Herbsttrend Dörren & Trocknen

Dörren und Trocknen hat eine lange Tradition. Schon sehr früh wurden Früchte zur Konservierung an der Sonne getrocknet. Das dauerte jedoch so lange, dass wasserreiche Sorten verdarben, bevor der Prozess zu Ende war. Wurde im Innenraum getrocknet, musste für gute Belüftung gesorgt werden. Später versuchte man das Dörren zu beschleunigen, indem man das Obst nahe der Feuerstelle oder im Ofen platzierte. Auch heute noch zählt Dörren und Trocknen zu den beliebten Möglichkeiten, Früchte und Kräuter haltbar zu machen, um sie auch außerhalb der Saison genießen zu können. Elektrische Dörrgeräte erleichtern den Prozess allerdings erheblich.


Das Dörrgerät
Ein Dörrgerät (oder -automat) ist ein elektrisches Haushaltsgerät zur Herstellung von getrocknetem Obst, Gemüse, Pilzen, Kräutern, manchmal sogar Fisch und Fleisch, im eigenen Haushalt, ohne Konservierungsmittel und ohne großen Vitaminverlust. Dafür wird das frische Dörrgut gewaschen, manchmal geschnitten und/oder geschält und in den Dörrautomaten eingelegt. Dieser verfügt über mehrere Ebenen, so dass eine größere Menge zugleich getrocknet werden kann. Der Dörrautomat lässt trockene, warme Luft durch die einzelnen Etagen strömen, so dass dem Dörrgut langsam die eigene Feuchtigkeit entzogen wird. Ist das fertige Trockenobst/-gemüse absolut trocken und ausgekühlt, kann es weiterverarbeitet oder vor Feuchtigkeit und Licht geschützt in luftdichten Dosen bzw. Gläsern oder auch eingeschweißt für längere Zeit gelagert werden.


Die verschiedenen Modelle
Hinsichtlich der Bauweise unterscheidet man Geräte mit runden und solche mit eckigen Dörr - einsätzen. Bei Geräten mit runden Dörreinsätzen befindet sich die Wärme- und Belüftungseinheit meist unten, darüber werden die einzelnen Einsätze gestapelt. Die warme Luft wird von unten nach oben geblasen und entweicht durch eine Öffnung im Deckel. In seltenen Fällen geht die Luftzirkulation von oben aus, die Belüftungseinheit wird über den Dörrgittern angebracht. Der Durchmesser der runden Einsätze reicht von etwa 30 bis 35 cm.

Vor allem Profi-Geräte im oberen Preissegment haben meist eckige Gitter in verschiedenen Größen und Formaten, die wie Laden einzeln herausgezogen werden können. Der Luftstrom kommt in diesem Fall von hinten. Das Eigengewicht der Geräte liegt je nach Material, Größe und Ausführung zwischen 2,5 kg und 10 kg. Die Einsätze bestehen aus Kunststoff oder Metall, wobei auf Kunststoff das Ergebnis meist nicht ganz so gut ist. Viele Konsumenten bevorzugen dennoch Kunststoff-Einsätze, da die Früchte da - rauf nicht so leicht kleben bleiben. Sehr feinmaschige Gitter eignen sich besonders für filigrane Kräuter und kleine Beeren. Bei einigen Geräten sind Gitter und Deckel spülmaschinenfest. Die Anzahl der Einsätze unterscheidet sich je nach Modell. Zumindest drei Einsätze sind Standard. Der Großteil der Geräte (vor allem jene mit runden Einsätzen) ist jedoch erweiterbar, einige sogar auf über zehn Etagen. Werden viele Dörrgitter übereinander gestapelt, kann durch die Belüftung von unten (oder oben), wie es bei runden Gittern der Fall ist, ein größerer Temperaturunterschied zwischen den oberen und den unteren Etagen entstehen. Dann ist es besser, für ein gleichmäßiges Ergebnis nach der halben Dörrzeit oder überhaupt öfter die Gitter mit dem Dörrgut zu tauschen. Achtung: Das Gerät wird bei Betrieb warm – daher nur mit Topflappen angreifen! Bei eckigen Geräten ist durch die horizontale Belüftung kein Tauschen der Gitter notwendig.

Die Temperatur des Luftstroms, der in das Gerät geblasen wird, ist entweder in einem bestimmten Bereich steuerbar oder das Gerät verfügt nur über mehrere Trocknungsstufen, die sehr unterschiedlich ausfallen können. Gewisse Modelle beginnen schon bei 20 °C, andere erst ab 50 °C, was rohköstliches Dörren unmöglich macht. Bei teureren Modellen lässt sich die Dörrzeit automatisch über eine Zeitschaltuhr regeln, das Gerät schaltet sich nach dem Trocknungsvorgang von selbst ab. Die Leistung der Geräte schwankt zwischen 250 und 1000 Watt, wobei auch die Geräte im unteren Bereich durchaus zufriedenstellende Ergebnisse liefern und dabei weniger Strom verbrauchen. Einige Geräte haben Informationen zu einzelnen Lebensmitteln und deren Dörrzeit/-temperatur in den Deckel gekerbt, was die Benutzung erleichtert. Vielen Modellen liegt zudem ein Rezeptbuch bei.

Einstiegsgeräte sind schon ab ca. 50 Euro erhältlich, Profi-Dörrapparate kosten mehrere 100 Euro. Diese eignen sich dann mitunter durch die gute Luftzirkulation auch als Dörrofen für schonendes Backen von Kräckern und zur Herstellung von Fruchtleder, einem getrockneten Fruchtpüree. Für den Einsatz ab und zu reicht ein günstiges Gerät vollkommen aus. Wer jedoch regelmäßig große Mengen dörren möchte, sollte in ein hochwertiges Modell investieren.

Der "Dörrex" von der Schweizer Firma Stöckli ist ein solides Gerät für jedermann, erweiterbar auf bis zu 10 Etagen, erhältlich mit Kunststoff- oder Edelstahlgittern, jeweils mit oder ohne Timer, ab ca. 100 Euro.

Der Excalibur-Dörrautomat ist besonders für diejenigen geeignet, die oft und viel Obst /Gemüse/Kräuter trocknen, die einzelnen Dörrgitter können wie Laden herausgezogen werden, erhältlich ab ca. 300 Euro.

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Rezept: Gedörrter, in Öl eingelegter Kürbis

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