Ernährung bei Fruchtzucker-Unverträglichkeit

Bei der Fruktosemalabsorption (Fruktose = Fruchtzucker, Malabsorption = unzureichende Aufnahme im Darm) kann der über die Nahrung aufgenommene Fruchtzucker im Dünndarm nicht oder nicht ausreichend ins Blut aufgenommen werden und gelangt unverdaut in den Dickdarm. Dort wird er von Bakterien teilweise abgebaut, was zu mehr oder weniger starken Beschwerden führen kann.

Von Daniela Grach


Unterschied: Intoleranz bzw.  Malabsorption von Fruchtzucker

Wenn Verdacht auf Fruchtzuckerunverträglichkeit besteht, sollte man dies unbedingt vom Arzt abklären lassen. Die ärztliche Diagnose wird über einen Atemtest durchgeführt. Dabei wird nach der Aufnahme einer definierten Fruktosemenge in verschiedenen Zeitabständen die H2-Konzentration der ausgeatmeten Luft gemessen. Anhand dieser Konzentration an H2-Ionen kann die Diagnose positiv oder negativ erstellt werden. Da die Symptome nach Aufnahme der gleichen Menge an Fruktose je nach allgemeiner Befindlichkeit unterschiedlich stark auftreten können, steht in Diskussion, ob ein Reizdarm an der Malabsorption von Fruchtzucker beteiligt sein kann.  Generell ist die Fruktosemalabsorption von der hereditären Fruktoseintoleranz zu unterscheiden. Bei dieser seltenen, erblichen Stoffwechselerkrankung (Stoffwechseldefekt) müssen strengste diätetische Maßnahmen eingehalten werden, da es zu toxischen Wirkungen in der Zelle kommen kann. Dies gilt nicht für die Fruchtzuckermalabsorption. Hierbei kann es jedoch zu subjektiv unangenehmen Beschwerden wie Blähungen, Darmgeräuschen, Krämpfen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung, Übelkeit, Aufstoßen, Sodbrennen oder Völlegefühl kommen. Bei lang anhaltenden Beschwerden kann dies zu Stimmungsschwankungen, Niedergeschlagenheit oder Müdigkeit führen.  Die Symptome können zwischen dreißig und neunzig Minuten nach dem Essen auftreten. Entscheidend für das Ausmaß der Beschwerden ist die aufgenommene Menge an Fruktose. Die gleichzeitige Zufuhr des Zuckeraustauschstoffes Sorbit kann die Beschwerden zusätzlich verstärken, hingegen kann die Aufnahme von Traubenzucker (Glukose) die Symptome abschwächen.  

 

Zu beachten

Fruktose kommt in Obst (unterschiedliche Konzentration je nach Obstsorte), verarbeiteten Obstprodukten, Trockenfrüchten, Fruchtsäften, Honig sowie in Diabetikerprodukten und Diabetikerzucker (Zuckeraustauschstoffe) vor. Folgende Zuckeraustauschstoffe (Zuckeralkohole) müssen gemieden werden: Xylit, Sorbit, Isomalt, Mannit, Maltit. Sie kommen neben Diät- und Diabetikerprodukten vor allem in Lightlimonaden, zuckerfreien Süßigkeiten, Kaugummis oder auch Arzneimitteln vor.  Die Ernährungstherapie bei einer Fruktoseunverträglichkeit besteht im Meiden bzw. Reduzieren der Fruchtzuckeraufnahme. Die streng fruktosearme Ernährungsweise sollte auf maximal 3 Wochen begrenzt sein. Danach folgt die fruktoseangepasste Langzeiternährung. Hierbei ist die individuelle Verträglichkeit entscheidend. Es gibt Listen von geeigneten und ungünstigen Lebensmitteln. Die Lebensmittel können nach dem Gehalt an Fruktose und nach dem Verhältnis der enthaltenen Fruktose zur enthaltenen Glukose eingeteilt werden. Eine Ernährungsberatung mit einer Diätologin/einem Diätologen vermittelt das notwendige Wissen, und Unsicherheiten oder Ängste können genommen werden.

 

Beispiele von ungünstigen Lebensmitteln

  • viele Obstsorten (unterschiedliche  Konzentration je nach Obstsorte)  
  • verarbeitete Obstprodukte  
  • Trockenfrüchte  
  • Fruchtsäfte  
  • Topinambur  
  • Artischocken  
  • Honig   
  • Diabetikerprodukte  
  • Zuckeraustauschstoffe   
  • Produkte mit Inulinzusatz  (z. B. Diätjoghurt)  
  • Most- und Apfelessig  
  • größere Mengen an  Malzbier, Wein, Likören und Sekt 

 

Beispiele von  gut verträglichen Lebensmitteln

  • Beerenfrüchte  
  • Zuckermelone  
  • Zucchini  
  • Blattsalate  
  • verdünnter Weinessig  
  • Zitrone  
  • künstliche Süßstoffe 

 

Einige Tipps   

  • Die gleichzeitige Aufnahme von Glukose (Traubenzucker) verbessert die Fruktoseaufnahme im Dünndarm.  
  • Obst ist in Form von Kompott, Mus oder Fruchtsaucen besser verträglich. Hier kann man zusätzlich Glukose verwenden.  
  • Ballaststoffreiche Lebensmittel wie beispielsweise Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Kohl- und Krautgemüse können die Beschwerden verstärken.   
  • Anis-, Fenchel-, Melisse- oder Käsepappeltee sowie stilles Wasser in ausreichender Menge können positiv auf die Beschwerden im Darmtrakt wirken.

 

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