Heumilchbauern fördern die Artenvielfalt

Die nachhaltige Wirtschaftsweise der Heumilchbetriebe fördert die Artenvielfalt auf den heimischen Wiesen, Weiden und Almen – Holztafeln machen auf wertvolle Arbeit aufmerksam.

Mit dem heutigen „Internationalen Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt“ weisen Österreichs Heumilchbauern mit einer sympathischen „Aktion“ auf ihre wertvolle Arbeit für die Artenvielfalt auf den heimischen Wiesen, Weiden und Almen hin. Quer durch die Heumilchregionen stellen sie Holztafeln mit der Aufschrift „Hier blüht es für Heumilchkuh, Biene & Co.!“ in den Wiesen und Weiden auf. „Mit dieser Aktion wollen wir einmal mehr auf die Nachhaltigkeit der Heumilchwirtschaft aufmerksam machen“, so Karl Neuhofer, Obmann der ARGE Heumilch Österreich.

Biologische Artenvielfalt durch traditionelle Heuwirtschaft
Der Verlust der biologischen Vielfalt ist eine große und zentrale Herausforderung unserer Zeit – ist diese doch durch die Industrialisierung der Nahrungsmittelproduktion stark gefährdet. Heumilchbauern hingegen tragen durch die extensive Bewirtschaftung ihrer Grünlandflächen wesentlich zur Steigerung der Artenvielfalt bei. Auf ihren Mager-, Trocken- und Feuchtwiesen wachsen besonders viele verschiedene Pflanzen, was Mensch und Tier gleichermaßen zugute kommt.
Die hohe Pflanzenvielfalt in den Wiesen der Heumilchbauern erfordert weniger Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Bauern müssen nicht permanent nachsäen, weil das Grasen der Kühe einen Wachstumsimpuls auslöst. Ein ausgewogenes Verhältnis an Grünlandpflanzen sorgt außerdem für ein nährstoffreicheres Futter für die Kühe. Sie werden schneller satt und das Zufüttern von Getreide kann minimiert werden. Eine weitere Besonderheit: Heumilchbauern machen ein bis zwei Schnitte weniger als in der herkömmlichen Landwirtschaft, denn sie lassen ihre Wiesen richtig reifen. Gemäht wird erst dann, wenn eine Vielzahl an Gräsern und Kräutern in voller Blüte steht – die Pflanzen sind dann überreif und die Fortpflanzung kann damit auf natürliche Weise gesichert werden.

Mosaikartige Bewirtschaftung schafft Lebensräume
Heumilchbauern pflegen drei Mal so viel Wiesen- und Grünlandfläche als die industrialisierten Landwirtschaftsbetriebe in Europa. Durch die kleinflächige, mosaikartige Bewirtschaftungsweise der Heumilchbauern sind die Mahdzeitpunkte zeitlich gestaffelt und räumlich unterschiedlich über die Flächen gestreut, d.h., dass alle Grünflächen nie auf einmal gemäht, sondern wellenartig bewirtschaftet werden. „Das sieht nicht nur optisch attraktiv aus, sondern bietet vor allem vielen Tieren wie der Biene, der Hummel oder dem Niederwild einen geeigneten Lebensraum. Denn die Nahrungsquellen und Rückzugsmöglichkeiten bleiben erhalten, bis auf den früher gemähten Wiesen bereits wieder ein ausreichend hoher Aufwuchs steht“, so Neuhofer.

Über die Heumilch
Bei der Heumilchwirtschaft handelt es sich um die ursprünglichste Form der Milcherzeugung: Die österreichischen Heumilchkühe ernähren sich im Sommer von Gräsern und Kräutern auf den heimischen Wiesen, Weiden und Almen, im Winter kommen Heu und mineralstoffreicher Getreideschrot in den Trog. Gärfutter wie Silage ist strengstens verboten. Sämtliche Produkte werden kontrolliert gentechnikfrei hergestellt.

Die ARGE Heumilch Österreich vereinigt mehr als 8.000 Heumilchbauern und rund 60 Verarbeiter und ist die Nummer eins bei der Erzeugung und Vermarktung von Heumilch. Hauptproduktionsgebiete der Heumilch sind Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich sowie die Steiermark. In Österreich liegt der Heumilchanteil an der Gesamtproduktion bei 15 Prozent, in Europa bei lediglich drei Prozent.

Die ARGE Heumilch Österreich im Internet: www.heumilch.at