Vielfalt und Einheitsbrei – Von der Kultur des Essens

Ab 16. April gewährt die Jubiläums-Ausstellung „Vielfalt und Einheitsbrei“ im Landwirtschaftmuseum Schloss Stainz einen Einblick in die Kultur rund um das Thema Essen und Trinken. Die Ausstellung geht der kulturellen Entwicklung des Essens auf die Spur und untersucht „Genussregionen“ und „Speiselandschaften“, vor allem jene der Steiermark.

 

 Essen ist mehr als reine Nahrungsaufnahme. Als Kulturgut ist es mit Werten beladen, bedeutet Geselligkeit, Tischkultur, Tischsitten, aber auch eine geordnete Abfolge von Speisen. Doch die Traditionen rund um das Essen wandeln sich. Von der Feuerstelle über den Sparherd bis zur „Frankfurter Küche“  als Vorläufer der Einbauküche wurde das Kochen in unseren modernen Küchen von der Pflicht zur Freude. Heute ist die Zubereitung von Speisen und ihr Verzehr für viele Menschen zum lustvollen Zeitvertreib geworden.

 

 

Technische Hilfsmittel

Eine Vielzahl technischer Hilfsmittel, wie etwa der Geschirrspüler, scheint die Arbeit in der Küche heute zu erleichtern. Durch die Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Vorgänge gewinnt die Arbeit gewinnt aber auch an Intensität und Dichte. Da wir nicht mehr gemeinsam aus einer Schüssel essen, erhöht sich etwa die Anzahl der zu reinigenden Teile.

Lebensmittel im Wandel der Zeit 

Bezüglich der konsumierten Lebensmittel gehört „Convenience-Food“ (aus dem Englischen entlehnter Begriff für bequemes Essen, der sowohl teilweise vorgefertigte als auch komplette Fertigmahlzeiten umfasst) zu den bedeutendsten Markttrends. Doch Convenience ist keine Erfindung des 21. Jahrhunderts. Bereits in den 1860er-Jahren legte industriell hergestelltes Fleischextrakt, das aus dem Muskelfleisch von Rindern gewonnen wurde, den Grundstein für die Produktion von Trockensuppen. Heute wird bereits beinahe jedes Gericht fertig zubereitet angeboten.

Auf der anderen Seite kann ein Rückwärtstrend zu in früheren Zeiten beliebten Produkten und Methoden festgestellt werden. Das Essen von Fleisch blieb bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts ein Privileg für Wohlhabende, während die Ernährung der ländlichen Bevölkerung zum Großteil aus Kraut bestand, das unter anderem als „Grubenkraut“ konserviert wurde. Seit einigen Jahren wird diese Krautrarität im oststeirischen Fischbach wieder nach historischem Vorbild hergestellt und ist mittlerweile zum „Slow Food-Produkt“ erhoben worden. Die „Slow-Food“-Bewegung entstand 1986 in Italien als Gegentrend zum heute allgegenwärtigen „Fast Food“, mit dem Ziel, die regionale Küche mit heimischen pflanzlichen und tierischen Produkten sowie deren lokale Produktion zu erhalten. Auch das Einkochen, lange Zeit die einzige Möglichkeit Obst haltbar zu machen, erlebt heute eine Renaissance.

 

Vielfalt und Einheitsbrei – Von der Kultur des Essens

Landwirtschaftsmuseum, Schloss Stainz

Schlossplatz 1

8510 Stainz

Laufzeit: 16.04.2011–30.11.2012

Eröffnung: 16.04.2011

Information: 03463/2772-16

www.museum-joanneum.at