Haltbarmachen durch Einfrieren

Reste von Feiern, Aktionen, saisonale Angebote oder Rezepte, die sich erst ab einer gewissen Menge lohnen – es gibt viele gute Gründe fürs Einfrieren. Hier erfahren Sie, wie es am besten funktioniert und was Sie dabei beachten sollten.

Allgemeines zum Einfrieren von Lebensmitteln

Behaelter Bei einer Temperatur von -18 °C oder darunter halten viele Lebensmittel in geeigneten Verpackungen bis zu 10 Monate. Fleisch und zarte Gemüsesorten nicht länger als 6 Monate einfrieren, Fisch nicht länger als 4 Monate und Faschiertes innerhalb eines Monats verbrauchen.

Manche Lebensmittel wie z. B. Gemüse können im gefrorenen Zustand gegart werden, andere (wie etwa kleine Fleischstücke) müssen antauen, große Fleisch-, Fisch oder Geflügelstücke sollten im Kühlschrank ganz auftauen, bevor sie weiterverarbeitet werden können. Dabei immer das Auftauwasser entsorgen. Da sich darin Bakterien wie Salmonellen sammeln können, darf es nicht mit anderen Lebensmitteln in Berührung kommen. Die benutzten Gefäße sowie die Hände gründlich waschen.

Ob man Aufgetautes erneut einfrieren kann, darüber gehen die Expertenmeinungen auseinander. Wer auf Nummer sicher gehen will, hält die Portionen klein, so dass von eingefrorenen Lebensmitteln oder Speisen nach dem Auftauen keine Reste bleiben.

 

Gemüse & Obst

Bei Gemüse & Obst eignen sich die meisten Sorten zum Einfrieren. Putzen, schälen, schneiden, blanchieren oder passieren – je nach Sorte wird Gemüse und Obst für die Weiterverwendung nach dem Einfrieren vorbereitet.

Wird Gemüse vor dem Einfrieren portionsweise in ausreichend ungesalzenem Wasser blanchiert, behält es den Großteil der Inhaltsstoffe sowie Farbe, Geruch und Geschmack. Zartes Gemüse etwa 2 Minuten kochen, festeres 3–4 Minuten, herausnehmen, sofort in eiskaltem Wasser abkühlen, abtropfen lassen, gut trocken tupfen, verpacken und einfrieren.

Gemüse in Stücken kann zuerst auf einem Tablett aufgelegt vorgefroren werden, für Paradeisermark eignen sich Eiswürfelbehälter. Auch zu Suppe oder Sauce verarbeitet, eignet sich Gemüse sehr gut zum Einfrieren.

Beeren (außer Himbeeren) und Obst vorsichtig in kaltem Wasser waschen, abtropfen lassen und trocken tupfen. Steinobst vor dem Einfrieren entstielen, entsteinen und eventuell halbieren.

Obststücke oder kleine Obstsorten am besten vorfrieren. Aus beinahe allen Obstsorten kann man auch Fruchtmark herstellen, das sich in Plastikbehältern gut einfrieren lässt.

 

Fleisch

Rindfleisch Alle Sorten können im Ganzen oder bereits zu Gulaschfleisch, Steaks oder Faschiertem verarbeitet eingefroren werden. Immer darauf achten, dass die Ware frisch ist und dass hygienisch gearbeitet wird.

Fleisch von Sehnen oder Innereien befreien, waschen und sehr gut trocken tupfen. Fleischstücke können auf einem Tablett vorgefroren und danach portionsweise verpackt eingefroren werden. Faschiertes sofort in einem Gefrierbeutel möglichst flach einfrieren.

Abgepackt gekauftes Fleisch immer aus der Verpackung nehmen und in Gefrierbeuteln oder -boxen einfrieren, denn unter der Verpackung können Bakterien gedeihen, die das Produkt, auch wenn es eingefroren ist, schneller verderben lassen. Bei Gefrierbeuteln die Luft herausdrücken, so dass das Gefriergut eng an der Folie anliegt.

 

 

Kräuter & Pilze

Alle frischen Kräuter eignen sich zum Einfrieren. Kräftigere Sorten waschen, zarte Sorten (z. B. Estragon, Kerbel, Koriander) nicht. Gehackte Kräuter in kleine Behälter geben (und eventuell mit Wasser bedecken). Ganze Blätter aufeinanderlegen und fest in Alufolie wickeln, unaufgetaut schneiden.

Pilze können sowohl roh als auch vorgedünstet eingefroren werden. Rohe Pilze sorgfältig putzen, bei großen Exemplaren die Röhren entfernen und möglichst nicht waschen oder nur kurz abbrausen und trocken tupfen, in Scheiben schneiden, auf einem Tablett 2–3 Stunden vorfrieren, dann verpacken und einfrieren, so halten sie ca. 10 Monate. Bei der Zubereitung kommen die roh eingefrorenen Pilze gefroren ins heiße Fett. Zudecken, bis die Pilze aufgetaut sind, dann ohne Deckel weiterdünsten. Sollen die Pilze vorgedünstet eingefroren werden, die geputzten, geschnittenen Pilze in heißem Öl nicht ganz gar dünsten, auskühlen lassen, in Gefrierdosen füllen und einfrieren. Vorgedünstet eingefrorene Pilze eignen sich gut für Suppen und Saucen – einfach in der heißen Suppe/Sauce auftauen lassen.

 

Kuchen & Gebäck

Gebäck sowie viele Kuchen lassen sich gut einfrieren. Germ- und Mürbteig können bis zu 6 Monate, Biskuit bis zu 3 Monate eingefroren werden. Ungefülltes Brandteiggebäck eignet sich sehr gut zum Einfrieren in Gefrierbeuteln. Einzelne Tortenstücke nicht länger als 3 Monate und am besten in Gefrierdosen einfrieren, so können sie auch portionsweise wieder aufgetaut werden. 

Auftauen: Kuchen und Kleingebäck bei Zimmertemperatur ohne Verpackung auftauen lassen, damit sich kein Kondenswasser bildet. Germteig kann auch im Backofen aufgebacken werden.

 

Nahrungsmittel, die sich nicht gut für das Gefrierfach eignen

Erdäpfel eignen sich weder roh noch gekocht zum Einfrieren, weil ihre Zellstruktur in der eisigen Kälte zerbricht und der Geschmack extrem leidet. 

Erdbeeren werden matschig, weil das zu Eiskristallen erstarrte Wasser aus den Früchten die sensiblen Zellwände zerstört. Besser als Erdbeermark einfrieren.

Manche Gemüsesorten wie z. B. Salat oder ganze Paradeiser eignen sich nicht zum Einfrieren, da sie zu viel Wasser enthalten.

Baiser- und Makronenmassen eignen sich nicht zum Einfrieren, sie werden zäh, Buttercreme und Pudding verflüssigt sich, Joghurt, Sauerrahm und Crème fraîche flockt aus, Schokolade- und andere Glasuren werden oft stumpf und fleckig.

 

Weitere Infos

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Aufbewahren und Einfrieren - richtig verpackt, länger haltbar

 

Rezepte

Fleischstrudel in der Rindsuppe

Spargelcremesuppe

Linseneintopf

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Gelbe Rüben Tascherln

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