Kann man das noch essen?

Nicht alle Lebensmittel, die laut Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen sind, sind auch wirklich reif für den Müll. Was noch geht und wovon Sie besser die Finger lassen…

Immer wieder hören oder lesen wir an unterschiedlicher Stelle, dass in Österreich viel zu viele Lebensmittel – teilweise noch originalverpackt – im Müll landen. Das geschieht meist, weil unbedacht eingekauft, oder die gekaufte Ware falsch gelagert wird. Nicht selten wären diese weggeworfenen Lebensmittel noch genießbar. Viele Konsumenten glauben jedoch, dass mit Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums das betreffende Lebensmittel bereits verdorben ist!

Tatsächlich gibt das vom Hersteller vorgeschriebene Mindesthaltbarkeitsdatum lediglich an, bis zu welchem Datum das ungeöffnete und sachgemäß gelagerte Lebensmittel Geschmack, Geruch, Farbe, Konsistenz und Nährwert mindestens behält. Danach muss es aber keinesfalls verdorben sein.

Dauerwaren wie Reis, Nudeln, Mehl, aber auch Kaffee oder Marmelade können Monate nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch genießbar sein, vorausgesetzt sie wurden sachgemäß gelagert (Achtung: Vollkornprodukte verderben aufgrund ihres ölhaltigen Keimlings schneller!). Bei Milchprodukten und Eiern sind es immerhin mehrere Tage. Eier halten sich gut gekühlt ab dem Legedatum mindestens 4 Wochen. Für Zubereitungen mit rohen Eiern sollten jedoch immer ganz frische Eier verwendet werden.

Auch abgelaufene Schokolade kann ohne Bedenken genossen werden; die grauweiße Verfärbung durch die austretende Kakaobutter ist ungefährlich.

Trockengewürze sollten allerdings nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums entsorgt werden, denn sie lagern meist in der Küche neben dem Herd wo sich durch die ständige Wärme Bakterien besonders gut vermehren können.

Am einfachsten lässt sich feststellen, ob ein Lebensmittel auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch genießbar ist, indem man das Produkt sorgfältig anschaut, daran riecht, kostet und dann entscheidet, ob es noch genießbar ist.
Besonders Lebensmittel aus bereits geöffneten Packungen sollten diesen sensorischen Tests unterzogen werden, denn hier kommt Sauerstoff zu den Lebensmitteln und sobald das passiert, setzt der natürliche Verderb ein.
Ist bereits Schimmelbefall sichtbar, ist das ein Zeichen von Verderb und bedeutet, dass die meisten Lebensmittel nicht mehr genießbar sind. Bei Schimmelbefall unbedingt entsorgen sollten Sie

  • Brot – Auch bei kleinen schimmligen Stellen besteht die Gefahr, dass sich bereits Pilzgifte gebildet haben.
    • Obst und Gemüse –Schimmelgifte können sich durch den hohen Wassergehalt bereits im ganzen Lebensmittel verteilt haben. Obst- und Gemüsesorten, die viel Wasser enthalten komplett entsorgen, Kohl beispielsweise kann abgeschnitten werden.
    • Mehl und Getreide
    • Fruchtsäfte – Sie zeigen bei Schimmelbefall Schlierenbildung, der gesamte Saft ist zu entsorgen!
    • Milchprodukte, (Frucht)aufstriche oder Marmelade
     
    • Käse – Je härter er ist, desto länger ist er haltbar. Von Hartkäse können schimmlige Stellen abgeschnitten werden, Frisch- Weich- und Schnittkäse hingegen muss man entsorgen.

ACHTUNG: An die Angabe „zu verbrauchen bis“, die z. B. auf Frischfleisch zu finden ist, sollte man sich unbedingt halten, da es sich hierbei um schnell verderbliche Lebensmittel handelt.

So können Lebensmittelabfälle vermieden werden

  • Einkäufe gut planen und gegebenenfalls offene Ware der Großpackung vorziehen, wenn diese nicht gebraucht wird. Auch wenn die offene Ware im ersten Moment teurer erscheint, so zahlt es sich doch aus, z. B. nur ein paar Scheiben Wurst oder Käse zu kaufen, der dafür aufgegessen wird.
  • Vor dem Einkaufen einen Einkaufszettel schreiben, nicht hungrig einkaufen gehen, leicht verderbliches erst kurz vor dem Gebrauch kaufen.
  • Unbedingt darauf achten, dass die Lebensmittel richtig gelagert werden, viele Produkte haben auch schon Hinweise zur Lagerung auf der Verpackung stehen.