Wissenswertes: Grünes Essen - Sprossen, Algen & Getreidegräser

Chlorophyll ist der Pflanzenfarbstoff, der den Pflanzen ihre grüne Farbe verleiht und für die Fotosynthese nötig ist. Chlorophyll ähnelt dem menschlichen Hämoglobin bis ins Detail. Der einzige kleine Unterschied: im Zentrum des Chlorophyll-Atoms ist Magnesium, bei Hämoglobin ist es Eisen. Ohne Chlorophyll gäbe es weder Sauerstoff noch Leben auf Erden. Auch in der menschlichen Ernährung ist Chlorophyll ein wertvoller Vitalstoff. Neben grünem (Blatt-)Gemüse kommt es noch in einigen anderen Lebensmittel bzw. Nahrungsergänzungsmitteln vor.


Getreidegras
Als Getreidegras bezeichnet man die ersten jungen grünen Blätter angekeimter Getreidekörner. Es kann im Keimgerät aus Weizen, Dinkel, Gerste oder Alfalfa gezogen werden. Wichtig ist, dass die Ernte zum richtigen Zeitpunkt passiert, damit der volle Gehalt an Nährstoffen verfügbar ist. Die jungen Getreideblätter können dann zu Saft gepresst oder getrocknet und zu Pulver verarbeitet werden, das dann wiederum zu Tabletten gepresst werden kann.
Getreidegras-Saft muss unmittelbar nach dem Pressen konsumiert werden, sonst gehen die wertvollen Inhaltsstoffe verloren. Das Getreidegras-Pulver wird in einem Getränk aufgelöst oder ins Essen gemischt.
Getreidegras liefert dem Körper wertvolle Enzyme, Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Chlorophyll und Spurenelemente, die in einer Form enthalten sind, in der es der Körper besonders gut aufnehmen und verwerten kann. Dadurch trägt es auch dazu bei, im menschlichen Körper das Säuren-Basen-Gleichgewicht zu erhalten.
Getreidegras kann sowohl als tägliches Nahrungsmittel oder unterstützend bei Kuren eingenommen werden.


Sprossen
Sprossen sind Keimlinge im Stadium zwischen Samen und Jungpflanze. In dieser Phase sind die jungen Pflanzen besonders reich an Vitaminen und Mineralien. Zum Ankeimen können verschiedenste Samen verwendet werden. Der Klassiker sind Mungbohnen, aber auch Linsen, Getreide, Sonnenblumenkerne sowie Radieschen oder Rettich eignen sich sehr gut. Gerade in der kalten Jahreszeit sind Sprossen eine wertvolle Energiequelle, da sie das ganze Jahr über bei Zimmertemperatur selbst gezogen werden können und das ganz ohne Sonnenlicht. Man braucht dafür nur keimfähiges Saatgut und Wasser. Am einfachsten ist die Aufzucht von Sprossen in einem Keimglas. Über den Deckel, der zugleich ein Sieb ist können die keimenden Samen ganz einfach täglich mit klarem Wasser gespült werden. Wer große Mengen an Keimlingen herstellen will, kann sich die Anschaffung eines Keimgerätes überlegen. In einem Keimgerät werden die Samen auf Keimgittern verteilt und von selbst täglich öfters mit frischem Wasser besprengt.

Mikroalgen
Mikroalgen sind Fotosynthese betreibende, im Wasser als einzelne Zellen oder kurze Ketten frei schwebende Algen, die mikroskopisch klein sind. Sie können bis über 50 % Protein in der Trockenmasse enthalten und  in Kulturen angebaut werden. Seit den 60-er Jahren werden vermehrt Algen angebaut, die heute hauptsächlich als Quelle für ungesättigte Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamine gelten.
Spirulina und Chlorella sind die bekanntesten Mikroalgen, die als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Pulver oder Tabletten angeboten werden. Während Spirulina in extrem salzhaltigem Wasser lebt, ist Chlorella eine Süßwasseralge. Zum Wachstum benötigen beide Arten möglichst viel Sonnenlicht.

Chlorella
Die Chlorella ist eine grüne, meist kugelige Süßwasseralge. Sie enthält die Mineralstoffe Eisen, Magnesium und Zink, Vitamine, Protein und ist überdurchschnittlich reich an Chorophyll. Chlorella unterstützt bei der Entgiftung, stärkt das Immunsystem und hilft, die Folgen stressbedingter Stoffwechselstörungen (z. B. Bluthochdruck) zu reduzieren.


Spirulina
Spirulina sind spiralförmige Bakterien, die auch als Blaualgen bekannt sind. Spirulina enthält organisch gebundenes Eisen, welches gut verwertbar und verträglich ist, Selen, Vitamin A und sekundäre Pflanzenstoffe. Unter anderem kann sich Spirulina positiv auf Immunsystem und Darmflora auswirken vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und überhöhtem Cholesterin schützen. Spirulina wird aufgrund ihrer dunkelgrünen Farbe auch als blau-grüne Alge bezeichnet. Die Bezeichnung „Grün“ verdankt Spirulina dem Blattgrün Chlorophyll.


Meeresgemüse / Speisealgen
Meeresgemüse, oft auch als Algen bezeichnet, zählen zu den ältesten Lebensformen. Sie werden seit Urzeiten als Lebensmittel verwendet und schmecken neutral bis salzig, manchmal auch außergewöhnlich exotisch.  Meeresgemüse sind nahrhaft und eine gute Quelle für Spurenelemente wie Jod, Kalzium und Vitamin B 12, außerdem haben sie einen hohen Gehalt an Enzymen und Mineralstoffen.
Verschiedene Algensorten gibt es getrocknet oder in Alkohol, Apfelkonzentrat oder Salz konserviert in Asia-Läden, Reformhäusern und Naturkostläden sowie über das Internet. Frisch sind Algen hierzulande nur sehr schwer erhältlich und wenn, dann in guten Fischgeschäften. Frische Algen eignen sich gut für Salat, getrocknete Algen schmecken gut in einer Miso-Suppe. Getrocknete Algen lassen sich in Wasser eingeweicht wieder zum Leben erwecken.
Achtung! Da manche Algen, wie die Kombu- oder Wakame-Alge enorme Jodmengen speichern, sollten sie nur in kleinen Mengen genossen werden. Besonders Menschen mit Schilddrüsenproblemen sollten vorsichtig sein! Andere Algen, wie die Nori-Alge, die für Maki verwendet wird, werden in der Nordsee gezüchtet, jung geerntet und enthalten daher nur geringe Mengen Jod. Die roten und braunen Nordseealgen enthalten nicht nur Beta-Karotin, Vitamin B12 und K, sondern auch Kalzium und Magnesium. Außerdem enthalten sie Alginat, welches dem Körper hilft, Schwermetalle auszuleiten.

 

Wissenswertes: Grünes Obst und Gemüse