Gesund genießen im Juni: Ernährung bei Bluthochdruck

Bluthochdruck (Hypertonie) ist eine der sogenannten Wohlstandserkrankungen, die durch unseren Lebensstil und unsere Ernährungsgewohnheiten beeinflusst werden.
Dazu zählt auch die häufige Kombination von erhöhten Blutfettwerten (Hyperlipidämie), Diabetes mellitus (erhöhte Blutzuckerwerte), Übergewicht und Bluthochdruck, welche als „Metabolisches Syndrom“ bezeichnet wird. Alle diese Beschwerden stellen ein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt dar.

von Daniela Grach, Diätologin, FH Joanneum, Bad Gleichenberg

Ursachen
In den meisten Fällen (ca. 90 %) spricht man von einer primären (essentiellen) Hypertonie, die beispielsweise durch eine erbliche Disposition oder bestehenden Diabetes mellitus verursacht wird. Bluthochdruck kommt bei Diabetikern bis zu zweimal häufiger vor als bei Nichtdiabetikern.

Ein gestörter Glukose- sowie Lipidstoffwechsel schädigt die Gefäße und kann zu Bluthochdruck führen. Weitere Risikofaktoren können zu hohe Kochsalzzufuhr, übermäßiger Alkoholkonsum, Übergewicht, eine zu fettreiche Ernährung bzw. ein schlechtes Fettsäuremuster der Nahrung, ein Mangel an den Mineralstoffen Magnesium, Kalium, Kalzium sowie Rauchen oder Bewegungsmangel sein.

Zudem können psychische Aspekte wie negativer Stress den Blutdruck beeinflussen. Tritt eine Hypertonie in Folge von bekannten Grundleiden wie Herz-, Kreislauf-, Nieren- und neurogenen Erkrankungen oder in der Schwangerschaft auf, spricht man von einer sekundären (symptomatischen) Hypertonie.

 

Wann besteht eine Hypertonie?
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegen die optimalen Werte des menschlichen Blutdrucks (RR) unter 120/80 mmHg. Normale Blutdruckwerte entsprechen Werten unter 130/85 mmHg, bei Werten über 140/90 mmHg ist der Blutdruck erhöht. Hierbei gibt es die Unterteilung in leichte (Grad 1, unter 160/100 mmHg), mittelschwere (Grad 2, unter 180/110 mmHg) und schwere (Grad 3, über 180/110 mmHg) Hypertonie.

Symptome
Bluthochdruck wird meist erst spät erkannt, da selten direkte Beschwerden auftreten. Anzeichen für eine Hypertonie können Sehstörungen, Schwindel, Müdigkeit und Schlafstörungen, Leistungs- und Konzentrationsabfall oder Kopfschmerzen (häufig morgens oder nachts) sein. Bei lang bestehender Hypertonie kann es unter Belastung zu Atemnot oder Schmerzen in der Herzgegend kommen.

Diagnose
Eine Hypertonie kann durch die Blutdruckkontrolle festgestellt werden. Weitere Diagnosemethoden sind das 24-Stunden-Blutdruckmonitoring, eine Echokardiographie (EKG), die Sonographie (Ultraschalluntersuchung) oder die Ergometrie (Belastungs-EKG).

Folgen einer Hypertonie
Bluthochdruck ist einer der Hauptrisikofaktoren für die Entstehung einer Arteriosklerose. Aufgrund der Gefäßverengung kommt es zu Minderdurchblutung und somit Schädigung von Organen. Folgen können ein Herzinfarkt, ein ischämischer Schlaganfall, eine Niereninsuffizienz, Durchblutungsstörungen der Beine, eine Herzinsuffizienz oder Herzmuskelhypertrophie sein.

Therapie
Entscheidend ist eine Umstellung der Lebensweise, die man selbst in der Hand hat. Hierzu zählen eine ausgewogene Ernährung inklusive einer moderaten Kochsalzzufuhr, wenig Alkohol, Nikotinverzicht, eine Reduzierung von Übergewicht (BMI < 25kg/m²) sowie regelmäßige Bewegung. Regelmäßige körperliche Aktivität von mindestens 30 Minuten pro Tag kann den systolischen Blutdruck (1. Wert) um 4 bis 9 mmHg senken. Empfehlenswert sind Ausdauersportarten wie Fahrradfahren, Schwimmen, Laufen, Walken oder Skilanglauf. Eine Gewichtsreduktion von 10 kg kann bei Übergewicht den systolischen Blutdruck um 5 bis 20 mmHg senken.
Eine gesunde ausgewogene Ernährung vermag den systolischen Blutdruck deutlich zu verbessern. Hier gelten die allgemeinen Empfehlungen einer gesunden Ernährung wie der reichliche Verzehr von Obst und Gemüse, der Konsum von Vollkornprodukten (Ballaststoffe), eine geringe Aufnahme von tierischen (gesättigten) Fettsäuren und die Bevorzugung pflanzlicher Fette (hochwertige Öle, Nüsse u. a.) sowie der Konsum von ein bis zwei Portionen Fisch pro Woche. Ungesättigte Fettsäuren, wie z. B. Omega-3-Fettsäuren, weisen günstige Wirkungen bei Bluthochdruck auf.

Kochsalz und Bluthochdruck
Eine Reduktion der Kochsalz-Zufuhr auf die allgemein geltende Empfehlung (maximal 5–6 g/ Tag) senkt den systolischen Blutdruck und steigert die Wirksamkeit vieler blutdrucksenkender Medikamente. Nicht alle Hypertonikerinnen und Hypertoniker reagieren sensibel auf Kochsalz, jedoch ca. die Hälfte ist kochsalzsensitiv. Daher sollte man die Wirkung am besten individuell mit einer kochsalzarmen Ernährung über mehrere Wochen ausprobieren.


Tipps zum Salzsparen in der Küche
•    reichlich Kräuter (frisch oder tiefgefroren) sowie Gewürze verwenden
•    Fertiggerichte (oftmals hoher Salzgehalt) meiden
•    Salzgebäck (Soletti, Popcorn, Chips, gesalzene Nüsse u. a.) meiden
•    geräucherte und gepökelte Fleischwaren meiden
•    salzreiche Käsesorten meiden (z. B. Parmesan)
•    natrium- und chloridarmes Mineralwasser bevorzugen (Na < 20mg/l, z. B.: Vöslauer, Römerquelle, Gasteiner …)

Die medikamentöse Therapie bei Bluthochdruck wird mit Antihypertensiva (z. B. Betablocker) durchgeführt.

Zusammenfassung
Mit einem gesunden Lebensstil, der regelmäßige Bewegung, ein moderates Körpergewicht, ein gutes  Stressmanagement und eine salzarme Ernährungsweise mit reichlich Obst und Gemüse, Fisch, ballaststoffreichen Lebensmitteln und pflanzlichen Fetten (wenig gesättigte Fettsäuren) beinhaltet,   leistet man einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung bzw. Vermeidung von Hypertonie.

 

 

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