Schokolade – Genuss oder Sünde?

Dieser Frage ging der Studiengang Diätologie an der Fachhochschule JOANNEUM in Bad Gleichenberg nach. Beim Seminar für alle Sinne wurden sowohl die gesundheitlichen Seiten des süßen Genusses als auch die Produktion und Verwendung der zart schmelzenden Köstlichkeit beleuchtet. An mehreren Buffets konnten die Besucher sich durch verschiedenste Köstlichkeiten mit und aus Schokolade kosten.

Wer kennt es nicht, das Verlangen nach ihr – zart schmelzend auf der Zunge, süß im Geschmack und ein wohliges Gefühl des Genusses. Doch dieses Glücksgefühl hält meist nicht lange an, denn Gedanken an den Energiegehalt und die Sorge um die Figur, die Blutfettwerte oder die Angst vor Diabetes mellitus schleichen sich ein und schon ist es da - das schlechte Gewissen. Manche Naschkatze oder Naschkater langt aus Frust daraufhin gleich nochmals zu und in Windeseile ist eine ganze Tafel verschlungen. Anstatt des Genusswerts bleiben der Frust und ein schlechtes Gewissen. So nimmt man sich den heroischen Vorsatz am besten niemals mehr Schokolade zu essen. Die Macht der Verbote wird jedoch bald wirksam und spätestens nach zwei Wochen wird man vom Heißhunger nach Schokolade überrollt und nur wenige können der Versuchung widerstehen.

Schokolade und die Diätologie?
 Ja, denn zum Wohlbefinden gehören Genuss und Freude am Essen. Verbote sind verboten. Denn Genuss hat nichts mit Masse zu tun, Qualität steht vor Quantität. So werden zum Beispiel ein oder zwei Rippen Schokolade - ab und zu in aller Ruhe genossen, ohne schlechtes Gewissen – kein gesundheitliches Problem darstellen.“ so Daniela Grach, Diätologin an der FH JOANNEUM die die gesundheitlichen Aspekte der Schokolade erläuterte. Eines ist sicher, wir ÖsterreicherInnen lieben sie. Das zeigt der jährliche Durchschnittsverzehr von rund 11 kg Schokolade pro Einwohner.

 

Positive Wirkung von Schokolade
 Neben dem Genusswert werden der Schokolade, vor allem den dunklen Sorten mit hohem Kakaoanteil, in zahlreichen Studien positive Wirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen zugeschrieben. Schlagzeilen wie „Dunkle Schokolade ein Antioxidationsmittel und Schutz vor Herzinfarkt“, „Schokolade senkt den Cholesterinspiegel“ sogar positive Wirkungen auf den Bluthochdruck, das Raucherherz, eine verbesserte Durchblutung, Linderung von Hustenreiz und „eine ähnliche Wirkung wie Aspirin“ wurde in letzter Zeit der zart schmelzenden Versuchung nachgesagt. Schokolade ein Gesundheitselexier und Stimmungsheber oder Lieferant von schlechtem Gewissen bezüglich Gewichtszunahme und Karies? Ob Schokolade gesund ist oder nicht - trotz allen ihr zugesagten gesundheitlichen Vorteilen bleibt sie eine variantenreiche Süßigkeit mit einem hohen Anteil an Fett und Zucker. Auch hier gilt der Leitsatz Paracelsus (16. Jh.) „ Die Dosis macht das Gift“ und so liegt die Empfehlung bei maximal 30 g Schokolade pro Tag. Schokolade, ob Vollmilch oder Bitterschokolade, soll als Genussmittel gesehen werden. Schokolade mit Lust – ohne Frust.

Weiterführende Informationen

 

  • FH Joanneum
  • Schokolademanufaktur Zotter
    Schokoladen Rezepte