Gesund genießen: Knabbereien

Knabber- & Nasch-Spaß auf gesunde Art!


von Andrea Wagner (Diätologin)

Pünktlich zu Schulbeginn ist das Thema gesunde Ernährung für Kinder in aller Munde. Egal, ob es nun um Frühstück, Jause, Mittagoder Abendessen geht: Eine vernünftige Ernährung mit wertvollen Lebensmitteln fördert die Gesundheit, die Gehirnleistung und die Vitalität unserer Kinder. Viele wissen das und halten sich pflichtbewusst großteils dran. Aber warum fällt es (nicht nur Kindern!) dennoch so schwer, zwischendurch oder z. B. beim Fernsehen auf Süßigkeiten, Chips oder andere Knabbereien zu verzichten?

Kinder haben einen erhöhten Energiebedarf und schaffen es noch nicht, mehr als drei Stunden ohne Nahrung auszukommen. Sie sind verglichen mit uns Erwachsenen viel mehr in Bewegung und gleichzeitig im Wachstum. Der Körper braucht mehr Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate und auch viel mehr an Vitaminen und Mineralstoffen (z. B. Vitamin A, C, B-Komplex, Eisen und Kalzium). Letztere, so wird den Eltern vorgegaukelt, würden in diversen Kindergetränken, -schokoriegeln, -bonbons, -joghurts usw. ausreichend enthalten sein. Und die sogenannten „gesunden Naschereien“ für Kinder sind deshalb sehr beliebt, weil sie angeblich ruhigen Gewissens genossen werden dürfen.

 

Vorsicht: „gesunde Nascherei“!
Was verbirgt sich jedoch wirklich in diesen im Handel angebotenen Kindersnacks? In den meisten Fällen entsprechen solche Produkte nicht unbedingt den ernährungsphysiologischen Bedürfnissen der Kinder, sondern zielen v. a. bezüglich Farben, Schrift, Aufmachung, Größe, Handlichkeit und Werbung genau auf diese Konsumentengruppe ab. Deshalb sollten Sie bei solchen Produkten immer die Zutatenliste genau ansehen, denn laut Lebensmittelgesetz müssen die Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge ihres Anteils aufgelistet werden. Achten Sie bei den Zutatenlisten auch auf die Zuckerangaben, die enthaltenen Fette, Farb- und Aromastoffe sowie auf den Salzgehalt.

 

Vorsicht: Zucker, Aromastoffe, Farbstoffe & Fette
Es ist wichtig zu wissen, dass Zucker unter verschiedenen Bezeichnungen aufgelistet wird, z. B. als Saccharose (Rüben-, Rohr-, Haushaltszucker, Kristallzucker), Maltose (Malzzucker), Laktose (Milchzucker), Fructose(-sirup) (Fruchtzucker), Glucose(-sirup), Traubenzucker (Dextrose), Invertzuckersirup. Vielfach wird Kinderlebensmitteln oder Wellnessgetränken aufgrund des natürlichen „Touchs“ Fruchtzucker zugesetzt. Studien ergeben jedoch, dass dieser in hohen Mengen den Fettstoffwechsel beeinflussen kann.
Versuchen Sie Produkte mit gehärteten Fetten zu vermeiden. Lebensmittel mit „Azofarb stoffen“ (enthalten in Limonaden, Bonbons, Zuckerstreusel, gekennzeichnet mit E 102, E 110, E 122, E 124a, E 129, E 104) können möglicherweise Pseudoallergien aus lösen. Daher muss ein Warnhinweis auf den Verpackungen für alle Lebensmittel mit Azofarbstoffen angebracht sein, dieser lautet: „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“. Bevorzugen Sie verarbeitete Lebensmittel ohne Aromen oder nur solche mit natürlichem und naturidentem Aroma.

 

Vorsicht: Salzfalle!
Chips, Erdnussflips, Salzstangerln, Popcorn & Co enthalten häufig eine große Menge an Salz. Mit jedem Gramm Salz steigt der obere Blutdruckwert – auch bei Kindern. Der tägliche Salzbedarf eines Schulkindes beträgt eine Messerspitze! Diese Menge wird mit der heutigen Ernährung bei Weitem überschritten. Neben den gesalzenen Snacks findet man größere Mengen an Salz in Käse, Schinken, Brot und Gebäck und vor allem in Fertigpizza und Fertiggerichten.

 

„Normale“ Produkte sind besser
Aus ernährungsphysiologischer Sicht liefern die meisten Kinderlebensmittel verglichen mit herkömmlichen Produkten kaum Vorteile, jedoch gibt es große Unterschiede im Preisvergleich. Bieten Sie Ihren Kindern statt Kinderjoghurt lieber Naturjoghurts mit frischen Früchten oder mit einem Löffel selbst gemachter Marmelade an. Gekaufte Frucht- oder Vanillejoghurts können mit Naturjoghurt verdünnt werden.

 

Selbst gemacht: wirklich gesunde Snacks und Knabbereien
Bei Zucker und Salz gewöhnt sich der Geschmack sehr schnell an das „Zuviel“. Wenn Sie selber kochen, haben Sie die Möglichkeit, das zu vermeiden, indem Sie alle Speisen möglichst mild würzen. Und so verhält es sich auch mit den selbst gemachten Naschereien und Knabbereien, die wir Ihnen auf den nächsten Seiten präsentieren. Früchtejoghurts, Obstsalate, Gemüsesticks mit Kräuterjoghurtdip oder Ofenerdäpfel sind gesunde Snacks für zwischendurch. Und selbst Popcorn, Cracker, Chips, Müsliriegel oder Fruchtleder als Gummibärli-Ersatz kann man ganz einfach selbst und gemeinsam mit dem Nachwuchs herstellen. Hier bestimmen Sie die Fett-, Zucker- und Salzmenge!
Fotos: Werner Krug
Foto Kiwibänder: Linda Louis

 

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