Lokalaugenschein: Gaumenkino

Angela Hirmann und Ernst Preininger betreiben ihr Lokal „Gaumenkino“ in Graz bewusst in kleinem, persönlichem Rahmen – ohne Convenience- und Fertigprodukte, dafür mit viel Liebe zu den Rohstoffen und Leidenschaft fürs Kochen.


Angefangen hat alles mit der„Gemüsewerkstatt“ in der Leonhardstraße. Dort verkaufte Ernst Preininger Bio-Kisterln und knüpfte bereits fleißig Kontakte zu Bauern aus dem Umland. Gemeinsam mit Angela Hirmann entstand eines Tages die Idee, das Know-how der gelernten Köchin mit den frischen, regionalen Produkten der Gemüsewerkstatt zu verbinden. Gesagt – getan. Seit 2013 gibt es nun das „Gaumenkino“ in der Gartengasse. Bio-Kisterln gibt es keine mehr, dafür lebt die Gemüsewerkstatt in Form eines Mini-Bio-Ladens, der direkt an das Lokal anschließt, weiter.

Von Dienstag bis Freitag stehen täglich eine Suppe, zwei Hauptgerichte und ein Kuchen auf der Karte, um deren Zubereitung sich Angela Hirmann ab den frühen Morgenstunden kümmert. Meist sind die Gerichte vegetarisch, Fleisch gibt es nur selten, dann aber in Bio-Qualität. Zwischen 35 und 50 Portionen von den Hauptgerichten werden jeden Tag serviert, solange der Vorrat reicht und nur zum Vor-Ort-Genießen. Ein Take away-Betrieb würde der Philosophie der Besitzer widersprechen. Außerdem wäre es ein Fehler, nicht in den gemütlichen Räumlichkeiten zu verweilen.

 

Saisonal, regional, biologisch – die Zutaten bestimmen das Angebot

Was auf den Teller kommt, hängt von der Ware ab, die von insgesamt 35 Bauern aus dem Raum Graz bis Hartberg geliefert wird. So sind die Speisen garantiert immer saisonal. Was gerade nicht Saison hat, gibt es nicht. Denn nur aus frischen, heimischen Produkten lassen sich Kreationen zaubern, die jeden Genießer zum Schwärmen bringen und sogar Weitgereiste, die nur kurz in Graz verweilen, zu „Stammgästen“ machen. Verlautbart wird das Angebot wortgewandt und mit tollen Fotos auf der facebook-Seite (also gleich liken!).

Und noch einen Vorteil hat die Arbeit mit frischen, biologischen Zutaten: es fällt kaum Müll an. Die Produkte sind gar nicht oder nachhaltig verpackt und durch die hohe Qualität kann nahezu alles verwertet werden. Ist viel Gemüse und Obst vorhanden, wird auf Vorrat eingekocht oder Gemüsefond produziert, der übrigens auch zum Würzen dient, denn fertige Suppenwürze sucht man im Gaumenkino vergebens.

Seit Kurzem gibt es auch ein Gaumenkino- Kochbuch, das nicht nur optisch überzeugt, sondern den Leser wirklich zum Kochen animiert. Aber viel bequemer ist es natürlich, sich im Gaumenkino bewirten zu lassen (ab September wieder, im August ist noch Betriebsurlaub), was wir auch wärmstens empfehlen, denn irgendwann, ließ Angela Hirmann anklingen, zieht es die beiden aufs Land. Doch bis dahin werden noch einige Teller mit Köstlichkeiten über die Theke wandern …

Gaumenkino
Gartengasse 28
8010 Graz
Dienstag bis Freitag: 11–18.30 Uhr
Samstag: 9–14 Uhr

 

Rezepte aus dem Gaumenkino

Toskanische Paradeisersuppe

Gabratene Rotkraut-Erdäpfel-Roulade mit Vogerlsalat

Apfelgitterkuchen