Kinderernährung: Gesund essen lässt sich lernen

Die Zahlen sind erschreckend: fast ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen ist übergewichtig oder adipös. Die Gründe: ein vermehrt sitzender Lebensstil, das enorme Überangebot an Nahrungsmitteln, die Macht der Werbung, der Einfluss des Umfelds usw. Da fällt es oft nicht leicht, Kinder für gesunde Ernährung zu begeistern. Doch mit ein paar Tricks, etwas Kreativität und viel Geduld kann auch der Suppenkaspar zum bewussten Feinschmecker werden.


Kinder hören auf ihren Körper

Babies und Kinder wissen, wann sie Hunger haben und was ihnen schmeckt. Unter dem Einfluss der  Umwelt gehen diese Fähigkeiten jedoch schnell verloren. Hier setzt die Verantwortung der Eltern ein, ihren Kindern verschiedenste Lebensmittel und Zubereitungsarten anzubieten. Auch Väter sollten fähig sein, ihrem Nachwuchs eine frische gesunde Mahlzeit zu kochen. Und wird das Essen einmal verweigert, Kinder nie zum Aufessen zwingen – das stört die natürliche Regulation des Hungergefühls.

 


Kinder haben Angst vor Unbekanntem

Was Kinder nicht kennen, macht sie schnell skeptisch. Doch es lohnt sich, hartnäckig zu bleiben, gesundes Essen kindgerecht zu präsentieren und Gemüsesorten zum Beispiel getrennt zu servieren, damit die Kinder leichter herausfinden können, was ihnen schmeckt und was nicht. Obst und Gemüse in kleinen Häppchen, probieren Kinder meist ganz von selbst.


Kinder mögen Harmonie und Regelmäßigkeit

Genauso wichtig wie das gesunde Essen ist eine genussbetonte, stressfreie Atmosphäre bei Tisch. Denn nicht Lebensmittel und Zubereitung unterscheiden Familien mit übergewichtigen Kindern von jenen mit normalgewichtigen Kindern, sonder ihre Einstellung zum Essen; gemeinsam am Tisch eingenommene, fixe Mahlzeiten statt Essen als Übergang zwischen Arbeit und Freizeit. Das Essen an sich muss zum Erlebnis gemacht werden, das in einer schönen Umgebung stattfindet.


Kinder ahmen die Erwachsenen nach

Wer selbst ein gutes Vorbild ist, hat es zudem leichter, denn Kinder ahmen die Erwachsenen nach. Wer Gesundes bewusst und offensichtlich genießt, hat die Chance, dass es einem der Nachwuchs bald gleichtut. Und da sind vor allem die ersten Lebensjahre des Kindes entscheidend, damit die gesunde Ernährung auch wirklich zur Normalität wird.


Kinder können mit „gesund“ nichts anfangen

Kinder verstehen noch nicht, dass der Körper verschiedene Nährstoffe und Vitamine braucht. Sie können noch nicht begreifen, dass gesundes Essen notwendig ist, um gesund zu bleiben, schließlich liegen die Auswirkungen einer ausgewogenen Ernährung Jahrzehnte in der Zukunft.
Kinder müssen vielmehr über Geschmack und optische Aufmachung an gesunde Lebensmittel herangeführt werden. Dafür müssen sie beim Kochen mit einbezogen werden, selbst wenn sie so klein sind, dass sie nur zuschauen können. Alleine dadurch bekommen sie ein Gefühl für die Arbeit, die hinter und die Lebensmittel, die in einer Mahlzeit stecken. So lernen sie aufmerksam zu schmecken und einen kritischen Geschmack zu entwickeln, denn laut empirischer Studien hängen gesunde Ernährung und Genuss & Freude beim Essen zusammen.

Fotos: Mani Hausler

 

 

Mehr Infos zum Thema gibt es in Hanni Rützlers Buch „Kinder lernen essen – Strategien gegen das Zuviel“ sowie unter www.futurefoodstudio.at

 

Kochen für Kinder