Gesund genießen: Die Welt der Gewürze Teil 3

Weihnachtliche Gewürze

Zimt, Anis und Nelken sind nur einige der aromatischen Weihnachtsgewürze, denen Lebkuchen, Weihnachtsbraten oder Glühwein ihren typischen Geschmack verdanken. Eine Zubereitung all dieser Köstlichkeiten wäre ohne Gewürze undenkbar.

Wer sich bei der Dosierung oder Zusammenstellung von Gewürzkombinationen unsicher ist, kann sich im gut sortierten Lebensmittelhandel mit Gewürzmischungen eindecken. Sie bestehen ausschließlich aus Gewürzen, die je nach Verwendungszweck aufeinander abgestimmt sind. Andere geschmacksgebende Zutaten sind in Gewürzmischungen nicht erlaubt. Im Gegensatz dazu sind Gewürzpräparate oder Gewürzzubereitungen oft mit weiteren Zusatzstoffen wie Aromen, technologisch notwendigen Stoffen, Zucker oder Salz versehen. Anhänger der natürlichen Küche sollten sich diese Begriffe daher einprägen, um späteren Überraschungen vorzubeugen. Diese Mischungen aus Gewürzen weisen mitunter nur noch einen Gewürzanteil von 60 % auf. Meist werden sie nach Art oder Verwendungszweck benannt. Bei Gewürzaromazubereitungen werden Gewürze teilweise oder ausschließlich durch Gewürzaromen ersetzt. Bekannt ist z. B. die Gewürzaromazubereitung für Brathuhn. Würzsaucen oder -pasten sind stark geschmacksgebende Flüssigkeiten oder Pasten aus Gewürzen, Salz, Ölen sowie anderen zerkleinerten Zutaten. Bekannte Würzsaucen sind Chutneys oder Ketchup. Gewürzsalze wie Selleriesalz oder Kräutersalz bestehen aus Gewürzen, Kräutern, Speisesalz und teilweise anderen würzenden Zutaten. Das Mischungsverhältnis liegt bei mindestens 40 % Gewürzen

und 15 % Salz.

Die beliebtesten Weihnachtsgewürze

Zimt ist mit Abstand das beliebteste Weihnachtsgewürz und wird aus der Rinde von Ceylon bzw. Cassia-Zimtbäumen hergestellt. Beide Sorten sind als Zimtpulver oder Zimtstangen erhältlich. Cassia-Zimt sollte im Gegensatz zu Ceylon-Zimt aufgrund seines Gehaltes an leberschädigendem Cumarin nur sparsam verwendet werden. Ceylon-Zimt verfügt über viele gesundheitsfördernde Eigenschaften und wird traditionell bei Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Entzündungen sowie Erkältungskrankheiten eingesetzt.

 

 

 

Der Gewürznelkenbaum ist ein immergrüner Baum, dessen Knospen vor der Blüte

von Hand gepflückt, getrocknet und als Gewürznelken auf den Markt gebracht werden. Der unverkennbare Geschmack bietet viele kulinarische Verwendungsmöglichkeiten; so sind Nelken und Nelkenpulverein wichtiger Bestandteil orientalischer oder weihnachtlicher Gewürzmischungen. Im deutschsprachigen Raum werden Gewürznelken besonders gerne bei der Zubereitung von Fleischgerichten wie Schmorbraten sowie für Rotkraut, Glühwein oder Rumtöpfe verwendet. Gewürznelken verfügen über einen hohen Anteil an Antioxidantien, wirken desinfizierend, entzündungshemmend und schmerzstillend.

Kardamom ist eine Staude mit fleischigen Wurzelknollen. Nach der Blüte bildet die  Pflanze Früchte, die viele kleine braun gefärbte Samen enthalten. Der hocharomatische, scharfe Geschmack von Kardamom verleiht Süßwaren, Glühwein, Currygerichten, aber auch Kaffee- und Teegetränken einen unverwechselbaren Geschmack. Naturheilkundlich gesehen hilft Kardamom bei Magen-Darm-Beschwerden, Mundgeruch, Appetitlosigkeit und Stimmungsschwankungen.

 

 

 

Die echte Vanille ist eine tropische Orchideenart, die ursprünglich aus Mexiko und

Mittelamerika stammt. Ihre reifen Kapselfrüchte werden mittels Fermentation genießbar gemacht und sind als ganze Vanilleschoten oder in gemahlener Form erhältlich. Aufgrund der aufwendigen Kultivierung und Bearbeitung ist sie neben Safran das teuerste Gewürz der Welt. Vanille aromatisiert nicht nur Süßspeisen wie Pudding, Mousse, Schokolade oder Eiscreme – in der modernen, experimentierfreudigen Küche wird sie gerne mit hellen Fleisch- oder Fischsorten kombiniert. Herrlich exotisch schmeckt dazu ein frischer Tomtensalat – natürlich mit einem Hauch Vanille!

Anis ist eine zur Familie der Doldenblütler gehörende Heil- und Gewürzpflanze. Ihre kleinen braunen Früchte – oft fälschlicherweise Samen genannt – schmecken und riechen leicht nach Lakritze. Gemahlen oder als ganze Frucht findet Anis nicht nur in Weihnachtsgebäck, Brot oder Süßspeisen Verwendung, sondern bereichert auch- Eintöpfe und Schmorgerichte. Dank seiner vielseitigen gesundheitsfördernden Eigenschaften wird Anis z. B. bei Erkältungskrankheiten, Unruhe sowie Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt.

 

 

Die Muskatnuss ist keine Nuss im eigentlichen Sinne, sondern der Samenkern der
 Muskatfrucht. Nach der Ernte werden Fruchtfleisch und Samenmantel (Macis) entfernt und die Schalen getrocknet. Anschließend werden die Schalen aufgeschlagen und die Muskatnüsse ausgesiebt. Die feurig-süße Würze und aromatische Schärfe von Muskatnüssen verleiht Fleisch-, Fisch- und Gemüsegerichten den letzten Schliff. Besonders
gut passt Muskatnuss zu Erdäpfeln, Karfiol, Kohlsprossen und Eierspeisen. In der Naturheilkunde wird Muskatnuss bei Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich, bei Rheuma und Neuralgien verwendet. In zu hohen Dosen kann Muskatnuss allerdings zu toxischen und halluzinogenen Effekten führen.

 

Die Rezepte

Zweierlei Gewürzcookies

Zweierlei Gewürzcookies 

Feigen-Gewürzkuchen

Feigen-Gewürzkuchen 

Weihanchtlicher Rindsbraten mit fruchtiger Gewürzsauce

Weihnachtlicher Rindsbraten mit fruchtiger Gewürzsauce

Kochen & Küche Dezember 2017