Tauplitz: "Eingang" ins Ausseerland - Steinbrecherhütte

Zwischen Tauplitzalm im Norden und Grimming im Süden liegen die beiden Orte Bad Mitterndorf und Tauplitz.
 Steinbrecherhütte auf der Ödernalm Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark wurden 2015 diese beiden Gemeinden und Pichl-Kainisch zusammengeschlossen. Auch dieser südöstlichste Teil des steirischen Salzkammerguts, quasi der „Eingang“ vom Ennstal her, weist viele touristische Attraktionen auf. Er ist sowohl Skigebiet im Winter als auch wunderbar „wanderbar“ im Sommer. Auf die Tauplitzalm kommt man auch im Sommer mit der 4er-Sesselbahn oder über die Mautstraße. Oben gibt es zahlreiche Hütten zu besuchen. Der „Narzissenjet“, ein Rufsammelbus, holt müde Wanderer auf der Gnaanitzalm ab und bringt sie zurück ins Tal. Ausdauernde Wanderer hingegen werden die sechs Seen auf der Tauplitzalm erkunden oder den Aufstieg über die Skipiste zum Gipfel des Lawinensteins (1965 m) bewältigen und dafür einen herrlichen Rundblick genießen (Grimming, Hohe und Niedere Tauern, Dachstein, Totes Gebirge, Talblick Bad Mitterndorf und Grundlsee). Unter www.dietauplitz.com gibt es viele weitere Anregungen, Wanderrouten und nähere Informationen. 

Von Nikolospielen und Faschingstrubel

Althergebrachtes Brauchtum verliert auch hier – wie im gesamten Salzkammergut – nicht an Aktualität, und das nicht nur aus touristischen Gründen, im Gegenteil! In abgeschiedenen Regionen,  wie es das Ausseerland lange Zeit war (erst seit 1876 führt die Bahn von Attnang-Puchheim nach Stainach-Irdning durch das oberösterreichische und steirische Salzkammergut), haben sich Volksbrauchtum, Musik, Tanz, Liedgut sowie auch Mundart und Tracht bis heute erhalten. So finden hier gleich in drei Ortschaften (in Tauplitz, Bad Mitterndorf und Kumitz) über 100 Jahre alte Nikolospiele statt. Die teilweise sehr alten Figuren und Masken können ganzjährig gegen Voranmeldung im Heimatmuseum Franz Strick in Bad Mitterndorf bzw. im Nikolomuseum im Gasthof Thomahof in Tauplitz besichtigt werden.

Der Fasching gilt im Ausseerland als 5. Jahreszeit – in dieser Zeit herrscht hier Ausnahmezustand! Überregional bekannt ist der Flinserlumzug mit den wundervollen, handgemachten, paillettenbestickten Kostümen, die an den Karneval in Venedig erinnern. Aber auch Trommelweiber und Pless sollen am Faschingmontag und Faschingdienstag in Altaussee dafür sorgen, dass der Winter endlich das Weite sucht!

Steinbrecherhütte Die schönste Alm der Welt

Unser letztes Ziel der diesjährigen Hüttentour ist die Steinbrecherhütte auf der Ödernalm, von der man oft sagt, es sei die schönste Alm der Welt. Man erreicht sie nur zu Fuß, entweder von Bad Mitterndorf aus (zunächst Asphaltstraße, zur Kochalm, über die Ödernalmstraße entlang des Salzabachs durch das beeindruckende Öderntal Richtung Talschluss, dort befinden sich mehrere kleine Hütten, außer der Steinbrecherhütte ist jedoch keine bewirtschaftet).

Oder man wählt als Ausgangspunkt die Tauplitzalm, wandert zum Großsee, vorbei am Märchensee über das Öderntörl (1580 m), dann folgt ein steiler Nordwest-Abstieg durch Fels-, Schotter- und Latschengelände zur Ödernalm. Von hier geht’s nach Bad Mitterndorf wie oben beschrieben.

Seit sieben Jahren bewirtet Renate Sonnleitner hungrige und durstige Wanderer in der Steinbrecherhütte. Die Ödernalm beeindruckt vor allem durch ihre Lage: an die Nordseite der Tauplitzalm geduckt, eine steile Kletterwand, die Nordseite des Traweng vor sich, umgeben von den Gipfeln des Toten Gebirges, die sich in einem Halbkreis um die Alm schmiegen. Dieses „Wetterloch“ ist im Winter unzugänglich. Renate und ihr Mann haben uns Bilder vom Mai 2016 gezeigt – nach einem nicht allzu schneereichen Winter war die Hütte immer noch bis unter den Giebel im Schnee versunken! Der Zaun rund um die Hütte muss jedes Jahr im Herbst abgebaut und im Frühjahr neu aufgestellt werden, da die Schneemassen ihn sonst umdrücken würden.

Renate bietet ihren Gästen allerhand Schmankerln an, die sie auf dem Holzherd zubereitet. Ihr selbst gebackenes Brot, das sie manchmal anbietet, findet besonders großen Anklang, ebenso wie der Kaiserschmarren. Beliebt ist auch das Ofenbratl mit Knödeln und Krautsalat (nur auf Vorbestellung). Während der Schwammerlsaison gibt’s gebratene Herrenpilze mit vor der Hütte liebevoll gezogenen frischen Kräutern oder Schwammerlsauce mit Serviettenknödel.

 

Steinbrecherhütte (1215 m)

Renate Sonnleitner
8983 Bad Mitterndorf
Tel.: 0664/519 55 16
E-Mail: renate [dot] sonnleitner [at] icloud [dot] com

Renate SonnleitnerÖffnungszeiten: Anfang Juni bis Mitte Oktober Mittwoch bis Sonntag

Speis & Trank: Brote (Bratlfett, kalter Braten, Speck, Steirerkas), saisonale Schmankerln (Pilze, Schwammerln), Käsekrainer, Roggene Krapfen mit Steirerkas, Kaiserschmarren, Apfelradeln, Schwarzbeernocken, Krapfen, Almkaffee u. v. m.

Erreichbarkeit: Nur zu Fuß von der Tauplitzalm aus oder längerer Fußmarsch von Bad Mitterndorf aus (s. Beschreibung S. 26) 

Wandermöglichkeiten: Zahlreiche weitere Wandermöglichkeiten, z. B. liegt die Ödernalm am Wanderweg von der Tauplitzalm zum Grundlsee (ca. 2 ½ Std.); gemütlicher Wanderweg zur Kochalm (1 ½ Std.), Kletterwand Traweng u. v. m.

Weitere Informationen: Tauplitzer Fremdenverkehrsgesellschaft m.b.H., 8982 Tauplitz 71, Tel.: 03688/22 52, www.dietauplitz.com

 

 

 

 

 

Weiterlesen:

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Altaussee: Sommerfrische hat hier Tradition - Jagdhaus Seewiese
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