Matcha-Tee

Matcha-Tee wird aus den hochwertigsten Teeblättern der ersten Ernte hergestellt, die zu einem feinen Pulver vermahlen werden. Insbesondere seine sensationelle Wirkung auf die Gesundheit hat ihn zum neuen Kultgetränk gemacht. Aber auch in der Küche kann der Tee für erstaunliche Geschmackserlebnisse und optische Effekte sorgen.

Matcha-Tee ist ein Symbol der traditionellen japanischen Kultur. Die Teezeremonie ist für Japaner ein fester Bestandteil der Vergangenheit und der Gegenwart. Jugendliche lernen die Grundbegriffe bereits in der Schule, Erwachsene genießen es, auf Festen oder Reisen an Teezeremonien teilzunehmen, und auch Besucher des Landes sind begeistert von dieser kulturellen Eigenart. Darüber hinaus schätzen Japaner die grüne Farbe und das krautige, etwas an Meer erinnernde Aroma des Matcha-Tees in Süßspeisen wie kleinen gedämpften Kuchenhappen, den Süßigkeiten der Teezeremonie, westlichem Blätterteig-Gebäck, Éclairs oder auch in den bekannten Matcha-Nudeln.

Der Anbau des Matcha-Tees erfolgt hauptsächlich in Japan und China und verlangt äußerste Sorgfalt:  Vor der Ernte werden die Sträucher abgedeckt, damit die Blätter durch die verminderte Sonneneinstrahlung noch mehr Chlorophyll für die Photosynthese produzieren. Nach der Ernte werden die Blätter eingerollt, getrocknet, anschließend wieder ausgerollt und in langsam drehenden Steinmühlen fein gemahlen, damit sich der Tee nicht erwärmt.


Traditionelle Zubereitung des Matcha-Tees
Für 6 kleine Schalen braucht man ca. 3 TL Matcha-Pulver und 600 ml Wasser. Das Pulver in eine große Schale geben (am besten aus Bambus), das Wasser auf 80 °C erhitzen (es darf nicht kochen), etwas Wasser auf den Tee gießen, mit einem chasen (einem kleinen, für diesen Zweck bestimmten Bambusbesen) oder einem kleinen Schneebesen aufschlagen, sobald der Tee schaumig wird, mit dem restlichen Wasser verdünnen, aufteilen und sofort genießen.


Ist Matcha-Tee gesund?
Grüntee ist für seine positiven Auswirkungen auf die Gesundheit bekannt. Im Gegensatz zum Schwarztee ist er nicht fermentiert, reich an Antioxidantien und enthält vor allem Epigallocatechingallat bzw. EGCG. Er soll die Fettverbrennung ankurbeln und dazu beitragen, den Blutzuckergehalt zu regulieren. Da er bei der Bekämpfung von freien Radikalen hilft, ist er auch gut für die Haut. Matcha-Tee enthält durch die besonders sorgfältige Herstellung noch mehr Chlorophyll als die meisten anderen Grüntees und über 60 % EGCG. Er wird nicht wie andere Grünteeblätter aufgegossen und die Blätter nach der Ziehzeit entfernt, sondern in seiner Gesamtheit vom Körper aufgenommen, so dass die ernährungsspezifischen Vorteile bestmöglich ausgenutzt werden können. Vor allem das Chlorophyll ist hochaktiv bei der Beseitigung der Toxine aus dem Organismus. Matcha enthält zudem L-Theanin, eine Aminosäure, die für ihre entspannende Wirkung auf den Geist und für das Anheben der Stimmung bekannt ist. Durch seinen (wenn auch geringen) Koffein-Gehalt ist Matcha-Tee abends nicht zu empfehlen, und auch Kinder sollten ihn aus diesem Grund nicht trinken (mit Matcha zubereitete Speisen dürfen sie jedoch durchaus verzehren).


Wo kann man Matcha-Tee kaufen?
In vielen Teegeschäften und Bioläden ist heute bereits Matcha-Tee in unterschiedlichen Qualitäten  erhältlich. Die Explosion des Atomkraftwerks in Fukushima 2011, nach der Teile des Landes von erhöhter Radioaktivität betroffen sind, hatte keine Auswirkungen auf die Qualität des Matcha-Tees, da die Regionen, in denen der von führenden Tee- und Kaffeehäusern nach Europa importierte Grüntee hergestellt wird, sehr weit von den Risikozonen entfernt liegen. Diese Tees sind von höchster Bio-Qualität, zertifiziert und werden ständig geprüft. Matcha-Tee sollte in luftdichten Döschen verpackt sein und nach dem Öffnen gut verschlossen im Kühlschrank gelagert werden.


Matcha & Küche
Bei der Verwendung des Matcha-Tees in der Küche gibt es verschiedene Herangehensweisen, je nachdem, welche seiner Qualitäten in den Vordergrund gerückt werden soll.
1) Matcha und gesunde Küche: Die gesundheitlichen Vorzüge des Matcha-Tees sprechen eindeutig dafür, ihn öfter in der Küche zu verwenden! Am besten kommen Aroma und Vorteile des Matcha Tees zur Geltung, wenn er gar nicht oder nur ganz leicht erhitzt wird. Daher für die Zubereitung als Tee Wasser von guter Qualität verwenden und dieses nicht bis zum Siedepunkt erhitzen. Bei der Auswahl der Rezepte Zubereitungen bevorzugen, in denen der Tee nicht erhitzt wird, wie zum Beispiel Salatsaucen, Gomasio (Sesamsalz), Tapioka-Pudding usw.
2) Matcha und sein besonderer Geschmack: Durch seinen hohen Gehalt an Aminosäuren hat Matcha einen charakteristischen, etwas bitteren, krautigen Geschmack, der manchmal an Algen, Spinat oder auch an Bitterschokolade erinnert. Dieser komplexe Geschmack sollte sorgfältig dosiert und kombiniert werden. Mandeln, sahnige Milcherzeugnisse, pflanzliche Milchersatzdrinks und weiße Schokolade passen besonders gut zum Matcha-Tee.
3) Matcha und kulinarisches Design: Matcha kann als natürlicher Farbstoff verwendet werden und färbt die Gerichte in einem schönen Pastellgrün. Kuchen könnten trotzdem eher braun als grün aussehen, denn das Garen im Backofen bräunt den Tee. Soll die Farbe erhalten bleiben, Brot und Kleingebäck über Dampf garen oder den Kuchen beim Herausnehmen aus dem Ofen mit Matcha-Pulver bestauben!
Tipp: Geben Sie einfach einen kleinen Löffel Pulver in den Kuchen- oder Keksteig, in die Milch für den Pudding oder die Sauce und verleihen Sie so Ihren herkömmlichen Rezepten eine grüne Note!
Gesund genießen im Juli


Rezepte zum Thema:
Grünes Brot mit Oliven und Pinienkernen
Blinis mit Vollkornreis und grünem Aufstrich
Matcha-Tee-Eis

Noch mehr Rezepte und Wissenswertes zum Thema finden Sie in folgendem Buch:

 

CLÉA
MATCHA – Die Krone des Grüntees in der Küche
72 S., zahlr. Farbabb., Hc.,
16 x 22 cm, ISBN 978-3-7020-1467-4
€ 12,95
www.buecherquelle.at