Studie bestätigt: Kennzeichnung österreichischer Produkte notwendig

Die Konsumentinnen und Konsumenten legen auf eine hohe Lebensmittelqualität viel wert. Da die Diskussion bezüglich "falscher" Produkte immer lauter wurde, gaben nun Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich und Marketingforscherin Sophie Karmasin eine Pressekonferenz.

Angesichts der aktuellen Diskussion über Schummelschinken und „Kunst-Käse“ meinte Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich auf einer Pressekonferenz zusammen mit der Marketingforscherin Sophie Karmasin, dass es wichtig sei herauszufinden, was sich die Konsumentinnen und Konsumenten bezüglich der Qualität von Lebensmitteln erwarten.

„Konsumentinnen und Konsumenten legen auf eine hohe Lebensmittelqualität, die durch Frische, österreichische Herkunft, Natürlichkeit und wertvolle Verarbeitung geprägt ist, viel Wert. Gleichzeitig stellt sich die gravierende und immer schwierigere Frage, wie man qualitativ hochwertige Lebensmittel erkennt“, fasste Sophie Karmasin ihre aktuelle Studie zum Thema Lebensmittelqualität zusammen.

Der Landwirtschaftsminister erläuterte, dass die Entwicklung in der Lebensmittelproduktion in Richtung Kostendruck und Standardisierung bzw. Vereinheitlichung des Geschmacks ginge. Man sei mittlerweile in der Lage, einen Rohstoff durch einen anderen zu ersetzen, wodurch der Markt mit Produkten überschwemmt werde, die nicht dem entsprechen, was sich die Konsumenten vorstellen. Berlakovich meinte, dass die Konsumenten mittlerweile eher die Rückseite der Produkte lesen müssten, da beispielsweise die Abbildung von Käse auf der Vorderseite noch lange nicht bedeute, dass auch echter Käse enthalten sei.

Laut der Studie von Karmasin verbinden die Konsumentinnen und Konsumenten Produkte aus Österreich mit Qualität und Sicherheit. Weiters sollen die Produkte auch aus Stolz für die Heimat gekauft werden. Da ein Großteil der Österreicher auf gesunde Ernährung achte, spiele auch die Herkunft in weiten Teilen Österreichs eine wichtige Rolle. Außerdem fordern die Österreicher laut der Studie eine klare Kennzeichnung. Das AMA-Gütesiegel sei bei den meisten Österreichern bekannt und werde mit Qualität verbunden, jedoch scheint Misstrauen gegenüber den Bio-Produkten aufzukommen, da früher „Bio“ mit Regionalität verbunden werden konnte. Doch da es mittlerweile eine Vielzahl an internationalen Bio-Produkten gibt, sei das jetzt nicht mehr der Fall.

„Letztlich müssen wir auch verstärkt auf Regionalität setzen und die Chancen der Regionalität nutzen. Dabei müssen wir die Direktvermarktung und die Versorgungsinfrastruktur in den Regionen ausbauen. Im Spezialitätenbereich gilt es, die Genuss-Regionen zu forcieren. Das ist auch für die internationale Positionierung wichtig und schon jetzt eine Erfolgsgeschichte", betonte Landwirtschaftsminister Berlakovich.