Heile deinen Darm (+ Rezepte)

 

Als Sitz der Gesundheit gilt nicht umsonst der Verdauungstrakt, schließlich ist ein Großteil der Zellen des Immunsystems im Darm angesiedelt. Ist die Darmflora gestört, wirkt sich das direkt auf unsere körperliche und geistige Gesundheit aus. Genau hier – bei einer gestörten Darmflora und den zahlreichen damit verbundenen Erkrankungen – setzt die GAPS-Diät an.


Was ist GAPS?
Der Begriff GAPS (Gut and Psychology/Physiology Syndrome) bedeutet eigentlich „Lücken“ (als Anspielung auf das Leaky-Gut-/Leckdarm-Syndrom, das davon ausgeht, dass durch eine perforierte Darmwand Krankheitserreger in den Körper gelangen) und wurde als Kunstwort von der britischen Neurologin Dr. Natasha Campbell-McBride für jenes Syndrom geschaffen, das eine Vielzahl von körperlichen und psychischen Krankheitsbildern umfasst, die durch einen gestörten Darm hervorgerufen oder verstärkt werden. Aufgrund der engen Darm-Körper-Kopf-Verbindung wirkt sich ein geschädigter Darm direkt negativ auf die Gesundheit aus. Einige Beschwerden, die so hervorgerufen bzw. verstärkt werden können, sind: Depressionen, Zwangsstörungen, Stimmungsschwankungen, Autismus, Legasthenie, Schizophrenie, Gedächtnisstörungen auf psychischer Seite sowie Asthma, Akne, Harnwegsinfekte, Arthritis, Typ-I-Diabetes, Muskelschwäche und natürlich Verdauungsstörungen wie Reizdarmsyndrom, Gastritis oder Colitis auf der Seite der physischen Beschwerden.

 

Um dieser Symptome Herr zu werden, hat Dr. Campbell-McBride eine spezielle kohlenhydratarme Ernährungsform entwickelt. An der Basis dieser Ernährungsform stehen Suppen, Fleisch, Gemüse und allerlei vergorene Lebensmittel – angefangen bei vergorenen Gemüsesäften bis hin zu Produkten wie Kefir. Gänzlich gemieden werden Getreide, Nudeln, Reis, stärke- und zuckerhaltige Lebensmittel sowie die meisten Hülsenfrüchte. Ein weiterer bedeutender Faktor ist die Vermeidung industriell verarbeiteter Lebensmittel. Vielmehr wird im Rahmen der GAPS -Diät auf die täglich frische Zubereitung der Speisen großer Wert gelegt.

 

Die Einführungsdiät
Wenn bereits gravierende Verdauungs- und andere gesundheitliche Probleme bestehen, sollte der Einstieg in die GAPS -Diät über die Einführungsdiät erfolgen. Diese gliedert sich in sechs Stufen, die nacheinander durchlaufen werden. Auf der ersten Stufe sind zunächst nur Suppen, Brühen, Gemüse, Fleisch und wenige probiotische Lebensmittel erlaubt. Mit jeder Stufe kommen weitere Lebensmittel hinzu. Jede dieser Phasen wird für einige Tage eingehalten, mindestens jedoch so lange, bis keine Beschwerden mehr auftreten. Nach Durchlaufen der Einführungsdiät sollte die GAPS –Vollwertdiät für ca. zwei Jahre eingehalten werden. Die Einführungsdiät kommt auch als Kur nach Darminfektionen oder auch Antibiotikabehandlungen zur Anwendung. In diesem Fall können die sechs Stufen jedoch sehr rasch durchlaufen werden.

 

Die volle GAPS-Diät
Diese Form schließt an die Einführungsdiät an. Menschen, die nur unter leichten Beschwerden leiden, können auch gleich mit der GAPS -Vollwertdiät beginnen. Dafür werden einfach nach und nach die Lebensmittel eliminiert, die in der GAPS -Diät untersagt sind. Anschließend wird diese Diät für etwa zwei Jahre eingehalten. Danach können auch zuvor „verbotene“ Lebensmittel, sofern sie (wieder) problemlos vertragen werden, konsumiert werden.

 

Grundsätzlich ist die Ernährungsumstellung nur ein Grundpfeiler der GAPS -Therapie. Daneben sollte auch die Nährstoffversorgung optimiert werden, eventuell mithilfe von Nahrungsergänzungsmitteln. Außerdem ist es erforderlich, die Ursachen körperlicher und geistiger Beschwerden, die mit einer gestörten Darmflora einhergehen, zu bekämpfen. E-Smog, herkömmliche Körperpflege- und Reinigungsprodukte, Gifte wie Quecksilber, Kunststoffe, Fast Food, Medikamente wie Antibiotika etc. sollten gemieden werden. Entgiftungsmaßnahmen zu Beginn der Ernährungsumstellung auf die GAPS -Diät helfen dabei, bereits im Körper befindliche Schadstoffe auszuleiten. Auch mehr Bewegung und weniger Stress sollten zum neuen Lebensstil unbedingt dazugehören. Bei dieser Ernährungsumstellung und den Änderungen des Lebensstils können zertifizierte GAPS -Therapeuten gezielt helfen. 

 

In der GAPS-Diät verbotene Lebensmittel:

Acidophilus-Milch
Agar
Agavensirup
Algen
Aloe vera
Amaranth
Apfelsaft
Augenbohnen
Backpulver und Backtriebmittel
jeder Art (außer reines Speisesoda)
Balsamico-Essig
Baumwollsamen
Bienenpollen
Bier
Bittermelone
Bohnen mit hohem Stärkegehalt
(Kidneybohnen, Saubohnen)
Bohnenmehl und Bohnensprossen
Brandy
Bratöle
Buchweizen
Bulgur
Buttermilch
Carrageen
Cornflakes und alle anderen
Frühstücksflocken
Couscous
Dinkel
Eiscreme aus dem Handel
Extrawurst
Fisch in Sauce oder Salz
konserviert, geräuchert
Fleisch mit Zusatzstoffen,
konserviert, geräuchert, gesalzen
Frischkäse
Früchtekonserven
Fruchtzucker
Gemüsekonserven
Gerste
Getränkesirup
Getreide, alle Sorten
Grieß
Hafer
Hefe und Hefeextrakt
Hirse
Hüttenkäse
Joghurt aus dem Handel
Johannisbrot
Kaffeeersatz und Instantkaffee
Kakaopulver (erlaubt, wenn keine
Verdauungsbeschwerden vorliegen)
Erdäpfel
Käse mit künstlichen Zusatzstoffen
Kastanienmehl
Kaugummi
Ketchup aus dem Handel
Kichererbsen
Klettenwurzel
Kohlensäurehaltige Getränke
Laktose
Mais
Maissirup
Maisstärke
Margarine und Butterersatz
Marmeladen
Mehl aus Getreide
Milch (Tier- und Kokosmilch, Reisund
Sojadrink; rohe Kuhmilch für
die Milchsäuregärung ist erlaubt)
Milchpulver
Molke oder Molkepulver (in zubereiteten
Speisen ist Molke erlaubt)
Mozzarella
Mungbohnen
Nudeln jeder Art
Nüsse in verarbeiteter Form
Okra
Oligofruktose
Pastinaken
Pektin
Quinoa
Rahm
Rahmkäse
Reis
Ricotta
Roggen
Sago (Verdickungsmittel)
Sauerrahm aus dem Handel
Schafkäse
Schnaps
Schokolade
Sherry
Soja
Spirituosen
Stärke in jeder Form
Streichkäse
Suppenwürfel oder -pulver
Süßkartoffeln
Süßstoffe (Saccharin, Aspartam,
Acesulfam etc.)
Tapioka (Stärke)
Tee aus Fertigpulver
Topinambur
Traubenzucker
Weinstein
Weizen und Weizenkeime
Wurstwaren mit Zusatzstoffen
Zellulose
Zichorienwurzel
Ziegenkäse
Zucker und Zuckerstoffe
jeder Art

 

Rezepte zum Thema aus dem Buch "Heile deinen Darm!" von Hilary Boynton und Mary G. Brackett

 

 

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