MAK DESIGN LABOR eröffnet

Am 12. Mai, auf den Tag genau zum 150-Jahr-Jubiläum des Museums für angewandte Kunst (MAK), wurde das MAK DESIGN LABOR eröffnet, das die weltberühmte MAK-Sammlung stärker in Lebensnähe rückt und einen Einblick in den Facettenreichtum der angewandten Kunst gibt.

Auf 1.900 Quadratmetern erwarten das Publikum knapp 2.000 neu aufbereitete, nach den Themeninseln Kochen, Essen & Trinken, Sitzen, künstlerische Produktion, Industrial Design, alternative Produktionsweisen, Schrift & Ornament arrangierte Exponate.

KOCHEN
Der dem Kochen gewidmete Raum des MAK DESIGN LABOR geht den Fragen nach, was eine Küche ausmacht, wie viel Raum sie einnehmen muss, welches ihre integralen Bestandteile sind, wie wichtig ihre Möblierung ist und wie mobil sie sein kann.

Im europäischen Kulturkreis war die Küche lange ein Raum der ausschließlich funktionalen Handlungsabläufen diente und war nicht zur Repräsentation gedacht. Anderenorts, etwa in den Bauernhäusern des Alpenraumes, galt die Küche jedoch als der zentrale Ort des gesellschaftlichen Lebens. In der Küche wurde gekocht und gegessen, gearbeitet, gespielt und sich unterhalten.
Um 1900, als die Gestaltung der alltäglichen Lebenswelt vermehrt in den Fokus des künstlerischen Interesses rückte, wurde auch der Küche größere Aufmerksamkeit zuteil.

Die Frankfurter Küche (Foto links) gilt als Urtyp der modernen Einbauküche und wurde 1926 von Ernst May initiiert, um die Handlungsabläufe in der Küche zu rationalisieren und das Arbeiten zu vereinfachen.
Neben dieser fast idealtypischen Einbauküche stellt das MAK DESIGN LABOR weitere innovative – und zum Teil utopische – Küchenentwürfe aus, welche die Frage nach der Küche der Zukunft bzw. der Zukunft der Küche stellen. In Designerkreisen setzt sich verstärkt die Erkenntnis durch, dass Kochen ein soziales Event sein kann – und die Entwicklung von Küchen damit als Social Design über die bloße Gestaltung von Objekten hinausgeht.

ESSEN & TRINKEN
Seit jeher widmen Menschen der Gestaltung des Essens viel Aufmerksamkeit. Womit, woraus und worauf gegessen und getrunken wird, verrät einiges über die am Tisch oder am Boden sitzenden Personen, ihre gesellschaftliche Stellung und ihren Kulturkreis. Geschirr und Besteck gelten, über ihren Gebrauchswert hinaus, als Statussymbol, aber auch als Spiegel des Nahrungsangebots.

 

Das MAK DESIGN LABOR lädt zu einer historischen Reise durch die unterschiedlichen Arten des Tischdeckens im europäischen Raum: von der „aufhebbaren“ Tafel im Mittelalter bis hin zu Beispielen einer zeitgeistigen Tischkultur.
In der Renaissance kamen neue Materialien, Formen, Speisen und Gewürze auf den Tisch. Erstmals wurde auch Dekoration ein Thema.
Tischtücher und Servietten, Tischdekor aus Tragant oder Porzellan, grafische Darstellungen von Schauessen, „Tischzuchten“-Gedichte zum richtigen Benehmen bei Tisch sowie Menükarten komplettieren den Parcours durch die europäische Tischkultur.

BesucherInnen sollen vor Ort durch relevante Alltagsbezüge inspiriert werden. Umgekehrt lässt sich das MAK DESIGN LABOR von seinem Publikum inspirieren und lädt ein, Meinungen und Anregungen zu hinterlassen. Das Museum wird so zu einem öffentlichen Ort der Vielstimmigkeit.

MAK DESIGN LABOR
Von der Kunst zum Alltag und zu neuer Lebensqualität
permanente Ausstellung
Di 10:00–22:00 Uhr, Mi–So 10:00–18:00 Uhr
Jeden Dienstag 18:00–22:00 Uhr freier Eintritt
MAK, Stubenring 5, 1010 Wien
www.MAK.at