Gesund genießen im Juli: Ausgewogener Säuren-Basen-Haushalt

Um die Inhaltsstoffe der Lebensmittel auch tatsächlich ausnützen zu können, müssen diese im Verdauungsapparat erst in eine verwertbare Form gebracht werden. Ein wichtiger Schritt, um dies zu erreichen, ist die Auswahl der Speisen nach den Richtlinien eines ausgewogenen Säure-Basen-Haushalts.

Säuren und Basen
Verantwortlich für die Verdauung „Sauer macht lustig“, verspricht der Volksmund, aber leider auch krank. Die Regulation des Säure-Basen-Haushaltes, die über den Verdauungsapparat erfolgt, ist wichtig für den gesamten Stoffwechsel. Bei nicht ausgewogener Ernährung besteht meist ein Säure-Überschuss, der nur durch ein Mehr an Basen ausgeglichen werden kann. Unser Körper hat nur begrenzt die Fähigkeit, Säuren zu tolerieren – dazu gehört der Magen, der als einziges Organ sowohl Säuren als auch Basen bildet und Schutzmechanismen gegen Säuren hat. Dies ist notwendig, da durch die Magensäure die Verdauung gestartet wird.

Die Magensäure (HCl) wird ins Mageninnere abgegeben. Hier bewirkt sie erste Verdauungsvorgänge, vor allem die ersten Schritte der Eiweißverdauung. Gleichzeitig wird die Base (Natriumbicarbonat) an das Blutsystem abgegeben. Somit gelangt sie zu allen Zellen des Organismus. Vor allem die Organe des Verdauungsapparates benötigen dieses Natriumbicarbonat, um die Verdauungssäfte zu produzieren. Über das Blutsystem und die Verdauungsdrüsen (Leber, Mund- und Bauchspeicheldrüsen, Dünndarm) gelangt die Base wieder in den Darm. Hier trifft sie auf die Säure aus dem Magen (vermischt mit den Speisen) und neutralisiert diese in der Folge. Dies ist besonders wichtig, weil die Verdauung im Dünndarm nur im basischen Milieu ablaufen kann. Alle Verdauungsvorgänge benötigen also die Base für eine optimale Arbeit.

Einfluss von Lebensmitteln auf den Säure-Basen-Haushalt
Während die Säure im Magen bleibt und wirkt, wird die Base im Körper verteilt. Daraus kann man schließen, dass ihre Funktion für die Gesamtheit des Organismus wichtiger ist und einen wichtigen Reinigungseffekt auf das Gewebe hat. Natriumbicarbonat hilft, die Schlacken und Mülldepots des Körpers zu säubern und rein zu halten. Mit jeder Mahlzeit haben wir also auch die Möglichkeit, „Altlasten“ auszuscheiden. Dies geht aber nur, wenn genügend freie Basen vorhanden sind, welche nicht im Verdauungsapparat benötigt werden. Daher ist es wichtig, genügend basische Lebensmittel zu sich zu nehmen, weil diese den Basenbedarf im Darm reduzieren und eine Reinigung des Gewebes ermöglichen. Dazu muss man wissen, welche Lebensmittel sauer oder basisch wirken.

Säurespendende Lebensmittel
Die Säurewirkung hängt vor allem mit dem Eiweißgehalt zusammen. Somit sind eiweißreiche Lebensmittel auch starke Säurelieferanten. Allen voran das tierische Eiweiß, also Fleisch, Fisch und Käse. Auch Hülsenfrüchte haben hohe Eiweißanteile. Deutlich weniger, aber immer noch säuernd sind Getreide und daraus hergestellte Speisen. Südfrüchte enthalten zwar Fruchtsäuren und sind im Verhältnis zu Fleisch und Fisch weniger konzentriert, aber immer noch sauer. Weiters sind heiß gepresste Pflanzenöle und tierische Fette sowie jede Form von industriell zubereiteten Lebensmitteln zu nennen.

Säurewirkung durch Basenentzug
In diese Gruppen fallen vor allem die raffinierten Kohlenhydrate wie Fabrikszucker, Auszugsmehle und daraus hergestellte Speisen. Ihre Wirkung beruht darauf, dass sie zu ihrer Verwertung im Stoffwechsel Mineralstoffe benötigen, die aus unseren Depots des Stoffwechsels beigesteuert werden müssen. So führen sie zu einem Verbrauch vor allem von Kalzium, Kalium, Magnesium, aber auch Vitamin B und dergleichen.

Basenspendende Lebensmittel
Hierzu zählen nahezu alle Gemüsesorten, v. a. Erdäpfel, weiters reifes heimisches Obst sowie Milch. Besondere Bedeutung kommt den nativen Pflanzenölen zu, welche stark basisch sind und den Stoffwechsel optimal unterstützen. Auch Kräuter und Gewürze sind zu erwähnen.

Wie erreicht man einen ausgewogenen Säure-Basen-Haushalt?
Saure Lebensmittel sind nicht automatisch belastend und aus dem Ernährungsplan zu streichen. Aber auf ein ausgewogenes Verhältnis von Säuren und Basen muss man achten! Wichtig ist die Kombination von sauren mit basischen Lebensmitteln (z. B. Fleisch- oder Fischgerichte mit Gemüse, Erdäpfeln und nativen Ölen). Allerdings sind säurespendende Lebensmittel meist konzentrierter als basenspendende. Daher ist es notwendig, ein Verhältnis von sauren Speisen zu basischen Speisen von ca. 1:2 anzustreben (kleine Fleisch- oder Fischportionen, dafür mehr Gemüse und native Pflanzenöle). Aber Vorsicht: Wenn Sie basische Lebensmittel – also Obst und Gemüse – zu einem Zeitpunkt und in einer Menge essen, dass diese nicht vollständig verdaut werden können, erfolgt ein Gärungsprozess, dadurch kann ein basisches Lebensmittel zu einer sauren Stoffwechselsituation führen! Daher ist es empfehlenswert, am Abend auf Rohkost zu verzichten.

Grundsätzlich verfügt der Körper über eigene Regulations- und Kompensationsmöglichkeiten, um kurzfristig für Ausgleich bei übermäßiger Säurezufuhr durch Speisen zu sorgen. Erst wenn der Stoffwechsel langfristig mit Säuren überladen wird, sind unsere typischen Zivilisationserkrankungen die Folge. Achten Sie darauf, mehr basische als saure Lebensmittel zu sich zu nehmen, denn Vorbeugung ist der beste Weg, gesund zu bleiben!

 

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Einige saure bzw. basische Lebensmittel

Sauer: Fleisch, Fisch, Topfen, Käse, Hülsenfrüchte, Getreide, Zitrusfrüchte, raffinierte Öle und tierische Fette, industriell zubereitete und haltbar gemachte Speisen;

Basisch: Gemüse, Erdäpfel, Milch, Obers, reifes heimisches Obst, native Pflanzenöle, Gewürze und Kräuter;

 

Rezepte für einen gesunden Säre-Basen-Haushalt:

Marillen-Topfen-Soufflé

Mit Gemüse gefülltes Saiblingsfilet im eigenen Saft gegart

Geschmorter Chicorée auf dreierlei Gemüsepüree