Gebildbrote & Glückssymbole zu Neujahr

Damit das Brot im neuen Jahr nie ausgeht, verschenkt man am Neujahrstag verschieden geformte Brote. Diese sollen Glück bringen und vor Krankheit und Sorgen schützen. In vielen Gegenden werden Neujahrs-Gebildbrote an die Patenkinder verschenkt, ein Teil des Gebäcks wird oft an Nutztiere verfüttert, um auch sie zu schützen, oder getrocknet und auf den Feldern verstreut, um so für reiche Ernte zu bitten. Ob Neujahrszopf, Kipferl, Neujahrsmännchen, Sonnenrad, Dreikönigskuchen oder Waffeln, ob mit oder ohne eingebackenem Geldstück – die Formen der Gebäckstücke haben meist eine symbolische Bedeutung.

So versinnbildlichen z. B. Rad oder Kranz den Jahreslauf bzw. die Unendlichkeit und sollen vor Unheil und Dämonen schützen.

Brezeln erinnern an verschränkte Arme (so haben Mönche früher gebetet – mit vor dem Körper überkreuzten Armen, die Hände auf den Schultern), Rad und Brezeln sind auch Symbole für den Wunsch nach Verbundenheit. Kipferln (Kipfel, Hörnchen) wurden nicht nur zu Neujahr, sondern auch zu vielen anderen Anlässen verschenkt (von den „Godn“ zum Geburtstag ihrer Patenkinder).

Zöpfen oder geflochtenen Striezeln werden bezüglich ihrer symbolischen Bedeutung ebenfalls widersprüchliche Erklärungen zugeschrieben. Von der kirchlichen Seite her bedeutet die Zopfform die Verbundenheit und Verflechtung zwischen Gott und dem Menschen. Uralt und heidnischen Ursprungs hingegen sind Zöpfe als Opfergaben (z. B. schnitten sich Witwen am Grab des Mannes die Zöpfe ab), die reale Opfergabe wurde schließlich zu einer symbolischen (Gebäck in Zopfform).

Übrigens: Warum das Gebildbrot so heißt, ist umstritten. Einerseits wird der Name damit erklärt, dass die figürlichen Darstellungen, die zu bestimmten religiösen oder anderen traditionellen Anlässen geformt werden, von Hand „gebildet“ und nicht mit einem Model geformt oder in einer Backform gebacken werden. Eine andere Theorie besagt, weil solche Brote bestimmte Figuren „abbilden“, seien sie symbolische Gebilde. Die meisten Gebildbrote werden aus Germteig gemacht.

 

Andere Glücksbringer zum Jahreswechsel

Daneben gibt es Gebäck in Form von typischen Glücksbringern, das aus beliebigem Teig gebacken werden kann. Aber warum gelten diese Figuren eigentlich als Glückssymbole?

Vierblättriges Kleeblatt: Kommt selten vor und ist deshalb etwas Besonderes. Der Legende nach hat Eva bei der Vertreibung aus dem Paradies ein vierblättriges Kleeblatt mitgenommen, deshalb ist es sozusagen ein Stück vom Paradies. 

Hufeisen: Diese waren früher sehr teuer, weil sie handgeschmiedet waren. Deshalb hatte man Glück, wenn man eines fand und es für das eigene Pferd verwenden konnte.


Rauchfangkehrer: Früher kam es durch schlecht gereinigte Kamine oft zu Bränden, deshalb waren Rauchfangkehrer besonders wichtig und geachtet.

 Schweinchen: Das Schwein ist ebenfalls Symbol für Wohlstand, denn in früheren Zeiten waren jene, die ein Schwein besaßen, wahre Glückspilze, weil sie nicht hungern mussten (daher stammt wohl auch der Brauch, am Neujahrstag unbedingt gekochtes Fleisch vom Schweinskopf zu essen, damit im neuen Jahr das Glück und das Geld nicht ausgehen). Außerdem soll das Schwein für Fortschritt stehen, weil es nicht rückwärts laufen kann.
 

Marienkäfer: War im Mittelalter der Mutter Gottes geweiht; heute vermutlich wegen seiner Nützlichkeit als Schädlingsbekämpfer geschätzt, außerdem soll er Kinder beschützen.
 

Fliegenpilz: Der giftige Pilz verursacht Halluzinationen oder aggressives Verhalten. Ob er wegen seiner berauschenden Wirkung oder schlicht wegen seines wunderschönen Aussehens als Glückssymbol gilt, ist unklar.