Gesund genießen November 2010: Gicht & Rheuma

Unter Gicht und Rheuma leiden viele Menschen. Bei Gicht handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung, Rheuma bezeichnet entzündliche Erkrankungen vor allem der Gelenke. In beiden Fällen kann man durch richtige Ernährung Linderung der Beschwerden erzielen.

Von Daniele Grach

 

Gicht

 Von einer Hyperuricämie spricht man bei erhöhten Harnsäurewerten im Blut. Mit dem Anstieg der Werte steigt das Risiko für Gicht, da die Harnsäure kristallisiert. Diese Kristalle führen zu Entzündungen, vorwiegend in Gelenken, was meist sehr schmerzhaft ist.
Die Stoffwechselerkrankung tritt bei Männern häufiger auf und kann angeboren sein oder in Folge anderer Erkrankungen entstehen. In beiden Fällen kommt es zu einer vermehrten Bildung oder einer verminderten Ausscheidung der Harnsäure. Wird die Gicht nicht behandelt, kann dies zu Schädigungen der Blutgefäße (Herz-Kreislauf-Erkrankungen), der Gelenke, der Nieren oder auch zur Bildung von Nierensteinen führen.


Purinarme Nahrungsmittel

Harnsäure entsteht beim Eiweißabbau aus Purinen. Mit einer entsprechenden Ernährungsweise kann der Entstehung von Gicht vorgebeugt oder eine bestehende gut therapiert werden. Bei schweren Formen unterstützen Medikamente. Günstig sind Nahrungsmittel pflanzlicher Herkunft, da sie mit Ausnahme der Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Soja u. a.)
purinfrei und zudem meist fettarm sind. Lebensmittel wie Brot, Gebäck, (Vollkorn-) Getreideprodukte, Teigwaren, Gemüse, Salate, Erdäpfel, Obst können unbeschränkt genossen werden. Auch Milchprodukte und Eier sind purinarm. Eine zu hohe Zufuhr an Fett kann die Ausscheidung der Harnsäure negativ beeinflussen, daher sind versteckte Fette zu beachten und fettarme Zubereitungsarten zu bevorzugen.
Wesentlich bei der Ernährungstherapie ist eine mäßige Zufuhr an Fleisch, Fleischwaren, Wurst sowie Fleisch- und Knochensuppen (auch Suppenextrakten) aufgrund ihres hohen Gehalts an Purinen. Die Empfehlungen liegen bei maximal drei Fleisch- und Wurstmahlzeiten sowie mindestens ein bis zwei Fischportionen pro Woche. Nahrungsmittel mit einem besonders hohen Puringehalt sind
Innereien, Haut von Geflügel und Fisch, Fleischkruste, geräucherte Fleisch- und Fischwaren sowie Krusten- und Schalentiere. Sie sollten selten verzehrt und bei einem akuten Gichtanfall gemieden werden.
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr mit Getränken wie Wasser, Mineralwasser, stark verdünnten Obst- oder Gemüsesäften sowie Tee fördert die Harnsäureausscheidung. Alkohol (Wein, Most, Spirituosen u. a.) hemmt die Ausscheidung, wobei Bier zudem Purine enthält. Auch große Mengen an Fruchtsäften hemmen die Ausscheidung der Harnsäure aufgrund des hohen Fruktosegehalts.
Das individuelle Normalgewicht ist anzustreben, wobei Fastenkuren zu meiden sind, da der Abbau von körpereigenem Muskeleiweiß wiederum zum Anstieg der Harnsäurewerte und einem eventuellen
Gichtanfall führen kann.

 

 

Rheuma

„Rheuma“ ist ein Oberbegriff für verschiedene entzündliche Erkrankungen, die vor allem die Gelenke, aber auch Blutgefäße und innere Organe betreffen und in jedem Alter vorkommen können. Es handelt sich um Reaktionen des Immunsystems gegen den eigenen Körper (Autoimmunerkrankung), wobei die genauen Ursachen nicht bekannt sind. Die richtige Ernährungstherapie kann Linderung, aber keine Heilung verschaffen.

 

Entzündungshemmende Nahrungsmittel

Neben einer ausgewogenen Vollkost, dem Normalgewicht und einer Osteoporoseprophylaxe ist vor allem eine entzündungshemmende Diät anzustreben. Hier ist vor allem auf ein entsprechendes
Fettsäuremuster zu achten. Die bevorzugte Wahl von Raps-, Walnuss-, Soja-, Lein-, Weizenkeim-, Sesam- und Kürbiskernöl, Nüssen, Samen, sowie zwei Fischmahlzeiten pro Woche (Lachs, Makrele,
Hering, Alpenlachs u. a.) sind zu empfehlen. Die enthaltenen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren
wirken entzündungshemmend. Im Vordergrund sollte eine Ernährung mit hohem Anteil pflanzlicher Lebensmittel und einem geringen Anteil an Fleisch und Fleischwaren stehen. Dies unterstützt auch die Aufnahme von Antioxidantien wie Vitamin A, C, E, Zink, Selen und wichtigen Nahrungsinhaltsstoffen wie Eisen, B-Vitaminen und Vitamin D, die in der Ernährungstherapie von rheumatischen Erkrankungen günstig ist. Eventuell ist an die ärztliche Abklärung einer möglichen
Nahrungsmittelunverträglichkeit zu denken.

 

Rezepte zum Thema:

Polenta-Lauch-Suppe mit Kernöl

Chinakohlroulade mit Erdäpfel-Walnussfülle und Petersilienpesto

Mediterranes Rollgerstenrisotto

3-farbige Fischterrine

Sanddorncreme mit Leinöl und Beerenmark