Tonnen von Lebensmitteln landen täglich im Müll

Ein Pilotprojekt der NÖ Abfallverbände und des Landes will nun Tipps für einen sinnvolleren Umgang mit Lebensmitteln geben.

Im Zuge einer Müllanalyse untersuchten acht niederösterreichische Abfallverbände vierzig 1.100-Liter-Mülltonnen bei Wohnhausanlagen. Das Ergebnis brachte Erstaunliches ans Licht. Aus jeder dieser Mülltonnen ließen sich wahre „Geschenkkörbe“ zusammenstellen: Brot, Gebäck, Fleisch, Wurstwaren, Obst und Gemüse – originalverpackt und zum Zeitpunkt der Analyse vielfach noch nicht abgelaufen.

Trotz Teuerungen, privater und globaler Finanzkrisen und dem damit verbundenen Druck, sparen zu müssen, werden offensichtlich immer mehr Lebensmittel weggeworfen. Nicht nur bei Supermärkten und dem Nahrungsmittel produzierenden Gewerbe, sondern auch in den Mülltonnen der Haushalte steigt der Anteil an Lebensmittelabfällen stetig an.

25% des Restmüllgewichts der untersuchten Großcontainer entfiel auf originalverpackte Lebensmittel oder solche in angebrochenen Verpackungen. Der Rest waren Speisereste und Abfälle aus der Lebensmittel-Zubereitung. Auch in den Biotonnen der Wohnhausanlagen war ein hoher Anteil an vermeidbaren Lebensmittelabfällen zu finden.

Nach Angaben der Universität für Bodenkultur werden jährlich geschätzte 19.200 Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Zählt man auch die im Restmüll entsorgten Speise- und Zubereitungsreste dazu, kommt man sogar auf 28.000 Tonnen biogener Küchenabfälle, die Niederösterreichs Haushalte jährlich wegwerfen.

In den nächsten Monaten werden in einem Pilotprojekt der Abfallverbände des Landes NÖ gemeinsam mit dem Institut für Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur Informations-Maßnahmen gegen die Verschwendung entwickelt und getestet. Auf noe.orf.at und www.abfallverband.at gibt es eigens Hinweise auf „Reste-Rezepte“, die einer Verschwendung von Lebensmitteln entgegenwirken sollen.

„Es geht hier um ein großes Potenzial. Um Vermeidung von Abfällen und auch um Kosten, die sich jeder einzelne sparen kann. Dazu bedarf es aber einer nachhaltigen Änderung unseres persönlichen Verhaltens in diesem Bereich“, erklärte Alfred Weidlich, Präsident des NÖ Abfallwirtschaftsvereins.

Im Zuge einer Informationsveranstaltung in der HLA Baden wurde veranschaulicht, was eine Verhaltensänderung bewirken kann. Müllmänner brachten zehn Einkaufswägen, voll bepackt mit frischen Lebensmitteln, in den Saal. Das entspricht der Lebensmittelmenge, die in einer Wohnhausanlage pro Monat in den Müll geworfen wird. Nach der Veranstaltung wurden die Lebensmittel zehn von Sozialamt und Caritas ausgewählten bedürftigen Familien übergeben.

 

Ideen zur Resteverwertung