Gesunde Ernährung bei Diabetes mellitus

Diabetes mellitus, als „Zuckerkrankheit“ bekannt, ist eine chronische Störung des Kohlenhydratstoffwechsels, bei der Glukose (Einfachzucker) nicht in die Zellen aufgenommen werden kann. Glukose dient dem Körper und besonders dem Gehirn als Energiequelle. Insulin, ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet wird, ist für den Transport von Glukose aus dem Blut in die Zelle verantwortlich.

Von Daniela Grach

 Bei der Erkrankung Diabetes mellitus handelt es sich entweder um einen Insulinmangel oder eine Insulinresistenz (Unterempfindlichkeit) der Zellen. Als Folge erhöht sich der Glukosegehalt im Blut, der Blutzuckerspiegel steigt, den Zellen und dem Gehirn steht hingegen zu wenig Energie zur Verfügung.
Bleibt die Erkrankung längere Zeit unerkannt, kann der erhöhte Blutzuckerwert zu Schäden an Gefäßen, Nerven und Organen führen. Bekannte Spätfolgen sind Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenerkrankungen (Dialyse), Erblindung, schlechte Wundheilung und Durchblutungsstörungen (Amputation der Zehen, Füße etc.). Daher kommt der Früherkennung und Behandlung eine große Bedeutung zu.


Ursachen für Diabetes
Es gibt zwei Formen, den Typ-1-Diabetes mit Insulinmangel (früher als „juveniler Diabetes“ bezeichnet) und den Typ-2-Diabetes mit Insulinresistenz, der 90 % der Diabetes-Erkrankungen ausmacht. Der Typ-2-Diabetes kann in Österreich beinahe als „Volkskrankheit“ bezeichnet werden. Wurde er früher „Altersdiabetes“ genannt, sind in unserer Wohlstandgesellschaft bereits immer häufiger junge Personen, sogar Kinder, betroffen. Hinweise auf die Stoffwechselstörung können Symptome wie Müdigkeit und Leistungsabfall, Juckreiz, unkontrollierte Gewichtsabnahme, Sehstörungen, erhöhte Infektanfälligkeit, häufiger Harndrang und starkes Durstgefühl sein. Auch das Auftreten von Gestationsdiabetes („Schwangerschaftsdiabetes“) nimmt zu. Hierbei ist eine engmaschige ärztliche Betreuung wichtig, um die Gesundheit sowohl des Kindes als auch der Mutter zu gewährleisten.
Beim Typ-1-Diabetes handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, und er tritt meist bereits in jungen Jahren auf. Aufgrund des Insulinmangels muss Insulin gespritzt werden. Hierbei gibt es heutzutage bereits verschiedene Therapieformen. Die Insulinzufuhr ist lebensnotwendig.
Als Ursache für die Entstehung des Typ-2- Diabetes gelten hingegen vor allem Übergewicht, eine zuckerreiche und ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel, Bluthochdruck und Rauchen. Die Bauspeicheldrüse produziert meist genügend Insulin, das durch einen erhöhten Körperfettanteil (meist im Bauchbereich) jedoch nicht wirken kann. Als Folge produziert die Bauchspeicheldrüse übermäßig Insulin. Dies kann wiederum zum Anstieg des Körperfettanteils beitragen und im weiteren Verlauf zur Erschöpfung der Bauchspeicheldrüse führen, so dass schließlich zu wenig Insulin gebildet wird. Die Therapie erfolgt dann mittels Medikamenten (orale Antidiabetika) oder Insulingabe.

 

Ernährung als Therapie
Ein gesunder Lebensstil dient sowohl der Prävention und ist gleichzeitig Therapie von Diabetes Mellitus Typ 2. Besonders wichtig sind ein normales Gewicht sowie regelmäßige Bewegung. Eine ausgewogene Ernährung mit einem geringen Anteil an Zucker und Auszugsmehlprodukten, einem hohen Anteil an Gemüse, Salaten, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Erdäpfeln, einem mäßigen Anteil an Fleisch, Eiern, Milchprodukten und Obst, ein bis zwei Fischportionen pro Woche und ausreichend zuckerfreier Flüssigkeit stellt die Basis der Ernährungstherapie sowohl bei Typ 2 als auch bei Typ 1 dar. Ballaststoffe helfen Blutzuckerspitzen zu vermeiden, Zucker sowie zuckerreiche Speisen, Süßigkeiten und Getränke (Limonaden, Fruchtsäfte etc.) hingegen bewirken einen raschen und hohen Anstieg der Blutglukose. Pflanzliche Öle und Nüsse liefern günstige Fettsäuren zum Schutz der Blutgefäße, tierische Fette sowie versteckte gehärtete Fette (Transfettsäuren) sollten stark eingeschränkt werden. Bei einer Insulinzufuhr (Typ-1- sowie insulinpflichtiger Typ-2-Diabetes) müssen bei der Aufnahme von Kohlenhydraten die BE („Broteinheiten“) bzw. KE („Kohlenhydrateinheiten“) berücksichtigt werden, um eine Hyperglykämie oder Hypoglykämie (Unterzuckerung) zu vermeiden. Eine BE sind ca. 12 Gramm reine Kohlenhydrate. Zur einfachen Handhabung gibt es hierfür Kohlenhydrataustausch-Tabellen, in denen die entsprechenden Lebensmittelmengen aufgelistet sind. Alkohol kann den Blutzuckerspiegel negativ beeinflussen, da er zuerst die Aufnahme der Glukose ins Blut verzögert (Gefahr der Unterzuckerung) und anschließend stark ansteigen lässt. Spezielle Diabetikerprodukte wie zum Beispiel „Diabetiker-Süßigkeiten“ bieten keine gesundheitlichen Vorteile, da der Fettanteil meist höher ist. Sie sind somit für übergewichtige Diabetiker ungeeignet. Süßstoffe beeinflussen den Blutzucker kaum, sollten aber nur in kleinen Mengen in Getränken konsumiert werden. Zuckeraustauschstoffe haben keine Vorteile gegenüber Haushaltszucker. Kleine tägliche Mengen an Haushaltszucker, die in Speisen wie z. B. Vollkornkuchen oder Topfencreme „verpackt“ sind, werden toleriert. Eine regelmäßige ärztliche Kontrolle des Blutzuckerspiegels ist auch beim Typ-2-Diabetes wichtig.

 

Rezepte zum Thema:

Gebackene Erdäpfel-Strudel-Säckchen mit Rotkraut

Gemüse-Getreide-Strudel

Dinkelvollkorn-Kräuter-Omelett mit Champignon-Chionakohl-Fülle

Forellenfilet auf Spinat mit Polenta

Apfel-Zimt-Kuchen

 

Für Diabetiker geeignet kochen und backen