Kraftquelle Keimpflanzen – Die kleinen Pflänzchen haben’s in sich!

Keimpflanzen sind die nächste Stufe der Keimlinge. Die Idee stammt ursprünglich aus den USA, wo Microgreens schon bald in Mode kamen. Heute werden sie in den besten Restaurants der Welt serviert – und das nicht nur als Garnitur. Sie sind im Handel erhältlich und immer häufiger in den Küchen anzutreffen, wo immer mehr Anhänger ihren grünen Daumen entdecken.

Was sind Keimpflanzen?
 Sie sind größer als Sprossen, aber kleiner als „Babysalate” (Blättchen, essbare Blumen und ähnliche beliebte Salatkomponenten). Keimpflanzen haben mindestens zwei „echte“ Blätter nach den Keimblättern entwickelt. Während Letztere bereits im Samen angelegt sind und sich dann als nierenförmige „Saatblätter“ entfalten, entwickeln sich die eigentlichen Blätter am Pflanzenstiel.
Farbe, Konsistenz, Geschmack, Abwechslung und Vielseitigkeit
Keimpflänzchen bringen die verschiedensten Farben, Formen und eine subtil-milde bis würzig-scharfe Note auf unsere Teller. Erbsenpflänzchen schmecken wie frische Erbsen und junges Rettichgrün wie feinste Radieschen. Werden die einen für ihren feinen Geschmack gezogen, sät man andere wegen ihres hübschen Aussehens oder ihrer ansprechenden Farben. Und manche vereinen all diese Vorzüge praktisch und unmittelbar in sich.
Die meisten Keimpflanzen können schon nach einer Woche gegessen werden, auch im Winter. Sie können einfachen Salat im Handumdrehen um einiges gesünder und interessanter werden lassen, haben zugleich aber noch wesentlich mehr Anwendungsmöglichkeiten als eben nur ihre Verwendung für Salat. Sie machen Brötchen interessant, liefern eine bunte Garnitur und sind Bestandteil von Suppen, Fleischgerichten, Pizzas, Wok-Gemüse, Appetithäppchen, Saucen und Dips.

Voll guter Dinge
Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht enthalten Keimpflanzen pure Power. Sie stecken voller Vitamine, Mineralstoffe und Enzyme. Nährwert und Geschmack sind in diesem Stadium auf ihrem Höhepunkt. Man hat festgestellt, dass die aktiven Inhaltsstoffe konzentrierter sind als in der reifen Pflanze oder aber im Samen.
Durch diese winzigen Pflänzchen können wir wichtige Nährstoffe ebenso einfach wie konzentriert zu uns nehmen, wenn wir sie zum Beispiel zu einem Gesundheitsgetränk mischen, wie das häufig mit Weizengras getan wird.

Preiswert und lustig
 Man muss keinen riesigen Garten haben, um Keimpflanzen zu ziehen. Ich begann meine „Zucht“ im Schrebergarten vor ein paar Jahren, nachdem ich das erste Mal von Keimpflänzchen gehört hatte. Heute habe ich ein großes Repertoire an interessanten Gerichten mit Zutaten, die noch wenige Stunden, ja Minuten zuvor in vollem Saft standen. Natürlich gedeihen Keimpflanzen ebenso in der Küche oder im Vorraum und bedürfen weder großer Investition noch zeitaufwändiger Pflege. Hingegen sind die Preise für fertige Keimpflänzchen relativ hoch.

Klein … und natürlich fein
Die Keimpflanzenzucht benötigt nicht viel Platz. Sie können in der kleinsten Wohnung der engsten Stadt gezogen werden. Sie können Sie für sich allein, für Ihren Partner oder aber auch für eine ganze Kinderschar anbauen. Gesunde Nahrung ständig zur Hand zu haben, ohne dafür viel Platz zu brauchen, ist ein ideales Konzept für Städter, das sogar ins Wohnraum-Design mit einbezogen werden kann.
Haben Sie einen kleinen Garten oder in einer Wohnung mit Balkon/Terrasse, so können Sie auch ein paar Behälter auf einen Gartentisch oder die Terrasse stellen. Die Töpfe auf meiner Terrasse sind mein „Garten“. Sie sind ein Kontakt zur Natur, den ich bei meinem Leben in der Stadt besonders schätze. Durch die Vorbereitung der Töpfe, die Saat und Pflege der Pflänzchen habe ich das Gefühl, eine direkte Verbindung zu Erde und Nahrung herzustellen und meine Seele dadurch ebenso zu nähren wie meinen Körper.

Pflege und Ernte
 Keimpflanzen wachsen in Erde oder Substrat und brauchen Sonnenlicht und Luft, um gut zu gedeihen. Sie werden ganz unten abgeschnitten, wenn sie 2 bis 5 cm groß und zwischen einer und drei Wochen alt sind und die ersten Blätter sich entfalten. Ihr schnelles Gedeihen ermöglicht eine Zucht auch im Sommer, wenn wir oft mehr unterwegs sind und andere Beschäftigungen haben. Sie sind leichter zu kontrollieren und zu pflegen als ein richtiger Gemüsegarten.
In dem Buch "Kraftquelle Keimpflanzen" werden 25 Keimpflanzen vorgestellt, die verschiedene Texturen, Geschmacksrichtungen, Formen und Größen aufweisen. Sie müssen sie nicht alle ausprobieren und werden Ihre Lieblingskeimpflanzen schon bald identifiziert haben.

Keimpflanzensamen sollten unbedingt unbehandelt sein. Achten Sie also darauf, wo Sie die Samen kaufen. Bestenfalls bekommen Sie eigens für Keimpflanzen und Sprossen bestimmtes Saatgut, das rein von Abfallstoffen sowie Fremdsamen und von bester Qualität ist. Gegen Pilze oder andere Krankheiten behandelte Samen (zum Beispiel werden Erbsen und Spinatsamen für den Garten häufig gegen Pilzbefall behandelt) sollten also tunlichst vermieden werden, da die chemischen Stoffe dann auch noch in den Keimpflanzen zu finden sind.

Keimpflanzen versus Sprossen
 Bei Keimpflanzen handelt es sich also nicht um Sprossen. Zwischen beiden bestehen mehrere Unterschiede. Sprossen sind im Grunde genommen Keimlinge, die in der Regel feucht und dunkel gezogen werden. Hier wird alles, das heißt Samen, Wurzel und Keimblätter gegessen.
Keimpflanzen gedeihen nicht unter diesen Bedingungen. Sie werden in Erde bzw. Substrat gepflanzt und gezogen, und der Saatanteil ist dementsprechend geringer als bei Keimlingen. Nach einer anfänglichen – meist ein- bis zweitägigen – Keimphase wachsen die Pflänzchen bei mittlerer Feuchtigkeit an Luft und im Licht.

Was also nicht im Wasser gezüchtet wird, wenn die Stiele abgeschnitten und die Wurzeln nicht mitgegessen werden, handelt es sich um Keimpflanzen und nicht um Sprossen oder Keimlinge.
Keimpflanzen schmecken wesentlich intensiver und haben die verschiedensten Blattformen, Konsistenzen und Farben.

 

Das Buch zum Thema

Fiona Hill
KRAFTQUELLE KEIMPFLANZEN
Selbst gezogen – köstlich zubereitet
Aus dem Englischen übersetzt von Christian Schweiger
128 Seiten, über 100 farbabbildungen, Hc.

Preis: 19,90 Euro

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Rezepte mit Keimpflanzen

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