Nahrungsmittel sind keine Preistreiber

"Wann hört man endlich auf, die Nahrungsmittel stets als Inflationstreiber Nummer eins zu bezeichnen? Es ist unerträglich, zuschauen zu müssen, dass einerseits als Folge parteipolitischen Drucks die Erzeugerpreise für die Bauern in den Keller rasseln und andererseits nach wie vor der Inflations-Vorwurf erhoben wird, wo doch mittlerweile jedermann mitbekommen haben sollte, dass die Nahrungsmittel so billig wie schon lange nicht sind“, sagt Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreichischs.

„So kostet Milch weniger als vor 28 Jahren. Offenbar sollen mit der Anprangerung der Nahrungsmittel die enormen Preissteigerungen bei Erdölprodukten und die gigantisch angehobenen Tarife für Erdgaskonsumenten verharmlost werden. Derartige Fehlinterpretationen von Fakten schüren jedoch den Neid und führen dazu, dass die Konsumenten vermehrt zu ausländischer Billiware greifen. Wir appellieren an alle Verantwortlichen, endlich aufzuhören, die Nahrungsmittel als Preistreiber zu verteufeln", betonte Gerhard Wlodkowski.

"Die zweifelhaften Zurufe aus der Politik haben schon gewaltigen Schaden angerichtet. Wer weiterhin eine heimische Landwirtschaft und Verarbeitungswirtschaft will, die tausende Arbeitsplätze im ländlichen Raum sichert und gleichzeitig die höchsten Standards Europas auch in Zukunft einhält, der muss schleunigst diese destruktive Politik abstellen", unterstrich Wlodkowski.

Milch ist bereits Inflationsbremse
Der Vorwurf an die Lebensmittel geht ins Leere und wurde durch die negative Preisentwicklung der letzten Tage bereits überholt. Denn Milch ist inzwischen zur Inflationsbremse geworden: Im September 2008 war Vollmilch bereits um 2,5% billiger als im September 2007. Mit den Preissenkungen von dieser Woche im Ausmaß von 10 Cent pro Liter Milch wird diese wieder deutlich billiger als vor den Preissteigerungen im Vorjahr", gab Wlodkowski zu bedenken. "Der Lebensmittelhandel hat seine Preise für Milch und Milchprodukte um bis zu 20% gesenkt, wodurch heute den Milchbauern nicht mehr bleibt als im Jahr 2005. Dieses Einkommensminus wird negativ verstärkt durch hohe zweistellige Preissteigerungen bei Treibstoffen und Energie, eine Verdopplung der Kosten für Düngemittel und den exorbitanten Anstieg der sonstigen Vorkosten. Den Konsumenten und ihren Vertretern muss klar sein, dass höchste Qualität und strengste Standards zum Billigpreis nicht möglich sind", sagte der LK-Präsident.