Wertvolle Tipps zum Pilzesammeln

Pilze nie in der Nähe von stark frequentierten Straßen oder Parkplätzen sammeln, da sie vermehrt Schwermetalle anreichern.

- Pilze immer vorsichtig aus dem Boden drehen oder knapp über dem Boden abschneiden. Entstandene Löcher verschließen, um das Pilzmyzel zu schützen.

 - Immer nur Pilze pflücken, die man kennt. Im Zweifelsfall vor Genuss der Pilze einen Fachmann oder eine Pilzberatungsstelle aufsuchen. Auch Pilzkontrollstellen helfen gerne beim Bestimmen unbekannter Pilze.

- Gesammelte Pilze nie in Plastiksäcken transportieren, sondern in luftigen Körben oder Stofftaschen!

- Die Pilze bereits an Ort und Stelle putzen, denn schmutzige Pilze beschmutzen sich während des Transportes gegenseitig!

- Gesäuberte Pilze innerhalb von 24 Stunden verbrauchen. Pilze, die nicht sofort verwertet werden können, lassen sich durch Einfrieren, Einlegen oder Trocknen haltbar machen.

- Nur so viele Pilze sammeln, wie man selbst verarbeiten kann bzw. wie es die jeweiligen Landesgesetze erlauben!

- Pilze nicht roh essen, da sie nicht nur schwer verdaulich sind, ihnen können auch Eier des Fuchsbandwurmes anhaften! Pilze 15 Minuten garen, um sie besser verdaulich zu machen.

- Pilze gründlich waschen oder mit einem grobborstigen Pinsel gründlich putzen.

- Pilze sind eine wertvolle Eiweißquelle. Ist der Pilz jedoch verdorben, kann das Eiweiß zu Vergiftungen führen. Daher keine Pilze sammeln (außer Winterpilze), die nach Frösten wieder aufgetaut sind. Maronenröhrling und Rotfußröhrling sind zudem oft vom Goldschimmel befallen, den man nur schwer sieht, der jedoch auch zu schweren Vergiftungen führen kann.

- Seit der Katastrophe von Tschernobyl enthalten einige Pilze radioaktive Substanzen, die für Mensch und Tier gesundheitsschädlich sind. Maronenröhrling, Mönchskopf und Eierschwamm sollten nicht öfter als zweimal pro Saison verzehrt werden. Auch Schwermetalle können in Pilzen enthalten sein. Pro Woche sollten daher laut Gesundheitsbehörden nicht mehr als zwei Wildpilz-Mahlzeiten (250 g) konsumiert werden.

 

Welche Pilze findet man wo?
Jede Pflanzengesellschaft hat ihre eigene, typische Pilzflora. In lichten Fichtenwäldern, in denen das Licht bis zum Boden vordringen kann, findet man etwa Hallimasch (auf Fichtenstämmen), Fichtensteinpilz, Maronenröhrling, Eierschwammerln und Herbsttrompeten, während man in Buchenmischwäldern häufig Schleierlinge, Steinpilze, Täublinge, Semmelstoppelpilze, aber auch Maronenröhrlinge und Herbsttrompeten sammeln kann. Grundsätzlich kann man sagen: Je artenreicher der Wald, desto mehr Pilzsorten kann man finden. In Auwäldern gibt es viele Frühjahrspilze wie etwa Speisemorcheln und Riesenboviste.

„Zu Schwammerln gehört kein Alkohol“, sagt der Volksmund. Manche Pilze werden in Zusammenhang mit Alkohol giftig (bei einigen muss auch schon einige Tage vor und noch einige Tage nach dem Verzehr auf Alkohol verzichtet werden).

 

Wildkräuter gleich mitsammeln!
 Übrigens: Wer gerne durch Feld, Flur, Wiese und Wald streift, sollte nicht nur nach Pilzen, sondern auch nach Wildkräutern Ausschau halten. Diese ergänzen Pilzgerichte optimal. So kann man beispielsweise Giersch statt Petersilie, Bärlauch statt Schnittlauch, Bärenklau statt Liebstöckel, Beifuß statt Thymian oder Schafgarbe statt Estragon verwenden.

 

 

Schwammerln nicht aufwärmen?
Ist es wirklich wahr, dass man Pilzgerichte nicht aufwärmen darf?
 Pilze verderben sehr schnell, weil die zarten Eiweißstrukturen leicht von Bakterien zersetzt werden. Daher sollte man Pilze nach der Zubereitung sehr schnell abkühlen (am besten im Eiswasserbad) und beim Aufwärmen (maximal einen Tag später) über 70 °C erhitzen. Wenn man frische Speisepilze nicht sorgfältig putzt, nur kurzzeitig erhitzt und anschließend unsachgemäß (z. B. bei Zimmertemperatur) für mehrere Stunden gelagert, kann es zu einem bakteriell-enzymatischen Abbau des Pilzeiweißes kommen. Nach dem Verzehr so zubereiteter und wiedererhitzter Pilze kann es zu Übelkeit und Brechdurchfall kommen. Deshalb folgende Tipps: Auch augenscheinlich saubere Exemplare gründlich und waschen. Selbst gepflückte oder vom Markt besorgte Speisepilze möglichst bald zubereiten und nicht länger als ein bis zwei Tage im Kühlschrank aufbewahren. Immer nur so viele Pilze zubereiten, wie man auf einmal verspeisen kann; bleiben dennoch Reste übrig, müssen diese baldmöglichst in den Kühlschrank und spätestens am nächsten Tag verbraucht werden. Das Pilzgericht beim Wiedererhitzen kurz aufkochen (Mindesttemperatur 70 °C). Übrigens: Industriell haltbar gemachte Speisepilze, egal ob getrocknet, tiefgekühlt oder sterilisiert, können natürlich aufgewärmt werden.

 

Schwammerln klauben ist doch fein, …
Maßvolles Schwammerlsuchen soll für jede Waldbesucherin und jeden Waldbesucher kostenlos erlaubt sein. Tatsache ist, dass jeder zu Erholungszwecken in den Wald und dort auch Pilze pflücken darf – jedoch dürfen die Wälder nicht leergeklaubt werden! Das so genannte „Schwammerl-Gesetz“, die Zwei-Kilogramm-Regelung, geht auf ein Bundesgesetz zurück. Es besagt, dass man bis zu zwei Kilogramm Pilze sammeln darf, wenn es der Waldbesitzer nicht verbietet. Schwammerlklauber sollten unbedingt darauf achten, das Wild nicht zu stören und die Natur zu schützen. Rückfragehinweis: Naturfreunde Österreich, Viktoriagasse 6, 1150 Wien Tel.: 01/8923534-31, pressestelle [at] naturfreunde [dot] at


… doch Unmengen von Pilzen „stehlen“ muss nicht sein!
Die Diskussionen darüber, ob man für das Pilzesuchen in Zukunft eine Lizenz braucht, flammt jedes Jahr neu auf. Kommerzielles Abgrasen der Schwammerlbestände im großen Stil sollte durch entsprechende Strafen und Kontrollen verhindert werden; in manchen Bundesländern (z. B. in Kärnten) gibt es strenge Kontrollen durch die Bergwacht (Schwammerlsucher dürfen auch im Auto kontrolliert werden, die Fahrzeuge und ihr Inneres, also auch „Dörr-Stationen in Wohnmobilen oder Klein-Lkws von Profi-Sammlern“ dürfen ebenso wie Gepäckstücke und Rucksäcke durchsucht werden). Übrigens: In Italien ist der Schutz der „Funghi“ bereits seit 1933 gesetzlich geregelt. Dort muss man fürs Schwammerlklauben sogar eine Prüfung ablegen und bei der Gemeinde eine Gebühr bezahlen, um eine Pflückerlaubnis zu erhalten.

 

 

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