Wildfrüchte – wunderbare Gaben der Natur

Selber sammeln & verarbeiten Wildobst aus Wald & Wiese …

Der Herbst treibt’s bunt! Die Blätter verfärben sich, und Hecken, Laub- und Mischwälder erstrahlen in leuchtenden Farben. Einen besonders prächtigen Anblick bieten die kunterbunten, herrlichen Früchte, die viele Bäume und Sträucher im Herbst tragen. Nicht nur Vögel laben sich an diesen Köstlichkeiten, das gesunde, wild wachsende Obst lässt sich auch zu wundervollen Gerichten verarbeiten oder für den Winter in Form von Marmeladen, Gelees, gedörrt sowie süß oder sauer eingelegt haltbar machen. 

 

Wer einen eigenen Garten hat, kann darin je nach vorhandenem Platz Hagebutte, Sanddorn, Weißdorn, Schlehe, Eberesche, Vogelkirsche u. v. m. pflanzen – sowohl zur Zierde als auch um die Früchte, die sie tragen, zu ernten. Die Suche „in der Wildnis“ entfällt somit. Wer diese Möglichkeit nicht hat, sollte wissen, wo Wildfrüchte am besten zu finden sind und wie auch beim Schwammerlsuchen darauf achten, nur jene Früchte zu pflücken, die man kennt.

 

Buchtipps:

WildobstDie Bücher über Wildobst (Enzyklopädie der Wildobst- und seltenen Obstsorten) und Wildfrüchte (Die besten Wildfrüchte) enthalten alles Wissenswerte rund um die wilden Köstlichkeiten, die auf Sträuchern und Bäumen in Wäldern, Hecken oder Parks zu finden sind. Auch Sammelzeiten, Hinweise und Tricks zum Pflücken verschiedener (z. B. sehr dorniger) Sorten sowie Tipps zum schonenden Transport sind darin Wildfruchtrezepte nachzulesen. Inhaltsstoffe, gesundheitliche Wirkung und überlieferte Rezepte aus der Volksheilkunde für die einzelnen Sorten werden ebenfalls angeführt. Während die Enzyklopädie von Helmut Pirc sich detailliert mit dem Ziehen der Wildobstarten im eigenen Garten beschäftigt, verrät Elisabeth Mayer in ihrem Buch ihre liebsten Wildfruchtrezepte. 

Die Sammelzeit der verschiedensten Wildfrüchte erstreckt sich von April bis in den November. Passend für den November finden Sie hier jene Früchte, die erst im Herbst reifen und teilweise sogar erst nach dem ersten Frost gepflückt werden sollen.

 

Schlehe

Die Schlehe ist ein kleinwüchsiger Strauch, dessen Seitenzweige mit spitzen Dornen besetzt sind. Die Früchte erinnern an kleine runde Zwetschken und machen schnell wieder wach und munter. Sie enthalten 10 mg Vitamin C pro 100 g, Magnesium und viele Bio­Flavonoide. Bei diesem Steinobst lohnt es sich, auf den ersten Frost zu warten: Die Wirkstoffe in den blauen Früchten sind erst dann für den Körper biochemisch zu verwerten und auch das etwas herbe Aroma wird milder. Wer nicht so lange warten möchte, kann frische Beeren in die Tiefkühltruhe legen, um einen ähnlichen Effekt zu erzielen. Sie können zwar roh verzehrt werden, schmecken allerdings sehr herb und „zusammenziehend“, weshalb man sie besser zum Aromatisieren von Likören oder zur Herstellung von farbintensivem Mus oder Marmelade verwendet.

HagebutteHagebutte

Hagebutten sind die Früchte verschiedener Wildrosenarten (z. B. der Heckenrose oder der Hundsrose). Früchte unterscheiden sich je nach Rosenart in Form, Farbe und Größe. Am unteren Ende der Früchte befinden sich braune Blütenreste. Geerntet werden Hagebutten, sobald sie weich sind und sich leicht vom Stängel zupfen lassen (je nach Wildrosenart und Höhenlage zwischen September und November). Das Besondere an Hagebutten ist die Beständigkeit ihres Vitamin­C-­Gehalts: Selbst nach dem Erhitzen bleibt er aufgrund verschiedener Enzyme bis zu fünf Stunden 

 erhalten. Das Magnesium in der Hagebutte stärkt Herz und Kreislauf, das Immunsystem wird durch Zink und Selen angeregt. Aus dem roten Farbstoff Lycopin wird im Körper Vitamin A gebildet, das die Haut vor vorzeitiger Alterung schützt.

EberescheEberesche

Die orangefarbenen bis roten Früchte der Eberesche oder Vogelbeere (der Beiname kommt daher, weil diese Früchte bei Vögeln sehr beliebt sind) werden häufig zum Schnapsbrennen verwendet, man kann aber auch Mus, Marmelade oder Gelee aus ihnen herstellen. Vogelbeeren stärken die Immunkräfte durch Vitamin C (98 mg pro 100 g), Zink und Selen. Wie bei den Schlehen sollte vor dem Ernten der erste Frost abgewartet werden, damit die Vogelbeeren ihre volle Wirkung entfalten können. Den bitteren Geschmack verdanken die Wildbeeren der Parasorbinsäure, die beim Kochen umgewandelt wird. Die Säure ist für den Menschen im rohen Zustand nicht giftig, kann aber zu Magenverstimmungen führen. Mittlerweile findet man im Handel auch eine gezüchtete, süße Sorte.

SanddornSanddorn

Der strauchartig oder baumförmig wachsende Sanddorn (1,5– 10 m) hat Sprossdornen und schmale, silbriggraue Blätter. Seine kleinen gelben oder orangen Scheinsteinfrüchte sind kugelig oder oval und reifen je nach Höhenlage und Sorte von September bis Anfang November. Sanddorn hat einen höheren Vitamin­CGehalt als alle anderen Früchte (450 mg/100 g; im Vergleich dazu Zitronen: 53 mg/100 g), enthält viel Provitamin A, zahlreiche Mineralstoffe, 15 Spurenelemente (z. B. Eisen, Mangan, Bor und Silizium), ungesättigte Fettsäuren, Zucker und Öl (im Fruchtfleisch und im Samen). Mus, Gelee oder Sirup aus Sanddorn steigert die Abwehrkräfte, schützt vor Erkältungen und anderen Infektionen. Aus dem Kern wird ein hochwertiges Öl für die Kräuterkosmetik gewonnen. Die Sanddornfrucht hat eine nur sehr dünne Schale und sitzt fest am Ast, sodass sie bei unvorsichtigem Pflücken leicht zerdrückt wird. Deshalb die Früchte am besten mit einer kleinen Schere abschneiden und diese mit einem unter den Ast gehaltenen Becher auffangen (Handschuhe sind wegen der Dornen empfehlenswert!). Keinesfalls ganze Zweige abschneiden, weil der Sanddorn am Altholz trägt und dadurch geschädigt wird!

Rezepte:
Hagebutte, Vogelbeere


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