Selen & Silizium

Entgiftet und stärkt das Immunsystem: Selen

von Daniela Grach

Selen zählt in der Medizin zu den essentiellen Spurenelementen. Der lebensnotwendige Mineralstoff wird über die Nahrung aufgenommen und erfüllt im Körper verschiedene wichtige Aufgaben. Selen ist Bestandteil einiger Enzyme und so genannter Selenproteine, die entzündungshemmend wirken, die Zellwände vor Schädigungen durch freie Radikale schützen (antioxidative Wirkung) und bei der Fortpflanzung sowie bei der Reparatur der DNA mitwirken. Selen stärkt das Immunsystem und ist am Stoffwechsel der Schilddrüsenhormone beteiligt. Zudem wird ihm eine entgiftende Funktion zugesprochen, da es mit Schwermetallen eine stabile Bindung eingeht, die im Magen- Darm-Trakt nicht aufgenommen werden kann, sondern ausgeschieden wird.


Selen kommt im Boden und in Gesteinen vor und reichert sich so in Pflanzen an. Auf diesem Wege gelangt es in die Nahrungskette. Der Selenanteil in Gemüse, Getreide und anderen pflanzlichen Lebensmitteln ist stark vom Selengehalt des Bodens abhängig, wobei der europäische Bodenverhältnismäßig selenarm ist. In den meisten Lebensmitteln ist Selen enthalten. Fisch, Nüsse (vor allem Paranüsse), Meeresfrüchte, Innereien, Fleisch und Milch sind gute Selenquellen. Selen wird vorwiegend in der Muskulatur, in der Niere, in der Leber und im Skelett gespeichert. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche Zufuhr von 30 bis 70 Mikrogramm Selen für Erwachsene. Bei Rauchern, Krebserkrankungen und geschwächtem Immunsystem kann der Bedarf erhöht sein. Die Selenaufnahme in Nordeuropa ist in den letzten Jahren gesunken, dennoch finden sich keine eindeutigen Zeichen von Mangelerscheinungen. Ein Selenmangel äußert sich meist bei einem zusätzlichen Vitaminmangel. Selenmangel wird als Ursache von Unfruchtbarkeit (vor allem bei Männern), einem geschwächten Immunsystem, reduzierten entzündungshemmenden Reaktionen und verringertem Schutz gegen Krebs- und Herzerkrankungen diskutiert. Mit einer ausgewogenen Mischkost wird meist ausreichend Selen zugeführt. Eine überdosierte Selenzufuhr kann Schäden an Haut, Haaren, Nerven und im Magen-Darm-Trakt verursachen. Eine langfristige Überdosierung kann zu neurologischen Veränderungen, Krampfanfällen bis zu Lähmungserscheinungen führen. Über die Nahrung ist eine Überdosierung kaum möglich. Eine Substitution von Selen durch Nahrungsergänzungsmittel sollte vorab medizinisch abgeklärt werden.

 

Schöne Haut und schönes Haar: Silizium

Das Halbmetall Silizium ist ein weit verbreitetes Element auf der Erde. In der Natur kommt es immer in Verbindung mit Sauerstoff vor, also als Siliziumoxid, dessen Säure die Kieselsäure ist. Sie findet sich im Stützgerüst kleinster Meerestiere, der Kieselalgen, die bereits vor 80 Millionen Jahren in den Urmeeren lebten.


Silizium dürfte für die Bildung und Reifung unserer Knochen von Bedeutung sein. Ein Mangel kann zu Wachstumsstörungen des Knochengerüsts führen. Der Anteil an Silizium im Skelett nimmt physiologisch mit dem Alter ab. In Tierversuchen zeigte die Gabe von Silizium eine Vermehrung von Kollagen in Knochen und Knorpeln. Bei Menschen sind eindeutige Mangelzustände nicht bekannt. Als Symptome für einen Mangel an Silizium werden allerdings brüchige Haare und Nägel sowie Hautveränderungen (Bindegewebe) diskutiert. Kieselerdepräparate werden zur Einnahme angeboten, ihre Wirkung ist jedoch wissenschaftlich nicht belegt. Pflanzliche Lebensmittel und Mineralwässer enthalten mehr Silizium als tierische Produkte. Vor allem Hirse und Hafer sind gute Siliziumquellen.

 

Rezepte zum Thema:

Pikante Hirse-Kürbis-Suppe

Fischauflauf mit Mangold

Zwetschkenauflauf mit Zimtschaum

alle Gesund genießen Artikel 2011