Wissenswertes: Krapfen & Schmalzgebackenes

Schmalzgebäck und damit auch Krapfen sind ein fester Bestandteil von traditionellem Brauchtum im Jahreslauf und werden nach wie vor zu verschiedensten Anlässen gebacken und genossen – vor allem aber sind sie im Fasching nicht wegzudenken.

 

Vielfalt in der „Krapfenszene“
Jedes Bundesland hat seine eigenen schmalzgebackenen Spezialitäten. Manchmal sind diese Eigenheiten, was Form, Aussehen oder Bezeichnung betrifft, nur auf kleine Regionen begrenzt. Anderswo wird das gleiche Gebäck unter einem anderen Namen zu einem anderen Anlass zubereitet. Wie sie auch heißen oder aussehen mögen, ob rund, flach, platt, oval, lang, kurz, dünn oder dick – alle werden in heißem Schmalz (Fett) gebacken. Kiachl, Platteln, Spaßvögel, gebackene Mäuse, Dalken, Liwanzen, Strauben, bochane Ochsenschoas, Sennenhupfer, gebackene Regenwürmer und Hasenöhrln, Wäschermädeln, Schlosserbuben, versoffene Kapuziner, Nonnenfürzle, Teufelspillen, arme Ritter, Polsterzipfl, Hobelspäne, Uhrfedern, Altweiberfersen, Affen, Vögl, Luftkrapferln, Schneeballen, Maulkörbe, Spagatkrapfen, gebackene Rosen … die Liste der Bezeichnungen ist schier endlos! Auch wenn der Faschingskrapfen und die Bauernkrapfen zu den bekanntesten gehören, gibt es darüber hinaus Schmalzgebäck in unterschiedlichsten Formen aus verschiedensten Teigen. Meist wird das Gebäck aus Germteig hergestellt, aber auch ausgewalkte Nudelteige werden in Fett herausgebacken und dann als Dünnkrapfen, Hasenöhrln oder Polsterzipfel bezeichnet.

Jedem Fest sein Schmalzgebäck!
Ebenso vielfältig wie die Namen sind die Anlässe, zu denen Schmalzgebäck zubereitet wurde. So  werden z. B. in Tirol die „aus’zogenen Nudeln“ nicht nur auf Almhütten mit Bohnensuppe serviert, sondern auch als traditionelles Gericht am Heiligen Abend aufgetischt – allerdings als süße Variante mit Marmelade oder Honig. Diese „aus’zogenen Nudeln“ sind allgemein in vielen Regionen als die mit Marmelade gefüllten „Bauernkrapfen“ bekannt, die als traditionelle Süßspeise das ganze Jahr über gebacken werden. In Salzburg und in der Obersteiermark wiederum wird diese Krapfenspezialität als „Glöcklerkrapfen“ den „Anglöcklern“ aufgewartet, die vor der Weihnachtszeit Glück und Segen wünschend von Haus zu Haus gehen. In Vorarlberg werden sie als „Funkaküachle“ am Funkensonntag serviert. Regional werden (bzw. wurden) zu vielen anderen kirchlichen und weltlichen Festen Krapfen gebacken, so gibt es beispielsweise in Osttirol und Südtirol zu Allerheiligen den Brauch des „Krapfenschappens“ (auch Krapfenbetteln oder Krapfenschnaggeln genannt). Weiters darf der Krapfen vielerorts zu Pfingsten, zu Hochzeiten und Taufen, Kirchtagen, Neujahr und vielen weiteren Anlässen nicht fehlen. Früher waren Krapfen als besondere Nachspeise nach der anstrengenden Ernte beliebt. Aus diesem Grund hießen die Germstrauben früher „Schnitterkrapfen“ bzw. „Heigerkrapfen“, weil sie meist zum Abschluss der Erntearbeit bzw. Heuarbeit serviert wurden. Die Lichtmesskrapfen am 2. Februar gab es, weil früher an diesem Tag die Dienstboten ihren Arbeitsplatz wechselten.

Was nun die närrische Zeit betrifft, so könnte man sagen, dass ein Fasching ohne Krapfen wie ein Winter ohne Schnee ist. Obwohl – wenn wir nach den Wetterverhältnissen der letzten Jahre gehen, müsste der Faschingskrapfen bald aussterben … Doch das wird nicht passieren, dazu ist das flaumige, mit Marillenmarmelade gefüllte und mit Staubzucker bestreute Gebäck bei Alt und Jung einfach zu beliebt.

Egal ob Ihre persönlichen Vorlieben eher beim klassischen Faschingskrapfen liegen oder Sie sich gerne von innovativen Rezepten inspirieren lassen und neue Krapfen ausprobieren - wir wünschen eine fröhliche Faschings-Krapfen-Zeit!

Übrigens: Auch wenn hier immer von „Schmalzgebackenem“ die Rede ist, so können Sie natürlich auch pflanzliche Öle oder Fette zum Herausbacken verwenden!

 

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Krapfen, Strauben und gebackene Mäuse