Heumilch - das besondere Geschmackserlebnis

In fast allen Kulturen der Welt (Ausnahme: der asiatische Raum) gilt Milch als wertvolles, gesundes Lebensmittel. Heute weiß man, dass Milch ein All-Inclusive-Naturprodukt ist und einen optimalen Mix aus lebensnotwendigen Nährstoffen darstellt.

von Norbert Grabner BSc, Diätologe

 Milch besteht zu fast 90 % aus Wasser, zu ca. 4 % aus Milchzucker (Laktose)und vielen weiteren wichtigen Inhaltsstoffen wie Milchfett (zwischen 0,1 und 4,5 Prozent), Milcheiweiß (z. B. Kasein und Molkenprotein mit einem hohen Gehalt an unentbehrlichen Aminosäuren), Mineralstoffen und Vitaminen (z. B. Vitamin D, B2 und B12).
Die Laktose, das Kohlenhydrat der Milch, kommt nur in Milch vor und wird von den Darmbakterien zu Milchsäure abgebaut. Laktose liefert nicht nur Energie, sondern trägt dazu bei, dass eine günstige Darmflora aufgebaut wird. Zudem fördert sie die Kalzium-, Magnesium-, Phosphat- und Eisenresorption sowie die Synthese von einigen Vitaminen durch die Darmbakterien. Milch hat je nach der Fütterung der Tiere (Alm-, Weide-, Stallhaltung) und dem Fettgehalt einen unterschiedlichen Vitamingehalt.

Heumilch, also Milch von Kühen, die silofrei gefüttert werden, hat im Vergleich zu herkömmlicher Milch noch einige zusätzliche gesundheitliche Vorzüge. Sie enthält rund das Doppelte an Omega-3 Fettsäuren und konjugierten Linolsäuren sowie mehr Vitamin D.

Warum dieser Unterschied?

Den hohen Fettsäureanteil führen die Forscher direkt auf die artgerechte, ursprüngliche Fütterung der Kühe mit verschiedenen würzigen Kräutern, Blumen und Gräsern zurück. Je abwechslungsreicher und hochwertiger das Futter, desto aromatischer schmeckt auch die Milch. Grünlandfutter und Heu ist reicher an Linolsäure und α‑Linolensäure als Silage oder Kraftfutter; im Magen der Heumilch-Kühe erfolgt eine höhere Umwandlung von konjugierter Linolsäure (CLA), was wiederum den Anteil an ungesättigten Fettsäuren in der Milch ansteigen lässt.

Gesundheitlicher Mehrwert

Die wertvollen Inhaltsstoffe von Heumilch wurden von einigen Studien bestätigt (z. B. BOKU Wien, Collomb, Westermair, Schreiber, Ehrlich …). Omega-3-Fettsäuren zählen zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die unser Körper selbst nicht produzieren kann und die daher über die Nahrung aufgenommen werden müssen, da sie lebensnotwendig (essentiell) sind.
Zusammen mit den konjugierten Linolsäuren wirken sie zudem blutdrucksenkend, gefäßschützend, entzündungshemmend und fördern ein gesundes Herz-Kreislauf-System. Als positiven Nebeneffekt verbessern sie die Cholesterinwerte und helfen beim Abnehmen.

 

Rezepte zum Thema

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