Gesund genießen Oktober 2010: Gesunde Ernährung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herz-Kreislauferkrankungen, wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, sind die häufigste Todesursache in Österreich. Die gute Nachricht lautet: Die meisten Risikofaktoren sind beeinflussbar. Ein gesunder Lebensstil kann die Erkrankungswahrscheinlichkeit verringern; ausgewogene Ernährung, Normalgewicht, regelmäßige Bewegung, das Meiden von Nikotin und die Vermeidung von negativem Stress spielen dabei eine große Rolle. 

Von Daniela Grach

 

Blutfettwerte

Fein im Geschmack und gut für's Herz - außerdem sind die Räucherlachstörtchen auch optisch ein Genuss!Erhöhte Blutfettwerte (Hyperlipidämie) können zur Ablagerung von Cholesterin an entzündeten Stellen in den Arterien kommen. Diese „Gefäßverkalkung“ (Arteriosklerose, Atherosklerose) stellt ein Risiko bezüglich Herzinfarkt oder Schlaganfall dar. An und für sich ist Cholesterin für unseren Körper lebensnotwendig. Es ist unter anderem Bestandteil von Zellmembranen und Hormonen sowie von Vitamin D und wird in der Leber zu Gallensäure abgebaut (Fettverdauung). Es wird vom Körper selbst produziert und auch mit der Nahrung (in allen tierischen Produkten, pflanzliche Lebensmittel sind cholesterinfrei) aufgenommen. Der gesunde Organismus reduziert bei einer erhöhten Zufuhr über die Nahrung. Kommt es zur Störung dieses Regulationsmechanismus, kann das sonst nützliche Cholesterin zur Gefahr werden. Neben dem Gesamtcholesterinwert im Blutplasma ist das Verhältnis HDL („gute Cholesterin“) zu LDL („schlechtes Cholesterin“) von Bedeutung. Ein hoher HDL- und ein niedriger LDL-Wert bedeutet ein geringeres Risiko bezüglich Herz-Kreislauf-Erkrankungen.  Eine weitere Gruppe der Blutfettwerte sind die Triglyceride. Sind sowohl der Cholesterin- als auch der Triglyceridwert im Blutplasma erhöht, spricht man von einer Hyperlipoproteinämie. Ursachen können eine angeborene Fettstoffwechselstörung, unausgewogene Ernährung, Unterfunktion der Schilddrüse, ein erhöhter Alkoholkonsum und diverse Medikamente sein.  

 

Was kann man gegen  hohe Blutfettwerten tun? 

Die Ernährungsumstellung ist ein wesentlicher Ansatz der Therapie. Neben der mäßigen Zufuhr an Cholesterin (max. 300 mg pro Tag) sollte auch eine erhöhte Zufuhr an gesättigten Fettsäuren vermieden werden. Diese „ungünstigen“ Fettsäuren können laut derzeitigen Erkenntnissen zur Arteriosklerose beitragen, da sie sowohl das Blutcholesterin als auch das ungünstige LDL-Cholesterin erhöhen. Reich an Cholesterin sowie meist auch an gesättigten Fettsäuren sind tierische Fette, fettes Fleisch, fette Wurst (Extrawurst, Salami, Leberkäse u. a.), fettreicher Käse (über 45 % F. i. Tr.), fette Milch und Milchprodukte (Obers, Crème fraîche u. a.), Eier, Innereien, Schalentiere, Speck und Schmalz. Diese Lebensmittel sollten in geringen Mengen genossen und fettarme Varianten bevorzugt werden, bei der Zubereitung sind fettarme Garmethoden wie Grillen, Dämpfen, Dünsten, Garen in Folie oder in speziellem Kochgeschirr zu empfehlen. Auch Transfettsäuren sind unerwünscht, da sie die Entstehung von Arteriosklerose fördern. In unseren Nahrungsmitteln entstehen sie vorwiegend durch die Härtung von Pflanzenfetten (z. B. Brat- und Frittierfette, Palmkern-, Kokosfett) und durch das zu hohe und lange Erhitzen von mehrfach ungesättigten Fettsäuren (z. B. kalt gepresste Öle). Sie werden vor allem durch Backwaren, Blätter-, Plunderteig, Süßwaren, Schokolade, Nougatcreme, Fertigprodukte, Fast Food, Erdäpfelchips und vieles mehr in größeren Mengen aufgenommen. 

 

Fett ist nicht gleich Fett

Entscheidend ist das Fettsäuremuster: Lebensmittel mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren (z. B. Linolsäure) gelten als „herzfreundlich“; dazu gehören Rapsöl, Olivenöl, Mandelöl, Avocados, Haselnüsse, Kürbiskerne, Macadamianüsse oder Olive). Die genannten Öle eignen sich bestens zum täglichen Kochen anstelle von Butter oder Schmalz. Hochwertige, kalt gepresste Öle sind optimal für Salate und kalte Gerichte, sie sollten nicht erhitzt werden. Zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren gehören die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Sie müssen regelmäßig über die Nahrung zugeführt werden, da der Körper sie selbst kaum oder gar nicht bilden kann. Omega-3-Fettsäuren können sich positiv auf erhöhte Blutfettwerte auswirken und das Herzinfarktrisiko senken. Sie kommen in Lein-, Walnuss-, Hanf- und Rapsöl, grünem Blattgemüse, Nüssen und Fisch vor. Der „Alpenlachs“ und andere heimische Fisch, besonders aber Kaltwasserfische wie Lachs, Makrele oder Hering haben einen besonders hohen Gehalt. Zwei bis drei Fischmahlzeiten pro Woche sollten fix in den Speiseplan eingebaut werden. Weiters sind Weizenkeim-, Maiskeim-, Sonnenblumenöl und Margarine gute Quellen für Omega-6-Fettsäuren. Als Streichfett stellt hochwertige Margarine im Vergleich zu Butter die cholesterinärmere Variante dar. Es spricht jedoch nichts gegen Butter in kleinen Mengen bei einer bewussten Ernährung.

 

Gut für’s Herz

Der reichliche Verzehr von Getreide und Getreideprodukten – vorzugsweise Vollkornprodukte, Erdäpfel, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst – ist sehr wichtig für eine „herzgesunde“ Ernährung. Die enthaltenen Ballaststoffe wirken positiv auf erhöhte Blutfettwerte. Weiters schützen Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe die Gefäße und das Herz. Bei erhöhten Triglyceriden im Blutplasma sollten Zucker, zuckerreiche Speisen und Getränke sowie Alkohol gemieden werden. Ein sparsamer Gebrauch von Kochsalz kann gegen Bluthochdruck und so wiederum positiv auf das Herz-Kreislaufsystem wirken. Eine maßvolle Ernährung bezüglich fettreicher und tierischer Lebensmittel bedeutet automatisch eine geringere Cholesterinzufuhr und tut nicht nur den Gefäßen und dem Herzen gut.  

 

Rezepte zum Thema:

Gerstenbulgur mit Gemüse und Pilzen

Räucherlachstörtchen

Nockerln mit Kürbis und Tofu

Linsenlaibchen

Safranreispudding