März 2010: Gesunde Ernährung für Säuglinge und Kleinkinder

Für unsere Kleinsten nur das Beste

Die richtige Ernährung des Säuglings und Kleinkindes prägt für das spätere Leben. Nicht nur werden Geschmacksvorlieben ausgebildet, es werden auch die Weichen zum Gesundheitsverhalten gestellt und Risiken für Ernährungserkrankungen beeinflusst. Gerade durch Essen „nach Bedarf“ – egal ob Stillen, Beikost oder Kleinkindkost – kann Übergewicht oftmals verhindert werden, weil so bereits im Kindesalter ein gutes Gespür für die eigene Sättigung entsteht.

Von Mag. Ingeborg Hanreich

 

Der beste Start: Stillen

Gesunde Ernährung im Säuglings- und Kleinkindalter ist eine wichtige Basis für das spätere Leben.Durch Muttermilch werden nicht nur Abwehrstoffe weitergegeben, die vor Erkrankungen (z. B. Mittelohrentzündungen) schützen. Gestillte Kinder sind auch seltener im Krankenhaus. Sie werden optimal mit Nährstoffen versorgt. Laufend erlangen Wissenschafter neue Erkenntnisse über „das Wunder Muttermilch“.

Beikostbeginn

Die WHO empfiehlt, Säuglinge 6 Monate voll zu stillen. Daraus ergibt sich ein idealer Beikostbeginn etwa mit Beginn des 7. Lebensmonats. Weil Kinder jedoch genauso individuell beikostreif sind, wie sie laufen lernen, kann der tatsächliche Beikostbeginn von diesem Richtwert ca. 2 Monate abweichen. Folgende Zeichen der Reife können den optimalen Zeitpunkt für den Beikostbeginn signalisieren:

  •           Das Kind interessiert sich sehr für das Essen der Erwachsenen.
  •           Es kann Dinge mit einer Hand greifen und zum Mund führen.
  •           Es spuckt nicht alles aus (der Zungenstreckreflex ist weg bzw. abgeschwächt).

Keinesfalls sollte jedoch vor dem 5. Lebensmonat mit Beikost begonnen werden, da der Darm noch zu unreif ist.

Selbst gekocht oder aus dem Gläschen?

Gläschenbreie sind gut kontrolliert, einfach in der Zubereitung und praktisch für unterwegs. Hat man jedoch einen eigenen Garten oder eine gute Einkaufsmöglichkeit für Bioprodukte, dann ist selbst zubereitete Babynahrung eine gute Alternative. Selberkochen ist billiger und unterstützt die Geruchs- und Geschmackentwicklung des Kindes. Man kann vieles in größeren Mengen vorkochen, portioniert (z. B. im Eiswürfelbehälter) tieffrieren und im Wasserbad wieder erwärmen.

Die ersten Mahlzeiten

Begonnen wird üblicherweise mit Karottenpüree, dem nach etwa 4 Tagen durch Zugabe von Rapsöl mehr Energie verliehen wird. Als Alternative zu Karottenbrei wird auch Kürbis oder Pastinake verwendet. Diese Gemüse sind eine gute Ergänzung zur Muttermilch und können stufenweise zum eisen- und zinkreichen Gemüse-Erdäpfel-Fleischbrei aufgebaut werden (nach 4 Tagen gibt man dazu Erdäpfel und dann Rindfleisch und kleine Mengen Apfelsaft, da das enthaltene Vitamin C die Eisenaufnahme verbessert).

Wer sein Kind vegetarisch ernähren will, muss darauf achten, dass im Brei statt Fleisch auch eine eisenreiche Getreidesorte (Hirse, Hafer) enthalten ist (s. Rezept).

Noch im 7. Monat soll Gluten (Klebereiweiß von Hafer, Dinkel, Weizen etc.) angeboten werden. Darum gibt man nachmittags einen Apfelbrei, den man mit 1–2 TL Haferschleim für Babys vermengt.

Viele Eltern wählen abends schon im 2. oder 3. Beikostmonat den Getreide-Milchbrei (Milchfertigbreie, Getreide(instant)flocken mit Säuglingsmilch oder Getreidebrei mit Stillen), weil sie sich ein Durchschlafen der Kinder erhoffen. Aus Rückmeldungen der Eltern zeigt sich aber, dass sich das Durchschlafen manchmal einstellt, meistens jedoch ausbleibt. Am wenigsten empfehlenswert sind Milchfertigbreie. Sie sind zumeist gesüßt und prägen das Kind auf den süßen Geschmack. Daher ist es besser, reine Getreide(instant)flocken mit Säuglingsmilch (Pre oder 1er) zu mischen. Das ermöglicht auch die Verwendung von Spezialnahrungen. Für stillende Mütter, die industrielle Säuglingsnahrung vermeiden wollen, ist es sinnvoll, den Getreidebrei mit Wasser und – um ihm Geschmack zu verleihen – mit etwas Obstmus zuzubereiten und das Kind (innerhalb etwa einer halben Stunde) zusätzlich zu stillen.

Als wichtiger Vitamin-C-Lieferant kommt vormittags rohes geschabtes oder püriertes Obst dazu. Auf Kiwi, Ananas oder saure Apfelsorten reagieren viele Kinder mit einem wunden Po. Banane ist relativ zuckerreich und soll möglichst gemischt mit anderen Obstsorten angeboten werden.

Umstieg auf Familienkost

Je älter Kinder werden, desto eher wollen sie das essen, was die restlichen Familienmitglieder bekommen. Dies kann am Anfang einfaches Fingerfood (ungesalzene Reiswaffeln, gekochte Karotten- oder Erdäpfelstücke, ein Stück Banane) sein, später z. B. das Butterbrot zum Frühstück. Noch sollen geringe Mengen Öl und Saft Bestandteil der Babymenüs sein. Es soll, wenn überhaupt, dann nur mit frischen Kräutern gewürzt sein; Auch Wurst und Käse sind zunächst noch zu meiden, sie enthalten viel Salz und gesättigte Fette.

Verzichten sollte man in der ersten Zeit der Familienkost auch auf gebratene und frittierte Speisen. Sie sind schwerer verdaulich und noch nicht geeignet. Bei den Getränken sind Wasser und ungesüßter Kräuter- bzw. Früchtetee die erste Wahl.

 

Rezepte zum Thema:

Vegetarischer Karotten-Hirse-Brei

Rollgerstentopf mit Rindfleisch und Lauch

Couscous mit Karotten und Putenschinken

Polpetti mit Erdäpfelpüree und gedünsteten Karotten

Grießpudding mit Heidelbeeren