Superfood II

Heimisches Superfood - Obst und Gemüse mit lokalem Flair

Superfood nennt man Lebensmittel, die einen besonders hohen Gehalt an Nährstoffen aufweisen und sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken. Viele dieser Lebensmittel haben jedoch weite Transportwege hinter sich oder sind nur als Pulver oder in Tablettenform auf dem Markt erhältlich.

Doch gute Lebensmittel müssen nicht immer von weit her kommen – das Gute liegt im wahrsten Sinne des Wortes so nah! Schauen wir uns in der näheren Umgebung um und profitieren wir von den vielen wertvollen Inhaltsstoffen heimischer Obst- und Gemüsesorten, denn auch hierzulande gibt es eine ganze Reihe an Lebensmitteln, die Superfood-Qualitäten aufweisen.

ApfelApfel

In einem englischen Sprichwort heißt es nicht umsonst: An apple a day keeps the doctor away (Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern). Die runden Früchte sind wahre Nährstoffbomben. Sie enthalten über 30 verschiedene Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. Sie eignen sich zum Kochen, Backen, als gesunde Zwischenmahlzeit, aber auch als Hausmittel bei Durchfall, Appetitlosigkeit, Schwangerschaftsübelkeit und zur Zahnpflege. Äpfel am besten mit Schale verzehren, denn in bzw. direkt unter ihr verstecken sich 70 % der Vitamine.

Ribiseln (Johannisbeeren)Ribisel

Klein, rund, gesund – so könnte man die Ribisel in drei Worten beschreiben. Egal ob weiß, rot oder schwarz – gut für unsere Gesundheit ist sie in jedem Fall. In punkto Vitamin-C- und Anthocyan-Gehalt liegt die schwarze Ribisel ganz vorne. Sie enthält dreimal so viel Vitamin C wie die anderen Sorten. Ferner sind Ribiseln reich an Mineralien und Ballaststoffen und sind aufgrund ihres geringen Fruchtzuckergehaltes besonders für Diabetiker gut geeignet.

 

 

 

Porree (Lauch)Lauch

Porree ist praktisch ganzjährig aus heimischem Anbau verfügbar. Im Geschmack erinnert er entfernt an eine Mischung aus Zwiebel und Knoblauch. Beim Nährstoffgehalt punktet er vor allem mit Provitamin A, Vitamin C und K und Folsäure sowie mit den Mineralstoffen Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Was Porree aber besonders wertvoll macht, ist sein Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen. Diese schwefelhaltigen Verbindungen (Sulfide) haben viele gesundheitsfördernde Eigenschaften: Sie wirken unter anderem antibiotisch, blutdruck- und cholesterinsenkend und sollen zudem eine krebshemmende Wirkung haben.

Rotkraut (Rotkohl)Rotkraut

Das blau-violette Gemüse findet leider viel zu selten den Weg auf unsere Teller. Trotz seines niedrigen Kaloriengehaltes (ca. 30 kcal/100 g) weist es eine Vielzahl wertvoller Inhaltsstoffe auf – vor allem Vitamin C. Bereits 100 g frisches Rotkraut decken den Tagesbedarf an Vitamin C eines Erwachsenen. Ebenfalls beachtenswert ist der hohe Gehalt an Anthocyanen. Diese sekundären Pflanzenstoffe sind verantwortlich für die blaue/violette Farbe und wirken zellschützend, entzündungshemmend und sollen ebenfalls eine krebsvorbeugende Wirkung haben.

SanddornSanddorn

Der Sanddorn-Strauch wächst vor allem in Küstenregionen. Seine leuchtend gelb-orangen Beeren mit dem herb-säuerlichen Geschmack eignen sich gut für die Zubereitung von Konfitüren, Fruchtaufstrichen oder Saft. Ihr hoher Vitamin C-Gehalt brachte ihnen den Namen „Zitronen des Nordens“ ein. Ferner enthalten Sanddornbeeren die Vitamine E und K sowie Provitamin A. Ungesättigte Fettsäuren und Mineralstoffe machen die kleinen Superfrüchte darüber hinaus zu einer wertvollen Bereicherung unseres Speiseplans. 

 

Natürlich lässt sich die Liste heimischer Lebensmittel mit Superfood-Qualitäten noch lange fortführen. Einige weitere Beispiele: grünes Blattgemüse wie Salat, Grünkohl, Spinat und Mangold sowie frische Kräuter enthalten u. a. den Vitalstoff Chlorophyll. Dunkelrote und violette Lebensmittel wie Rote Rüben, Radicchio usw. liefern den sekundären Pflanzenstoff Anthocyan, Walnüsse sind dank Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien ein wahres „Brainfood“… 

 

Viele heimische Obst- und Gemüsesorten sind also mit Recht als Superfood zu bezeichnen. Sie können in Bezug auf den Nährstoffgehalt problemlos mit ihren exotischen Kollegen mithalten. Doch was noch viel wichtiger ist: Wir können sie ganz einfach im örtlichen Supermarkt oder beim Bauern erwerben oder sogar im eigenen Garten anbauen, denn Superfood wird nur dann seinem Namen wirklich gerecht, wenn es regelmäßig und möglichst frisch verzehrt wird. Weite Transportwege sowie die Abholzung von Regenwaldflächen, die mit dem Anbau des exotischen Superfoods einhergeht, entfallen bei heimischer Ware. Da die meisten Menschen in den westlichen Industriestaaten nicht genügend Obst und vor allem Gemüse verzehren und die Ernährungsempfehlungen somit nicht erfüllen, würde ein höherer täglicher Verzehr verschiedener lokal verfügbarer Obst- und Gemüsesorten das allgemeine Wohlbefinden erheblich steigern. Probieren Sie doch einfach mal!

 

Rezepte:

Rotkraut-Karotten-Apfel-Salat

Porreesuppe

Sanddorn-Sonnenblumen-Leinsamen-Taler