Sommersaison auf der Hermagorer Bodenalm

Die kleine Tochter war gerade drei Tage alt, als die junge Familie Fercher voriges Jahr (2013) zum ersten Mal auf die 1231 m hoch gelegene Alm in den Gailtaler Alpen zog. Den ganzen Sommer verbringen Michaela und Walter Fercher mit ihren Kindern, der Oma und ihrem Helferteam auf der Hermagorer Bodenalm, deren Gebäude 1928 von einer Agrargemeinschaft erbaut wurden. Die geräumige Hütte und der ebenso große Stall daneben waren nötig, weil früher bis zu 80 Kühe auf der Alm gemolken wurden und daher den Sommer über viele Melker und Senner auf der Alm arbeiteten. Heute gehört die Alm zwar noch immer einer Agrargemeinschaft, deren Anteilsbesitzer sind aber Geschäftsleute und nicht Bauern. Deshalb dürfen die Kühe von anderen Bauern gegen einen Weidezins zur „Sommerfrische“ auf die Alm.

Bodenalm Melken & käsen …

Walter Fercher und sein Praktikant aus einer landwirtschaftlichen Fachschule melken jeden Tag 28 Kühe. Ein Teil der Milch wird zu Sauerrahmbutter, Bröseltopfen, Frischkäse sowie Graukäse (hier „fauler Kas“ genannt) und Glundner Kas für den Tagesbedarf verarbeitet. Aus der übrigen Milch käst Walter in seinen noch mit Holz beheizten Kupferkesseln täglich 3 Laibe Bergkäse, die zwischen 15 und 20 kg wiegen und mindestens 6 Wochen lang reifen.

Der Großteil vom fertigen Bergkäse wird direkt auf der Alm vermarktet, ein Teil wird von Geschäften und Gastronomiebetrieben am Weißensee gekauft. Die Laibe, die übrig bleiben, lässt Walter einfach weiter reifen und verkauft sie dann im Laufe des Winters. Die beim Käsen anfallende Molke wird übrigens an die 8 Almschweine verfüttert. 

Bewirten & verwöhnen 

Michaela ist für das leibliche Wohl der Gäste zuständig. Sie schupft die Küche, macht Topfen, Grau- und Glundner Kas, bekocht und bewirtet die vielen Wanderer und Mountainbiker, die sich hier stärken wollen, und kümmert sich um die Hausgäste. Neben Jausenspezialitäten (Speck, Würstl, Butter und Käse aus eigener Produktion) und Broten kann man hier richtig gute Hausmannskost, zubereitet auf dem großen Holzherd, genießen (z. B. Kaiserschmarren, Suppentöpfe, Frigga …).

Wunderbar wanderbar!

Von der Bodenalm aus kann man schöne Spaziergänge und Wanderungen auf Spitzegel, Golz, Radniger Alm oder zum Ostende vom Weißensee unternehmen. Mitten im Wald unweit der Bodenalm finden sich eine katholische Kapelle und einige Mauerreste, die letzten Überbleibsel des von 1621–1879 bestehenden Waldglashüttendorfs „Tscherniheim“. Hier wurde das berühmte „Weißenseer Glas“ hergestellt. Entlang des Weges berichten Informationstafeln über das Thema „Dem Waldglas auf der Spur“.

 

Bodenalm Familie Hermagorer Bodenalm

Michaela und Walter Fercher

Naggl 1704/1, 9762 Naggl

Tel.: 0650/4002488; www.hermagorer-bodenalm.at

E-Mail: info [at] hermagorer-bodenalm [dot] at

Vieh: 28 Mutterkühe, ca. 10 Stück Jungvieh

Öffnungszeiten: Anfang Mai bis Mitte Oktober

Besonderheiten: Übernachtungsmöglichkeit mit Almfrühstück oder Halbpension, 4 Doppelzimmer, 1 Dreibettzimmer, Matratzenlager (20 Plätze), Hausgäste der Bodenalm können eine Seewiese am Paterzipf nutzen

Wandermöglichkeiten: Zu Fuß: von Unternaggl ostwärts über den Paterzipf auf die Hermagorer Bodenalm oder gemütlich über den Forstweg oder über den Lakasteig, Gehzeit: ca. 1,5 bis 3 Std.; von der Bodenalm aus weitere Wanderwege zu anderen Hütten

Mit dem Mountainbike: anspruchsvolle Tour von Unternaggl ausgehend 

Mit dem Lift und anschließende Tageswanderung: Fahrt mit der Weißensee Bergbahn auf die Naggler Alm, über den Bergrücken in südöstlicher Richtung zur Forststraße, die zur Kohlröslhütte führt (ca. 1 Std. von der Naggler Alm), Weg Nr.245 hinauf zu den Sattelköpfen, schmaler Steig auf den höchsten Punkt, den Gipfel des Golz (2004 m), ostwärts Abstieg in Richtung Radniger Alm (ca. 30–45 Min.), talauswärts zur Bodenalm (45 Min.)

Weitere Informationen und Wanderkarten: Tourismusinformation Weißensee, Tel.: 04713/2220-0, www.weissensee.com)

 

Weitere Infos: