Erdäpfel

Im Almtal, idyllisch gelegen, machte einst die Erdäpfel-Pension“ von sich reden. Gegründet und geführt
wurde diese von Ulrike Haunschmid, einer Verfechterin der vielfältigen positiven
Auswirkungen von Erdäpfeln auf Gesundheit, Vitalität, Schönheit und Wohlbefinden.
In ihrem kürzlich erschienenen Buch „Erdapfel – das Universalgenie“ beschreibt sie,
wie sie gemeinsam mit Ärzten Kuren, Behandlungen, Diäten und Wohlfühltipps entwickelt
hat, bei denen sich natürlich alles um den Erdapfel dreht.


Der Erdapfel, eines der Grundnahrungsmittel in unserer
Klimazone, ist ein notwendiger und wichtiger, nicht mehr wegzudenkender
Bestandteil der Ernährung. Sein hoher Wert als Nährstofflieferant, Gesund- und
Schlankmacher ist mittlerweile bekannt. Er dient jedoch auch Spitzensportlern
als ideales Kraft-Nahrungsmittel und wird als Wundermittel für die Schönheit
eingesetzt.

„Überlebensmittel“ Erdapfel

Theoretisch könnte der Mensch allein von Erdäpfeln leben,
weil etwa 500 g Erdäpfel alles enthalten, was unser Körper als „Treibstoff“ für
den Tag braucht.

100 g Erdäpfel enthalten:

77,8 g Wasser

15,4 g Kohlenhydrate

2,5 g Ballaststoffe

2,0 g hochwertigstes Eiweiß

0,1 g Fett

0,5 g Mineralstoffe

445,0 mg Kalium

22,0 mg Vitamin C

0,11 mg Vitamin B1

0,05 mg Vitamin B2

0,31 mg Vitamin B6

0,4 mg Vitamin K

25,0 mg Magnesium (wichtig für die Nerven)

9,0 mg Kalzium (für den Knochenaufbau)

3,0 mg Natrium

50,0 mg Phosphor

1,0 mg Eisen

0,34 mg Zink

 

Erdäpfel bestehen also hauptsächlich aus Wasser (wichtig für den Stoffwechsel) –
die übrigen Inhaltsstoffe ergeben ein hochwertiges Konzentrat an Heilmitteln.
Die komplexen Kohlenhydrate (früher
zu Unrecht als Dickmacher verschrien) liefern rasch Energie und halten im
Gegensatz zu den einfachen Kohlenhydraten den Blutzuckerspiegel stabil; wegen
ihres hohen Stärkeanteils sättigen sie lang. Die Ballaststoffe unterstützen die Verdauung. Erdäpfel sind besonders
reich an Kalium (macht den Erdapfel
zu einem basischen Nahrungsmittel, Schlankmacher, entwässert) sowie an Magnesium (hilfreich bei Stressabbau). Diese
beiden und weitere wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalzium,
Phosphor, Natrium, Eisen oder Fluorid machen die „tolle Knolle“ zum
Allround-Heilunterstützer.

Den Beinamen „Zitrone des Nordens“ hat der Erdapfel aufgrund
seines Vitamin-C-Gehalts
(Ascorbinsäure; Abwehr von Infekten, fördert die Konzentrations- und
Leistungsfähigkeit). 400 g Erdäpfel decken den Tagesbedarf an Vitamin C, und im
Gegensatz zu anderen Nahrungsmitteln kann bei kurzfristiger Erhitzung der
Vitamin-C-Gehalt sogar noch zunehmen, da es von einem besonderen Schutzstoff
begleitet ist. Die Vitamine der B-Gruppe,
wie B1, B2, B6, stärken unsere Nerven, steigern die Sehkraft, festigen die Fingernägel
und pflegen die Haare und die Haut. Erdäpfel liefern wertvollstes, hochwertigstes Eiweiß (essentielle
Aminosäuren). Weil der Körper eine Mischung aus pflanzlichem und tierischem Eiweiß
am besten verwertet, ist vom gesundheitlichen Standpunkt eine Kost aus
Erdäpfeleiweiß und Milch oder Ei am wertvollsten.

Heilungsunterstützende Wirkung

Mediziner, Ernährungswissenschaftler und Forscher erkennen die
unterstützende Heilkraft des Erdapfels an. Ulrike Haunschmid beschreibt in
ihrem Buch zahlreiche Erkrankungen und Beschwerden, bei denen der Erdapfel helfen
kann; verschiedenste Anwendungsanleitungen finden sich im Buch im Kapitel
Therapien. (Wir bringen hier nur einige Beispiele, viele weitere Behandlungsvorschläge
bei verschiedensten Beschwerden finden Sie im Buch.)

Nierensteine:
Einige Erdäpfel gut waschen und in 2 Liter Wasser kochen. Wenn die Erdäpfel weich
sind, das Kochwasser nüchtern oder über den Tag verteilt trinken.

Bluthochdruck
(Hypertonie):
Auslöser von erhöhtem Blutdruck kann u. a. zu viel Kochsalz (Natrium)
im Essen sein. Weil der Erdapfel eines der natriumärmsten, aber ein
kaliumreiches Nahrungsmittel ist, häufig „Erdäpfeltage“ einschalten.

Entzündungen der Magenschleimhaut und Magengeschwüre, Darmleiden, Gastritis, Übersäuerung, Sodbrennen: Am besten morgens ein Glas frisch gepressten Erdapfelsaft, verdünnt
mit Wasser (man kann Karotte zur Geschmacksverbesserung mitpressen) oder
ungesalzenes Erdäpfel-Kochwasser trinken.

Magen- und Darmkatarrh, Durchfall: 2−3 Tage lang Erdäpfelbrei (ohne Salz und Fett, mit
Kochwasser statt Milch zubereitet) in kleinen Portionen zu sich nehmen.

Verstopfung: 1 ⁄ 16 l frisch gepressten Erdäpfelsaft 4−6 Mal täglich trinken (1 Monat lang), ev.
mit rohem Apfel-, Karotten- oder Zitronensaft mischen.

Rheuma und Arthritis: Bei dieser Erkrankung sollte auf Erdäpfelkost mit Gemüse umgestellt werden.
Tipp: jeden Morgen reines Kochwasser von frisch gekochten Erdäpfeln trinken.
Bäder aus ausgekochten Erdäpfelschalen helfen ebenfalls.

Sonnenbrand: Rohe Erdäpfelscheiben auf die Haut legen, das lindert den Schmerz und fördert die
Heilung.

Blaue Flecke, Schürfwunden, Schnittwunden: Erdäpfel halbieren und das Fruchtfleisch auf die
betroffenen Stellen legen.

Bienen- oder Insektenstiche: Den rohen Erdapfel auseinanderschneiden und die Schnittfläche auf den Stich
legen. Das wirkt schwellungslindernd, dämpft den Schmerz und reduziert den Juckreiz.
Bei roten Flecken nach einem Insektenstich rohe, geriebene Erdäpfel auflegen.

Erkältungen, Halsschmerzen, Nebenhöhlenentzündung: Handtuch über den Kopf und die aufsteigenden Dämpfe
von heißem Erdäpfelwasser einatmen.

Schmerzen in den Händen und Füßen, Durchblutung – zarte Haut: Rohe Erdäpfelschalen in Wasser
so lange auskochen, bis sich die Stärke herauslöst. Im Kochsud (so heiß, wie es
auszuhalten ist) die Hände und die Füße baden.

 

Gesund, schlank und vital mit einer Erdäpfelkur

Erdäpfelkost ist die wirksamste Ausgleichskost bei
entgleisten Stoffwechselabläufen und bei einem Ungleichgewicht des
Säure-Basenhaushaltes. Deshalb und aufgrund ihres hohen Kalium- und geringen
Kaloriengehalts sind Erdäpfelkuren oder Erdäpfeltage eine gesunde Form, um
abzunehmen oder zu entschlacken.

Kurarzt MR Dr. Kraml empfiehlt daher, den Erdapfel als
Basisnahrungsmittel wieder mehr in den Vordergrund zu stellen und wesentlich
mehr davon zu essen, allerdings bei einer mengenmäßigen Umschichtung (Erdäpfel
als Hauptspeise, Fleisch nur als Beilage). Dies ist auch der Grundgedanke der
Erdäpfeldiät, bei der jede Mahlzeit überwiegend aus Erdäpfeln (ungesalzen!)
besteht und Salate, Gemüse, Pilze, aber auch leichte Saucen, Fisch und
Molkereiprodukte mengenmäßig untergeordnet werden, die Speisen jedoch
abwechslungsreich und schmackhaft machen.

Durch eine Erdäpfeldiät werden Blutzucker, Blutfette, Harnsäurewerte
im Blut, Nieren und die Leberfunktion günstig beeinflusst. Besondere Pluspunkte
einer Erdäpfelkur sind das lang anhaltende Sättigungsgefühl trotz reduzierter Kalorienaufnahme,
die Entwässerung durch den minimalen Natrium- und hohen Kaliumgehalt (Kreislaufentlastung
und Blutdrucksenkung), die leichte Durchführbarkeit auch im Berufs- oder
Schulalltag sowie der Preisfaktor – Erdäpfel sind ein sehr preiswertes
Lebensmittel!

Was bei einer Erdäpfeldiät zu beachten ist, Speisepläne und
Beispielrezepte werden von Ulrike Haunschmid ebenfalls in ihrem Buch
beschrieben.

Pflegen & wohlfühlen mit Erdäpfeln

Dem Thema Wellness und Schönheit ist im Buch „Erdapfel – das
Universalgenie“ ebenfalls viel Platz eingeräumt. Mit Tipps, Erklärungen und
Beispielen, wie Erdäpfel bei Tränensäcken, rauen, rissigen Händen, Altersfl
ecken, Cellulite oder vielen anderen „Schönheitsfehlern“ helfen können, greift
die Autorin teils auf altes, überliefertes Wissen zurück, teils beschreibt sie
ihre Erfolge, die sie mit Behandlungen in der Erdäpfel-Pension erzielen konnte.
Mit ihren Anwendungsanleitungen können Sie sich ganz leicht selbst mit Wickeln,
Bädern, Packungen, Masken und vielem mehr verwöhnen.

Erdäpfel in der Küche

Neben dem gesundheitlichen Wert sind Erdäpfel aufgrund ihrer
Verfügbarkeit übers ganze Jahr hinweg und ihrer vielfältigen Verwendbarkeit
auch in der Küche Universalgenies und erfreuen sich großer Beliebtheit in allen
Bevölkerungsschichten. Dass Erdäpfelgenuss dick macht, ist ein unbegründetes Vorurteil.
Erdäpfel allein fördern keine Fettleibigkeit, es sei denn, man verzehrt sie in
reichlicher Menge zu eiweißreicher, fetter Nahrung.

Erdäpfel-Sorten

Einteilung nach Reifezeit:

  • Heurige (Früherdäpfel, Ernte ab Juni bis 10.
    August): noch nicht ganz ausgereifte Knollen, wenig Stärke, Schale noch sehr
    zart
  • Mittelfrühe (Ernte ab Mitte August): eignen sich
    für viele Gerichte
  • Mittelspäte bis sehr späte Erdäpfel (Ernte abMitte
    September bis Ende Oktober): Erdapfel ist ausgereift, Stärkegehalt voll
    ausgeprägt

Einteilung nach
Verwendbarkeit (Koch- und Verarbeitungseigenschaften; im Handel mit verschiedenfarbiger
Beschriftung gekennzeichnet):

  • Festkochende Erdäpfel („speckige“; schnittfest, zerfallen
    nicht, klebrig): für Salat, Beilagenerdäpfel, Rösti, Gratins und Aufl äufe.
    Sorten: Agata, Annabelle, Ditta, Sieglinde, Linzer Delikatess, Nicola, Sigma,
    Exquisa, Kipfl er, Linda, Evita …
  • Vorwiegend festkochende Erdäpfel („Allrounder“; nur
    leicht aufspringend, zerfallen nach dem Kochen nicht): für alle Gerichte, ideal
    für Pommes frites. Sorten: Agria, Christa, Désirée, Goldsegen, Ukama, Marabel,
    Bionta, Tosca …
  • Mehlig kochende Erdäpfel („mehlige“; zerfallen sehr
    leicht, platzen teilweise schon beim Garen auf, deshalb unbedingt dämpfen oder im
    Backofen garen): für Ofen- und Folienerdäpfel, Püree, Teige, Knödel,
    Krokettenmassen, Cremesuppen, Eintöpfe, Nudeln und Gnocchi, Torten, Kuchen, Kekse
    aus Erdäpfeln, Marmelade, Eis, Souffl é. Sorten: Bintje, Adretta, Mariella,
    Hermes, Mondial, Saturna …

Die ursprünglich nach Europa gebrachten Erdäpfel waren bunt,
nun hat man sie wieder entdeckt: Sie sind nicht nur optischer Aufputz, sondern auch
gesund. Ihre Farbe (violett, blau, rötlich …) verdanken sie Anthocyanen, die
sich auch in Himbeeren, Blaubeeren, Radicchio und Blaukraut finden. 

 

 

 

 

Das Buch von Ulrike Haunschmid ERDAPFEL - DAS UNIVERSALGENIE Vital, gesund und schön durch die Kraft der Knolle. Mit über 100 Kartoffelrezepten, 180 Seiten, durchgehend farbig bebildert. 

 

 

 

 

 

 

Erdäpfel kochen| Kartoffel kochen