Eiskalt erwischt – Vanilleeis im Test

In Vanilleeis stecken oft weniger Vanilleschoten als vermutet, oft Pflanzenfett statt Milchfett und manchmal jede Menge Luft, wie ein Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) in Kooperation mit der AMA-Marketing zeigte.

 Untersucht wurden 22 verpackte sowie fünf offene Vanilleeis-Proben (von den Wiener Eissalons am Schwedenplatz, Tichy, Zanoni und Eis-Greissler, sowie von McDonald’s).
„Mit dem Test wollten wir gemeinsam mit dem VKI aufzeigen, dass nicht immer Milch drinnen ist, wo man es auch erwarten würde“, erklärt DI Martin Greßl, Leiter des AMA-Qualitätsmanagements. Statt Milchfett verwenden Unternehmen zunehmend Pflanzenfett, das in der Herstellung bedeutend billiger ist. Der Clou laut VKI-Geschäftsführer Ing. Franz Floss: „Wenn das Eis nicht in Österreich hergestellt wird, muss es nicht als Pflanzenfetteis deklariert werden. Meist wird das Eis in Deutschland hergestellt.“ Als Begründung geben die Hersteller den im Vergleich zum Milchfett neutraleren Geschmack an, der eine neue Zielgruppe erschließen soll. Auch Kunden würden sich ausdrücklich Pflanzenfett im Eis wünschen. Im Vanilleeis von Botterbloom, Clever, Eisstern, Eskimo, Grandessa, Jeden Tag, Mövenpick, Rios und S-Budget steckt laut VKI-Untersuchung kein reines Milcheis. Doch egal wo das Eis produziert wird, die Verwendung von pflanzlichen Fetten statt Milch sollte eindeutig gekennzeichnet sein, damit sich der Konsument bewusst dafür oder dagegen entscheiden kann.

 Mehr Klarheit wäre auch hinsichtlich der Verwendung von Vanille bzw. Vanillearomen wünschenswert. Vanilleeis darf sich so nennen, wenn als Zutat Bestandteile der Vanillepflanze verwendet wurden. Die Bezeichnung „Eis mit Vanillegeschmack“ heißt, dass zumindest
teilweise künstliches Aroma eingesetzt wurde. Beschönigende Abbildungen und gemahlene extrahierte Vanilleschoten, die kaum Aroma besitzen, jedoch für schwarze Pünktchen im Eis sorgen, suggerieren die Verwendung hochwertiger Vanille. Bei mehr als einem Drittel der getesteten verpackten Proben wurden extrahierte Vanilleschoten in den Zutatenlisten gefunden. Nicht wenige der getesteten Eisproben enthalten überdies Zusatzstoffe. Das Vanilleeis von Botterbloom, Spar und S-Budget weist eine wesentlich geringere Dichte auf, d. h. in diesen Produkten steckt viel Luft.

Nur für zwei von 22 Eispackungen (Spar Premium, Spar Natur pur) kommen die Zutaten aus Österreich. Diese beiden Produkte werden im Inland produziert und enthalten auch heimische Rohstoffe. Die Fast-Food-Kette McDonald’s setzt ebenfalls auf Österreich – ebenso die Eissalons am Schwedenplatz und Tichy.

Positiv: In keiner Probe wurden gesundheitsschädliche Keime wie Listerien oder Salmonellen gefunden. Zwei Produkte (Vanilleeis von Ja! Natürlich und vom Eisgeschäft Schwedenplatz) wiesen aber erhöhte Keimzahlen auf. Testsieger bei den verpackten Produkten ist das Bio-Vanilleeis von Dennree, bei den offenen Produkten jenes von Tichy.

Details zum Test: www.konsument.at

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