Gesund genießen im August: Beeren

Gabriele Gauper von der Kochschule Grünes Zebra informiert über den Gesundheitswert der kleinen Köstlichkeiten aus der Natur, gibt Tipps zur Aufzucht im eigenen Garten und verrät raffinierte Rezepte aus der Küche des Grünen Zebras.

Warum sind Beeren so gesund?
Beeren liefern Energie mit hohem Gesundheitswert. Dafür sind die zahlreichen Inhaltsstoffe verantwortlich, die noch längst nicht alle entdeckt bzw. wissenschaftlich analysiert sind. Neben den Fruchtsäuren und Faserstoffen, allen voran Pektin, enthalten Beeren im Überblick:

  • die Vitamine A, B, C
  • viele Mineralstoffe: ein besonders günstiges Verhältnis von Natrium und Kalium (herzstärkend,  wasserausschwemmend) sowie von Kalzium, Magnesium und Phosphor u. a. (für feste Knochen und Zähne)
  • zahlreiche Spurenelemente: auch seltene Spurenelemente wie Chrom, Kobalt, Mangan, Jod, Fluor, Selen
  • äußerst viele sekundäre Pflanzenstoffe: Carotinoide, Flavonoide, Phenolsäuren, Gerbstoffe u. v. m.

Beeren sind wie eine natürliche Hausapotheke, denn sie wirken antimikrobiell (gegen verschiedene Krankheitserreger), antikanzerogen (schützen vor Krebs), antioxidativ (bekämpfen die Sauerstoff-Radikale) und stärken unser körpereigenes Abwehrsystem.

Verzehrtipps
Besonders empfehlenswert sind rohe Beeren – genießen Sie sie auf leeren Magen, und Sie ersparen sich einen rumorenden Darm. Am Ende einer Mahlzeit genossen können Früchte durch den hohen Anteil an Fruchtsäuren gekochten Speisen „den Weg versperren“. Ein irritierter Darm und Blähungen sind die Folge. Reife Beeren, die uns die Jahreszeit schenkt, schmecken um ein Vielfaches besser und haben mehr Schutz- und Heilstoffe als jene, die unreif geerntet werden, um lange Transportwege zu überstehen und um möglichst lange im Supermarkt angeboten werden zu können. Gerade Beeren sollten aus biologischem Anbau genossen werden, da sie aufgrund der fehlenden Schale sehr sensibel sind und nicht so gut gewaschen werden können wie Kern- oder Steinobst. Zudem werden sie in Monokulturen u. a. wegen der erhöhten Gefahr von Pilzbefall oft gespritzt. Glücklicherweise bietet hier nachhaltige Bewirtschaftung Alternativen.

Gartentipps
Bei guter Planung kann uns auch ein kleiner Nutzgarten über eine lange Zeit mit frischen Beeren versorgen. Viele Beeren gibt es mittlerweile in einer großen Sortenvielfalt, d. h. sie unterscheiden sich nicht nur in Geschmack und Aussehen, sondern reifen auch zu verschiedenen Zeiten. Durch gezielte Sortenauswahl kann die Erntezeit verlängert werden. Das beste Beispiel dafür liefern die Himbeeren, die ersten reifen bereits Mitte Juni, die letzten überstehen die ersten Minusgrade. Manche Sorten liefern sogar zwei Ernten pro Saison: eine kleinere Ausbeute im Frühsommer und die Haupternte im Herbst. Alle Beerenobstarten sind ihrer Herkunft nach Waldpflanzen. Dort haben sie lichten Schatten, immer bedeckten Boden und die passende Pflanzengemeinschaft. Sorgen Sie daher bei der Aufzucht von Beeren im eigenen Garten für einen luftigen Standort mit etwas Schatten, Bedeckung des Bodens mit einer dicken Schicht Stroh und Mischkultur mit anderen Sträuchern und Stauden. Beerensträucher vertragen keinen frischen Dünger, Brennnesselbrühe beim Austrieb und nach der Ernte tut ihnen gut. Durch das Entfernen der ältesten Zweige wird der Strauch verjüngt, das Zurückschneiden der Triebe im Frühjahr wirkt dem Auftreten von Mehltau entgegen. Bei Himbeeren sollten jene Ruten abgeschnitten werden, die abgetragen haben. Außerdem sind Himbeeren empfindlich gegen rasch wirkenden Stickstoff, daher auf keinen Fall frischen tierischen Dünger verwenden! Schwarze Ribiseln gedeihen problemlos, sie sollten lediglich etwas weiter voneinander entfernt und nicht in der Umgebung von schwachen Pflanzen stehen.

Übrigens: Einige unserer Beeren wie z. B. die Brombeere zählen botanisch gesehen nicht zu den Beeren, werden jedoch seit jeher aufgrund der Fruchteigenschaften als solche bezeichnet.

Weitere Infos zum grünen Zebra: www.grueneszebra.at

 

Rezepte zum Thema:

 

Blattsalat mit Himbeerdressing

Hirseweckerln mit gegrilltem Gemüse und Stachelbeer-Pfirsich-Sauce

Himbeer-Schokoladen-Muffins

Mandelcreme mit Zitronenverbene und marinierten Heidelbeeren

Biskuit-Haselnussauflauf mit Beerenkompott