird generell besser verwertet als jenes aus pflanzlichen. Ursachen für einen Mangel können Resorptionsstörungen im Darm, Alkoholismus, einseitige Ernährung, Nierenerkrankungen, Leberentzündungen, Diabetes mellitus, chronischer Durchfall oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen sein. Der Bedarf ist in der Schwangerschaft und Stillzeit deutlich erhöht. Mangelerscheinungen können Stoffwechselstörungen, eine geschwächte Immunabwehr, entzündliche Hautveränderungen, Haarausfall, Appetitverlust, Nachtblindheit, Unfruchtbarkeit, verminderte Wundheilung, Leistungsminderung und Wachstumsstörungen bei Kindern sein. Ein hoher Konsum an Schwarztee und Kaffee sowie eine hohe Zufuhr an Eisen, Kalzium, Kupfer oder Kadmium kann die Resorption von Zink im Dünndarm verringern. Die gleichzeitige Aufnahme von Eiweiß oder Vitamin C kann die Wirksamkeit von Zink hingegen verbessern. Eine Zinkvergiftung aufgrund einer Überdosierung mittels Präparaten oder Injektionen kann zu Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen führen, ist jedoch sehr selten. Eine langfristige übermäßige Zinkzufuhr durch Nahrungsergänzungsmittel kann das Immunsystem schwächen, die Aufnahme von Eisen und Kupfer verschlechtern sowie den Cholesterinspiegel negativ beeinflussen.

 von Daniela Grach

 

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