Von der Gosau auf die Badstub’n Hütte

Unser letztes Ziel ist die Gosau, ein Seitental des oberen Trauntals am Hallstätter See. Wer etwa auf dem halben Weg zwischen Bad Goisern und Hallstatt rechts abbiegt, will entweder in die Gosau oder aber über den Pass Gschütt nach Salzburg fahren. Unser Ziel ist das hintere Gosautal.

Wissenswertes über die Gosau

Badstubn Im langgestreckten, scheinbar abgelegenen Hochtal zu Füßen des beeindruckenden Gosaukamm-Gebirgszuges kommt man zunächst ins Vorder-, dann ins Mitter- und schließlich ins Hintertal. Am Ende der befahrbaren Strecke liegt der Vordere Gosausee, in ihm spiegelt sich der Hohe Dachstein mit dem Dachsteingletscher, was ihn zu einem beliebten Fotomotiv macht. Je nach Saison kann man mit dem „Hochgebirgsexpress“ vom Vorderen zum Hinteren Gosausee fahren.

Schleifsteinbruch und Löckernmoos

Die letzte Hütte, die wir auf unserer Oberösterreich-Alm-Tour besuchen, ist die Badstub’n Hütte auf 1.344 m Seehöhe. Die Hütte, wo seit 2007 Gäste bewirtet werden, befindet sich in Besitz der Familie Fasl. Sie steht auf Grund und Boden der Bundesforste – so wie die anderen Hütten, die uns schon auf dem Weg herauf aufgefallen sind. Neben der Badstub’n Hütte befindet sich fast ein kleines „Dorf“. Es handelt sich um die ehemaligen Schleifsteinhauerhütten. 1763 verlieh nämlich Maria Theresia 13 Gosauer Familien das Recht, im Schleifsteinbruch Schleifsteine abzubauen.

Diese Familien lebten bis 1969 auf besagten Hütten auf der Alm. Die fertigen, oft riesigen, runden Schleifsteine wurden mit Schlitten ins Tal gebracht. Die Geschichte dieser zwar sehr harten, aber vormals einträglichen Arbeit ist seit der Landesausstellung „Steinsichten“ 2008 auf Schautafeln rund um den Steinbruch ausführlich dokumentiert. Das Recht zum Schleifsteinbrechen besteht bis heute. Vier der ursprünglich 13 Familien haben sich 1989 wieder zusammengeschlossen, um den Steinbruch nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Diese Idealisten betreiben in ihrer Freizeit den historischen Schleifsteinabbau, der ein bedeutendes Kulturgut in Gosau darstellt. Bei Führungen, fürs Fernsehen oder andere Medienberichte wird dieses alte Handwerk zur Veranschaulichung noch ausgeübt. Auf Bestellung werden auch nach wie vor hochwertige Schleifsteine, vor allem für Kleinmaschinen, sowie Wetzsteine hergestellt (Informationen zum Verkauf bei Fam. Fasl: 0664/35 477 22).

Die zweite Attraktion ganz in der Nähe der Badstub’n Hütte ist das wildromantische Löckernmoos auf etwa 1.400 m Seehöhe, das seinen Namen den „Löckern“ (Latschen) verdankt. Dieses 10.000 Jahre alte Hochmoor ist Naturschutzgebiet, durch das ein Holzsteg zum Löckernsee führt, von wo man einen fantastischen Ausblick zum mächtigen Gosaukamm hat.

 

Badstub‘n Hütte (1.344 m)

Badstubn Wirtsleut Familie Fasl

4824 Gosau 207

Tel.: 06136/8379; Mobil: 0664/35 477 22

Öffnungszeiten: 1. Juni bis 31. Oktober

Speis & Trank: Speckbrot, Nudelsuppe, Fleischkrapfen, besonders berühmt und beliebt sind hier die Pofesen, Bratl auf Bestellung, „Tagesgerichte“ wie z. B. Kraut- oder Fleischrouladen … Spezialitäten wie „Orausch“ (= Schmalzgebäck) zu besonderen Anlässen

Veranstaltungen: Schmankerlfest (8. August 2015); Klangwanderung mit den Gosauer Weisenbläsern durchs Hochmoor (15. September 2015)

Erreichbarkeit: Parkplatz Gosau Hintertal, auf der dortigen Forststraße über eine kleine Brücke, kleiner Wanderweg in Richtung „Schleifsteinbrüche & Löckernmoos“ (ca. 2 Std.), weitere Wanderwege auch vom Mittertal oder Vordertal aus; für Bequeme: Gosauer Bummelzug (Information und Anmeldung dazu im Tourismusbüro: 06136/8295)

Wandermöglichkeiten: von der Hütte aus zum Schleifsteinbruch (15 Min.), zum Hochmoor Löckernmoos und zum Löckernsee (ca. 35 Min.)

Weitere Informationen: Tourismusbüro Gosau, 4824 Gosau 547; Tel.: 06136/8295; www.dachstein-salzkammergut.at

 

Hüttentour mit Seeblick:
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